Tageskommentar Rohstoffe: Terminbörsen rudern etwas zurück

Kurskorrekturen an den Warenterminbörsen setzen die Notierungen für Weizen und Raps an der Matif unter Druck. Vor allem für Raps gab es etwas stärkere Notizverluste. In Chicago schlossen Mais und Weizen ebenfalls schwächer, der Sojakomplex konnte sich allerdings knapp behaupten. Der Einfluss des südamerikanischen Wettermarktes scheint sich abzuschwächen. Rohöl gab etwas nach.

Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif standen etwas unter Druck und schlossen für die alte Ernte bis zu 3 €/t schwächer. Nach den Notizgewinnen der Vortage scheint sich eine leichte Konsolidierung anzubauen.
Die Vorgaben aus Chicago waren bei rückläufigen Maisnotierungen und nach spekulativen Verkäufen schwach. Die offenen Positionen haben sich bei den Chicagoer Weizenfutures zum Wochenanfang signifikant erhöht.
In Australien steigen die Chancen für eine neue Weizenrekordernte. Aus seinem wichtigsten Produktionsgebiet für Weizen, dem Bundesstaat Westaustralien, werden ausgesprochen gute Weizenerträge vermeldet. Libyen hat 50.000 t russischen Weizen in die Bücher genommen. Syrien hat einen Tender über 100.000 t Weizen eröffnent.

Mais: Die Wettermodelle prognostizieren für Argentinien und Südbrasilien verbreitete Regenfälle zum Wochenende und Anfang der kommenden Woche. Dies könnte den Stress in den Maisbeständen verringern. Man spricht davon, dass sich der La Nina-Effekt bereits abschwächen könnte. Die Maisnotierungen in Chicago gerieten mit den geänderten Wetteraussichten unter Druck und gaben 4 US-$/t nach.
An der Matif färbten die schwächeren Märkte auf die Maisnotierungen mit einem Minus von 2,25 €/t ab.

Sojakomplex: Auch der Sojakomplex zollte den günstigeren Wetteraussichten in Südamerika Tribut und gab zunächst deutlicher nach. Bis Börsenschluss konnten sich die Notierungen jedoch wieder erholen und schlossen noch knapp behauptet. Festere US-Kassapreise für Sojabohnen und Hoffnungen auf eine größere Bohnennachfrage Chinas gaben etwas Auftrieb. Die Sojaschrotnotierungen zeigten die unbeteiligt und schlossen mit einem leichten Plus.

Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif gerieten etwas stärker unter Druck und gaben für die alte Ernte bis zu 4,50 €/t nach. Nach den strammen Kursgewinnen der Vorwochen scheint sich eine Konsolidierung anzubahnen. Es sieht so aus, als sei der Aufwärtstrend erst einmal vorbei, falls keine neuen Impulse vom Sojakomplex oder vom Rohöl kommen sollten.
In Winnipeg gab es ein leichtes Plus für die vorderen beiden Monate, die späteren Termine schlossen mit einem kleinen Minus.

Rohöl: Rohöl gab leicht nach, Brent Crude Öl etwas mehr als die WTI-Notierungen. Die Einflüsse auf die Rohölnotierungen waren durchwachsen. Entscheidend für die weitere Preisentwicklung bleibt die Situation am Persischen Golf. Die Internationale Energieagentur hat im Falle eines Öl-Embargos gegen den Iran vor Engpässen bei den südeuropäischen Raffinerien gewarnt. Der Iran ist weiter bemüht, den Westen von seinem Ölembargo abzubringen. Israel schließt ein Militärschlag gegen das iranische Atomprogramm weiterhin nicht aus. (St)
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