Tageskommentar Rohstoffe: Terminmärkte knicken wieder ein


Gewinnmitnahmen nach kurzfristig günstigeren Wetteraussichten für Argentinien haben die Chicagoer Sojanotierungen in den roten Bereich gedrückt. Der schwache Sojakomplex führte auch bei Weizen und Mais zu Notizverlusten. An der Matif gaben Weizen und Raps ebenfalls leicht nach. Rohöl bot ein durchwachsenes Bild mit festeren Notierungen für Brent Crude Öl. Die elektronischen Vorgaben aus Chicago deuten heute Morgen erneut eine schwächere Stimmung an den Terminmärkten an.
 
Weizen: Die Weizenmärkte tendierten etwas schwächer. In Chicago und in Paris gaben die Notierungen gleichermaßen nach. An der Matif war das Handelsvolumen äußerst mager. Auslöser für die schwächeren US-Weizennotierungen waren die rückläufigen Sojabohnenkurse und späte Liquidationen der Fonds. Auch an den internationalen Exportmärkten gibt es derzeit wenig Bewegung. Lediglich ein Weizentender Syriens über 100.000 t zum Monatsende steht an.
 
Für eine unterschwellige Unterstützung spricht jedoch die Unsicherheit über die kommende US-Winterweizenernte. Die Auswirkungen der fehlenden Niederschläge in den US-Plains sind nicht zu unterschätzen. Im südlichen Weizengürtel der USA ist die Rede von der größten Trockenheit seit den dreißiger Jahren. In Zentral-Kansas und im nördlichen Oklahoma, den Kerngebieten des Hard-Red-Winterweizen-Anbaus, hat es seit drei Monaten kaum noch oder nicht mehr geregnet.
 
Mais: Auch bei Mais bleibt die Nachrichtenlage dürftig. Gewinnmitnahmen der Fonds, die mageren US-Maisexporte und der schwache Sojakomplex ließen die Chicagoer Maiskurse im roten Bereich schließen. Die Maisanbaufläche in den USA könnte im Frühjahr zudem auf ein neues Rekordhoch von 99 Mio. acres steigen, so die Prognosen. Dies wären 2 Mio. acres mehr als im Vorjahr.
In Paris notierte Mais analog zum Weizen etwas schwächer.
 
Sojakomplex: Der Wetterhahn über Südamerika drehte kurzfristig in eine andere Richtung. Für Argentinien gibt es Chancen auf Regenfälle in den kommenden Tagen. Den aufkommenden Wettermärkten fehlten neue Argumente. Dies löste prompte Gewinnmitnahmen und Liquidationen in Chicago aus. Sojabohnen schlossen zweistellig schwächer, die Sojaschrotnotierungen gaben mehr als 5 US-$/t für den Frontmonat nach. In Zentralbrasilien und in Nordbrasilien sorgen Regenfälle allerdings für Ernteunterbrechungen. Dies beeinträchtigt die frühen Verladungen aus der Ernte heraus und lässt Verzögerungen erwarten.
 
Raps: An der Matif konnten die Rapsnotierungen ihre Tagesschwäche noch weitgehend kompensieren, schlossen aber für die Termine ab Mai mit einem leichten Minus. Der Februar konnte sich dagegen behaupten. Für Februar kamen technische Einflüsse durch Glattstellungen ins Spiel, denn der Frontmonat läuft zum Monatsende aus. Im Markt rechnet man aus dem Februar-Kontrakt mit weitaus größeren physischen Andienungen als üblich. An den physischen Märkten werden die Notierungen bereits verstärkt vom Mai abgeleitet. Da der Spread zwischen Februar und Mai an der Matif rund 14 €/t beträgt, erschwert dies die Preisfindung beim Kassamarktgeschäft.
 
Rohöl: Rohöl bot ein durchwachsenes Bild. Kleineren Kursgewinnen für Brent Crude Öl stand ein deutlicheres Minus von WTI-Öl entgegen. In den USA wurde die Förderkapazität der Seaway-Pipeline stark reduziert. Dies ließ Befürchtungen aufkommen, dass die Rohölbestände im US-Andienungsort Cushing wieder kräftig ansteigen könnten. Mit der Pipeline kann Rohöl von Cushing zu den Raffinerien an der Golfküste transportiert werden. Der Internationale Währungsfonds hat zudem seine globale Wachstumsprognose für das Jahr 2013 zurückgenommen. (St)
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