Tageskommentar Rohstoffe: Stramme Kursgewinne an der Matif


An der Matif setzt sich die feste Tendenz fort. Die Weizen- und Maisnotierungen zogen stärker an. Trockenheit und Hitze lassen erhebliche  Zweifel an einer guten Weizenernte aufkommen. Auch in Osteuropa werden die Ertragsaussichten der Getreideernte zurückgenommen. Raps verbuchte für August deutliche Kursgewinne, die weiteren Termine zogen ebenfalls an. Rohöl tendiert etwas schwächer. In Chicago fand wegen des Nationalfeiertages kein Handel statt.
 
Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif zogen bis zu 4,75 €/t bei gutem Handelsvolumen an. Auch in London haben die Weizennotierungen den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht. Die Trockenheit und Hitze kommen zu früh für die Weizenbestände. Die vereinzelten Regenfälle waren nicht flächendeckend und brachten keine wesentliche Entspannung. Auch in Frankreich gab es übers Wochenende keine nennenswerten Niederschläge. Eine Änderung der Großwetterlage ist nicht in Sicht, in der zweiten Wochehälfte sollen die Temperaturen in Westeuropa wieder auf über 30° C ansteigen.
Auch Osteuropa meldet Probleme bei der Getreideernte. Russland geht inzwischen nur noch von einer Getreideernte von 85 Mio. t aus, denn im Wolgagebiet, am Ural und in Zentralrussland sollen die Ernteaussichten nach Agenturberichten katastrophal sein. Kasachstan rechnet ebenfalls mit Schäden bei der Weizenernte.
 
Mais: Mit Kursgewinnen von 5 €/t für den August und 6,75 €/t für November haben die Maisnotierungen an der Matif ein kräftigen Sprung nach oben gemacht. Die Trockenheit und Hitze macht dem Mais europaweit erheblich zu schaffen und es sind keine Niederschläge in Sicht.
Für die Maisnotierungen an der Chicagoer Börse rechnet die niederländische Rabo-Bank künftig mit sehr volatilen Preisbewegungen. Nach der jüngsten US-Bestands- und Flächenschätzung würden sich die US-Maisbestände in der kommenden Saison stärker abbauen. Das Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch könnte in den USA auf nur noch 9,1 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren fallen, mutmaßen die Analysten.
 
Sojakomplex: Die Sojabohnenkurse tendieren heute Morgen im Chicagoer vorbörslichen Handel etwas schwächer und deuten keine gravierenden Änderungen an. Brasilien hat im Juni trotz der Rekordernte über 2 Mio. t weniger Sojabohnen als im Vorjahr exportiert. Die brasilianischen Sojaschrotexporte haben sich im Vormonat allerdings mit 1,4 Mio. t gegenüber 538.000 t im Vorjahr deutlich erhöht.
 
Raps: Notizgewinne von 4 €/t für den August und von 2,25 €/t für die Folgetermine beendeten die kurze Korrekturphase der Rapsfutures an der Matif. Die größeren Notizgewinne für den August dürfen aus der verspäteten Rapsernte in Europa resultieren. Dadurch hat sich ein inverser Markt gebildet und die Augustnotierung lag über dem Novemberkurs.
In Winnipeg gab es bei kleinem Handel und fehlende Impulsen von Chicago leichte Notizverluste für Canola-Raps von bis zu 2 Can-$/t.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen setzten am Wochenanfang ihre Talfahrt fort. Die Preise wurden weiter durch die zuletzt schwächeren Konjunkturdaten aus China und den USA belastet. Die Commerzbank geht davon aus, dass auch Indien nach der Anhebung seines Zinsniveaus den Ölkonsum reduzieren wird. Indien ist der viertgrößte Ölverbraucher der Welt. (St)
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