Tageskommentar Rohstoffe: Terminmärkte schließen überwiegend freundlich


Die Agrarterminmärkte boten im Gegensatz zu den anderen Commodities weitgehend ein freundliches Bild. Die Weizen- und Maisnotierungen an der Chicagoer Börse zogen an. Dagegen musste Weizen an der Matif nach den jüngsten Regenfällen leichte Verluste einstecken. Der Sojakomplex notierte nach der vorangegangenen Rallye schwächer. Raps drehte sich nach schwachem Start in den grünen Bereich. Rohöl gab leicht nach.  
 
Weizen: An der Matif dürften die Regenfälle vom Wochenende und die Aussicht auf weitere Niederschläge die Kurse etwas unter Druck gesetzt haben. Der Mai notierte 1,50 €/t schwächer, für die neue Ernte fielen die Kursverluste etwas größer aus. Nach dem EU-Crop-Monitor hat sich in Spanien und Portugal nach den Regenfällen das Trockenheitsszenario entspannt. Auch in Frankreich und Großbritannien ist die die Wasserversorgung der Getreidebestände besser geworden. In Ostdeutschland und Tschechien sind dagegen in den vergangenen Wochen nur unterdurchschnittliche Regenmengen gefallen und es besteht weiter ein Feuchtigkeitsdefizit.
 
An der Chicagoer Börse notierte Weizen etwas fester. Die Kurse bewegen sich seit ein paar Tagen auf und ab und lassen keine neuen Tendenzen erkennen. Die Fonds haben in der Vorwoche ihre Rekord-netto-Shortpositionen weiter ausgebaut. Die wöchentliche Bonitierung der US-Winterweizenbestände war nur unwesentlich verändert. Die US-Sommerweizenaussaat ist im Gegensatz zu anderen Jahren weit fortgeschritten.
Indien rechnet mit einer Rekordweizenernte von 90,2 Mio. t und einem Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit dürfte Indien erneut Weizen für den Export übrig haben.
 
Mais: In Chicago halten sich die Gerüchte über Maiskäufe Chinas in den USA hartnäckig und brachten die Maisnotierungen wieder in den Aufwind. Die Vortagsverluste konnten mehr als kompensiert werden. Auch Spreadgeschäfte gegen Sojabohnen gaben Unterstützung.
China hat im März 472.000 t Mais importiert. Damit summieren sich die Maiseinfuhren Chinas im ersten Quartal dieses Jahres auf 1,74 Mio. t.
An der Matif hielten sich die Maisnotierungen im Gegensatz zu den Weizenfutures im grünen Bereich.
 
Sojakomplex: In einer Gegenreaktion auf die Rallye vom vergangenen Freitag gab der Sojakomplex nach. Für  Sojaschrot fielen die Notizverluste mit rund 7US-$/t für die alte und fast 9 US-$/t für den Winter deutlich stärker nach als für Sojabohnen. Die Sojabohnenkurse wurden auch durch Spread- Handel zwischen Mais und Sojabohnen belastet. Im Nachhinein gibt es erste Erklärungsansätze für die Rallye am vergangenen Freitag. Als Gründe für den Preissprung werden Optionsgeschäfte und Gerüchte über Einschränkungen Brasiliens bei der Sojabohnenausfuhr genannt. Die brasilianische Regierung hat Letzteres allerdings bereits dementiert. Auf den frühen Standorten der USA hat die Aussaat von Sojabohnen eingesetzt.
 
Raps: An der Matif standen die Rapsnotierungen zunächst noch im Zeichen von Gewinnmitnahmen und eröffneten schwächer. Im Tagesverlauf drehten sie sich ins Plus und schlossen mit Kursgewinnen von 3,75 €/t für den Mai. Die EU-Kommission geht ebenfalls von einer unterdurchschnittlichen Rapsernte in der EU aus. Nach dem EU-Crop-Monitor lassen sich in Europa im Schnitt nur Erträge von 2,88 t/ha erwarten. Die Bestände in Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien haben stark unter Wassermangel gelitten. Auch für Deutschland rechnet die EU-Kommission nur noch mit einem Durchschnittsertrag von 3,36 t/ha.
In Winnipeg gab Canola mit schwächeren Sojakursen leicht nach. Heute gibt es eine erste aussagefähige Anbauschätzung für die kommende Rapsaussaatfläche in Kanada. Die erste Trendmeldung ging bisher von einer Anbauausdehnung von fast 14 Prozent auf 20,6 Mio. acres (8,34 Mio. Hektar) aus.  
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen gaben etwas nach. Ein festerer US-Dollarkurs, enttäuschende Konjunkturdaten aus der Eurozone und eine rückläufiger Ölnachfrage aus China war die Einflussfaktoren. (St)
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