Tageskommentar Rohstoffe: Südamerikanischer Wettermarkt lebt wieder auf


An der Matif notierten Weizen und Mais in einem schwächeren Umfeld etwas fester. Für den Frontmonat gab es sogar deutlichere Kursgewinne. In Chicago schlossen Weizen und Mais dagegen mit Verlusten. Lediglich die Sojabohnen konnten sich bei einem auflebendem Wettermarkt in Südamerika gut behaupten. Die Rapskurse legten etwas zu. Rohöl bewegte sich wenig und notierte uneinheitlich.
 
Weizen: Mit Kursgewinnen von mehr als 4 €/t setzte der März-Weizen positive Akzente an der Matif. Die übrigen Termine wiesen nur kleine Notizgewinne auf. Dies lässt vermuten, das bereits erste Positionsbereinigungen für den Frontmonat März stattfinden.
In Chicago notierte Weizen nach Verkäufen der Fonds schwächer. Die Rekordweizenernte in Australien und ein etwas festerer US-Dollarkurs belasten die Notierungen.
Algerien hat einen Tender über 50.000 t Weizen aufgemacht und Libyen will 63.000 t Weizen kaufen. Die Ukraine soll dagegen mit bürokratischen Hindernissen versuchen, den Weizenexport zu begrenzen und die Exportströme auf Mais zu lenken. Nach offiziellen Aussagen müssen mehr als 40 Prozent der Wintergetreideflächen in der Ukraine neu eingesät werden.
 
Mais: Mais stand bei überschaubaren Kursverlusten in Chicago unter leichtem Druck und die Vortagesgewinne wurden wieder aufgezehrt. Die Aussicht auf eine deutlich größere Maisaussaatfläche in den USA belastete die Notierungen. Das USDA hält eine US-Rekordernte von 360 Mio. t Mais für möglich, unterstellt aber sehr hohe Maiserträge. Analysten halten die Ertragsprognosen des USDA allerdings für überzogen.  
An der Matif profitierten die Maiskurse von einer guten Nachfrage der spanischen Futtermittelwirtschaft und den etwas festeren Weizennotierungen. Sie schlossen mit Kursgewinnen bis zu 2 €/t.
 
Sojakomplex: Sojabohnen hielten sich erneut in einer Ausnahmestellung schlossen in dem schwachen Umfeld mit leichten Kursgewinnen. Die Wettermärkte in Südamerika kommen wieder ins Gespräch, obwohl sich der La Nina-Effekt abschwächen soll. In Südbrasilien hat es in den vergangenen Tagen zu wenig geregnet, in den nördlichen Teilen Brasiliens sorgt Regen für Ernteunterbrechungen.
Oilworld hat seine Schätzungen für die Sojabohnenernten in Brasilien auf 69,5 Mio. t, für Argentinien auf 47 Mio. t und für Paraguay auf 4,6 Mio. t zurückgenommen. Danach würden die Ernten in diesen drei Ländern 5,3 Mio. t kleiner als in der aktuellen USDA-Schätzung ausfallen. Die globale Bilanz wird sich vermutlich verschlechtern.
 
Raps: Raps hat seine festere Tendenz an der Matif mit Kursgewinnen bis zu 2 €/t fortgesetzt. Das Handelsvolumen war allerdings unterdurchschnittlich. Die offiziell angehobene Schätzung für die australische Rapsernte auf 2,8 Mio. t ließ die Börse unberührt, zumal es bereits höhere Einschätzungen gibt. Bei der engen Rapsbilanz wird jedes Pfund der australischen Rapssaat benötigt.
In Winnipeg notierte Canola-Raps erneut bis zu 5 Can-$/t fester.
 
Rohöl: Bei wechselhaftem Kursverlauf notierte Rohöl uneinheitlich und schloss ohne große Veränderungen. Der Markt sieht sehr fest aus. Die jüngsten Preiserhöhungen werden im wesentlichen auf Finanzanleger und spekulative Einflüsse zurückgeführt. Die netto long-Positionen an der Nymex sind wieder angestiegen und liegen nur knapp unter dem Rekordniveau von Anfang Januar. Aber auch der Winter in Europa und die Risikoprämie für den Iran wirken unterstützend. (St)
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