Tageskommentar Rohstoffe: Technische Gewinne für Mai-Weizen an der Matif

An seinem vorletzten Handelstag verbuchte der Maikontrakt für Weizen kräftige technische Kursgewinne an der Matif. Die übrigen Agrarfutures standen überwiegend im Zeichen von schwächeren Finanzmärkten und gedrückten externen Vorgaben. Vor allem die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Griechenland belastete die Commodities. Die Chicagoer Weizen- und Maisnotierungen gaben auf allen Terminen deutlicher nach. Der Sojakomplex setzte seine Konsolidierungsphase mit weiteren Kursverlusten fort. Raps hielt sich in dem schwachen Umfeld erstaunlich gut und schloss die Sitzung mit Kursgewinnen ab. Rohöl notierte durchwachsen. Heute richtet sich der Fokus des Marktes auf den neuen USDA-Report.
 
Weizen: An der Matif standen Weizennotierungen für Mai ganz im Zeichen von Börsentechnik. Der Mai-Kontrakt läuft heute aus und verbuchte am vorletzten Handelstag Notizgewinne von 11,50 €/t. Die Kursgewinne dürften heute kaum zu halten sein. Die neue Ernte notierte etwas schwächer. Das Auslaufen des Maikontrakts und der Notierungen für die alte Ernte geht einher mit einem weitaus stärkeren Abbau der offenen Positionen als üblicherweise beim Wechsel eines Frontmonats. Innerhalb eines Monats haben die offenen Positionen um rund 50.000 Kontrakte abgenommen.
Die Chicagoer Weizennotierungen gerieten stark unter Druck und gaben für den Juli 5,50 US-$/t nach. Der feste Dollarindex, schwache Maisnotierungen und die Aussicht auf eine sehr gute US-Weizenernte drückten auf die Kurse.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago mussten kräftig Federn lassen. Der Juli fiel über 6 US-$/t ins Minus, der Frontmonat Mai sogar noch weitaus stärker. Die Fonds waren massiv auf der Verkäuferseite sollen vor dem heutigen USDA-Report 14.000 Kontrakte aufgelöst haben. Der Preisbruch löst aber Kaufinteresse aus, denn die offenen Positionen stiegen trotzdem an. Unterschwellig war die Stimmung mit den gedrückten externen Vorgaben schwächer. Hinzu kam, dass Käufe Chinas von mehreren Schiffsladungen Mais in den USA bisher noch nicht bestätigt wurden.
In Paris hielten sich die Notizverluste für Mais bei schwachen Vorgaben aus Übersee in Grenzen.  
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex setzte seine Konsolidierungsphase fort. Die Kursverluste fielen jedoch moderater als am Vortag aus. Die Fonds liquidierten erneut long-Positionen und die offenen Positionen haben sich weiter abgebaut. Negative Signale aus der Eurozone sollen auf die Risikobereitschaft gedrückt haben und Positionsbereinigungen vor dem heutigen USDA-Report ausgelöst haben. Von der neuen USDA-Schätzung erwartet der Markt gegenüber den Aprilzahlen eine Reduzierung der US-Sojabohnen-Endbestände von rund 1 Mio. t und deutliche Korrekturen bei den südamerikanischen Ernten.
 
Raps: Wie schon Vortag zeigten die Rapskurse an der Matif ein gewisses Eigenleben und schlossen sich dem schwachen Sojakomplex ausnahmsweise nicht an. Die Kurse waren zeitweise zwar unter Druck, doch bei Börsenschluss stand ein Plus von 4,75 €/t an der August-Notierung. Auch die weiteren Termine zogen etwas an. Der Markt wird volatiler und in Paris wurde der Raps wurde zur Wochenmitte in einer Bandbreite von 10 €/t gehandelt.
Auch Winnipeg konnte sich den technischen Kursverlusten der Sojabohnen nicht ganz entziehen, doch die Kursverluste hielten sich mit einem Minus bis zu 2,0 Can-$/t in überschaubarem Rahmen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen knüpften mit kräftigen Kursverlusten bis 2,50 US-$/Barrel an ihre schwachen Vortage an, konnten aber noch einiges an Boden gut machen. WTI schloss nur leicht im Minus, Brent Crude Öl drehte sich sogar in den grünen Bereich. Negative Signale aus Eurozone und die Furcht vor einem Chaos in Griechenland drückten auf die Stimmung. In Griechenland deutet sich keine Regierungsbildung an, die Staatspleite und der Ausstieg aus dem Euro rücken nach Einschätzung der Finanzexperten und Aussagen von Politikern näher.
 
In den USA sind die Rohöllagerbestände in der Vorwoche erneut angestiegen. Bei rückläufigen Vorräten an Benzin und Destillaten hielt sich der Preisdruck in Grenzen. Die US-Lagerbestände haben mit fast 380 Mio. Barrel den höchsten Stand seit knapp 22 Jahren erreicht. Wenn die ‚Seaway-Pipeline‘ Mitte Mai den Transport vom US-Andienungsmonat Cushing zum Golf von Mexiko aufnehmen wird, dürften sich die Lagerbestände reduzieren, wird erwartet. (St)
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