Tageskommentar Rohstoffe: Technische Zugewinne für Rapsnotierungen


Die Weizenkurse an der Matif schlossen mit leichten Notizverlusten. In Chicago setzte sich die Aufwärtsbewegung bei Weizen fort. Mais sonnt  sich in Chicago weiter im Schein des Weizens. Die Sojabohnenkurse lassen keine nachhaltige Schwäche erkennen und notierten fester. Bei den Rapsfutures in Paris profitierte der August von technischen Kursgewinnen an seinem vorletzten Handelstag. Die Rohölnotierungen in New York zogen etwas an.
 
Weizen: Nach festerer Eröffnung hat sich der Aufwärtstrend des Matif-Weizens beruhigt. Die Kurse schlossen mit leichten Notizverlusten auf allen Terminen. Die offenen Positionen haben sich deutlich erhöht und sind zur Wochenmitte um mehr als 14.300 Kontrakte gestiegen. der Handel bleibt sehr lebhaft. Die wöchentlichen EU-Exportlizenzen für Weichweizen summierten sich auf 258.000 t. Bemerkenswert ist in diesem Jahr allerdings der gute Start der Gerstenexporte, denn in dieser Saison wurden bereits Exportlizenzen für 367.000 t Gerste gezogen.
In Chicago zogen die Weizennotierungen erneut an. Die Notizgewinne von gut 4 US-$/t wurden allerdings von den Börsen in Kansas und Minneapolis getoppt, denn für den Exportmarkt bekommmen die dort notierten Weizensorten ein größeres Gewicht. Hilfestellung gab es auch von den überraschend hohen wöchntlichen US-Exportzahlen von 919.000 t. Ägypten hat Schiffsraum in den USA gebucht. Dies deutet auf anstehende Weizenkäufe Ägyptens hin.
Kernthema am Weizenmarkt bleibt die Trockenheit in Russland. Es wird viel über niedrigere Weizenexporte spekuliert und die unterschiedlichsten Zahlen machen die Runde. Rumänien reihte sich in die Länder mit niedrigeren Weizenernten ein und schätzt die eigene Weizenernte nur noch auf 5,8 Mio. t und damit rund 900.000 t niedriger als zuletzt. Der IGC hat die globale Weizenernte gegenüber dem Vormonat um 13 Mio. t nach unten korrigiert.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago sonnen sich weiter im Schein des Weizens und legten leicht zu. Unterstützung gab es von einem schwächeren Dollarkurs und festeren Rohölnotierungen.
Der IGC rechnet mit einer leichten Reduzierung der globalen Maisendbestände. Für die EU hat er die Schätzung der Maisernte um 1,1 Mio. t auf 57,8 Mio. t nach unten korrigiert. Er geht für Deutschland, Frankreich und Ungarn von kleineren Maisernten aus. Im Vorjahr waren in der EU 57,1 Mio. t Mais geerntet worden.
Die Maisnotierungen in Paris bieten fast ein Spiegelbild der Weizenkurse und gaben bei einem recht guten Umsatzvolumen 1,75 €/t für den November nach. Der in Kürze auslaufende Augustkontrakt notierte allerdings 3,25 €/t fester.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex hält sich auf hohem Niveau. Gestern gab es erneut Notizgewinne für Sojabohnen und Sojaschrot zwischen 3,00 und 4,00 US-$/t. Weizen gilt als Triebfeder für die festeren Notierungen. Die Händler nehmen aber auch die Vorgaben dankend an, um eine Risikoprämie einzupreisen. Schließlich gilt die August als der kritische Monat für die Ertragsbildung der US-Sojabohnen. Auch festere Kassamarktpreise und die sehr hohen wöchentlichen Exportzahlen von knapp 1,5 Mio. t stützen den Sojakomplex. Davon entfallen noch 339.000 t auf die alte Kampagne.
 
Raps: Die Rapskontrakt für August hat heute an der Matif seinen letzten Handelstag. Technisch bedingte Glattstellungen ließen ihn 8 €/t fester schließen. Die Novembernotierung legte nur 2,75 €/t zu. Die Konsolidierungsphase scheint zu Ende zu gehen. Bemerkenswert sind die Kursgewinne von 5,00 €/t und mehr für die neuen Ernte. Damit zeichnet sich auch für die kommende Ernte ein hohes Preisniveau ab.
Trotz Kursgewinnen von 4,70 Can-$/t für November zeigen die Canola-Notierungen in Winnipeg wenig Eigendynamik. Die Kurse folgten dem festen Chicagoer Sojamarkt.
 
Rohöl: Zur Abwechslung gab es positiven Konjunkturdaten aus den USA und vom dortigen Arbeitsmarkt. Die Rohölnotierungen in New York reagierten darauf mit Kursgewinnen. Die Notierung für September stieg wieder auf über 78 US-$/Barrel an. (St)
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