Tageskommentar Rohstoffe: Terminmärkte schießen nach USDA-Zahlen nach oben

Die Flächenschätzung und der vierteljährliche Bestandsreport des USDA haben für ein Kursfeuerwerk an den Warenterminmärkten gesorgt. In Chicago stiegen die Maisnotierungen sogar bis ins Limit up. Auch Weizen und der Sojakomplex legten erheblich zu. An der Matif stiegen die Rapsnotierungen bis in den zweistelligen Bereich, Weizen und Mais profitierten ebenfalls mit kräftigen Kursgewinnen. Rohöl blieb Nebensache und legte leicht zu. Die feste Stimmung scheint sich zum Wochenanfang fortzusetzen.  
 
Weizen: In Chicago legte Weizen auf allen Termin kräftig zu, für den Frontmonat sogar knapp 18 US-$/t. In seinem neuen Report hat das USDA die gesamte US-Weizenfläche zwar etwas größer ausgewiesen, doch vor allem der unerwartete Rückgang der Sommerweizenflächen von 3 Prozent über dem Vorjahr ließ die Weizenkurse nach oben schießen. Auch die 16 Prozent kleineren US-Weizenbestände zum 1. März sorgten für Stimmung bei den Chicagoer Weizenhändlern.
 
An der Matif sprangen die Weizenkurse mit dem Einfluss aus Übersee bis zu 7,50 €/t nach oben. Der Markt tendierte allerdings schon vor etwas fester, denn Coceral hat die Schätzung für die europäische Getreideernte zurückgenommen. Die Handelsorganisation geht nur noch von einer Weizenernte von 127 Mio. t für die EU aus. Für Deutschland rechnet sie nur mit einer Weizenernte von 22,4 Mio. t, die damit noch kleiner als im Vorjahr ausfallen würde. Für Spanien prognostiziert Coceral aufgrund der Trockenheit einen Einbruch der Getreideernte von 20 Prozent.
 
Mais: Bei Mais schossen die Kurse für den Frontmonat 15,75 €/t und damit bis zu den höchstmöglichen täglichen Kurssteigerungen nach oben. Obwohl das USDA mit 95,9 Mio. acres die größte US-Maisanbaufläche seit 75 Jahren erwartet, sorgten die kleineren Maisbestände in den USA für das Kursfeuerwerk. Die Bestände sind zum 1. März gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent zurückgegangen und wurden deutlich kleiner als erwartet ausgewiesen. Analysten sehen in den kleineren Beständen ein Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nach Mais trotz der hohen Preise weiterhin stetig ist. Sie halten US-Endbestände auf historisch niedrigem Niveau für wahrscheinlich.
In Paris schoben sich die Maiskurse mit festem Weizen und den Chicagoer Vorgaben bis 4,50 €/t nach oben.
 
Sojakomplex: Mit nur 73,9 Mio. acres fiel die Schätzung für die US-Sojabohnenfläche wesentlich kleiner aus, als im Markt erwartet wurde. Auch die US-Quartalsbestände wurden etwas niedriger ausgewiesen, als man im Vorfeld vermutet hatte. Die bullische Flächenschätzung mündete in Notizgewinnen von über 18 US-$/t für Sojabohnen. Bei Sojaschrot fiel der Kursanstieg für den Wintertermin mit fast 20 US-$/t noch höher aus. Berechnungen von Analysten zufolge hätte die US-Sojabohnenanbaufläche um etwa 4 Prozent ausgedehnt werden müssen, um das schrumpfende globale Sojaangebot im Zuge der niedrigeren südamerikanischen Sojabohnenernten auszugleichen. Die offenen Positionen für Sojabohnen erhöhten sich in Chicago sprunghaft um 31.000 Kontrakte. China hat zudem signalisiert, dass seine Sojabohnenimporte in dieser Saison auf 57 Mio. t anwachsen könnte. Dies wäre ein Anstieg von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  
 
Raps: Unmittelbar nach der USDA-Schätzung lösten sich die Rapsnotierungen an der Matif von den roten Vorzeichen und sprangen bis zu 10 €/t nach oben. Sie schlossen 15 €/t über den Tagestiefs. In Winnipeg war die Reaktion noch ausgeprägter, die Canola-Kurse schlossen um die 19 Can-$/t im Plus.
 
Rohöl: Bei den turbulenten Agrarbörsen verkam Rohöl zur Nebensache. Sowohl Brent Crude Öl als auch WTI-Rohöl schloss nach positiven Konjunkturdaten aus den USA mit einem leichten Plus. Es scheint so, dass die Freigaben von strategischen Ölreserven immer wahrscheinlicher werden. Neben den USA, Großbritannien und Frankreich sollen auch Japan und Südkorea ähnliche Maßnahmen ins Auge fassen. Die USA will die Sanktionen gegen den Iran weiter verschärfen. (St)
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