Tageskommentar Rohstoffe: Terminmärkte starten nach Ostern durchwachsen


Die Chicagoer Börse notierte zum Wochenstart den Weizen etwas fester. Dagegen gaben Sojabohnen und Mais nach. Die Rohölnotierungen schlossen ebenfalls mit roten Vorzeichen. An der Matif fand am Ostermontag kein Börsenhandel statt. Vor den Feiertagen verbuchten Weizen und vor allem Raps weitere Notizgewinne. Heute richtet sich der Fokus des Marktes auf den neuen USDA-Report.
 
Weizen: Die Chicagoer Weizennotierungen schlossen mit leichten Notizgewinnen. Shortabdeckungen und Befürchtungen über Schäden an den gut entwickelten US-Weizenbeständen durch einen Kälteeinbruch bestimmten die Börse. Hinzu kamen kleinere Positionsbereinigungen vor dem heutigen USDA-Report.
Die Matif hatte am letzten Handelstag der Vorwoche den Weizen bis zu 2,25 €/t höher notiert. In Westeuropa hat es zwar geregnet und die Wetteraussichten sind wechselhaft , doch die Niederschlagsmengen dürfen kaum ausgereicht haben, um die Bodenfeuchtigkeit in den trocken Gebieten nachhaltig anzuheben.
 
Ägypten hat 138.000 t Soft-Red-Winterweizen in den USA gekauft. Der in Chicago notierte 'Soft-Red' ist in der Regel von schwächerer Qualität. Tunesien hat einen Tender über 75.000 t Weichweizen und 25.000 t Durum eröffnet.
 
Mais: Bei Mais dürften Position-Bereinigungen vor dem USDA-Report die Chicagoer Notierungen unter Druck gesetzt haben. Vor allem die alte Ernte notierte schwächer. Man spricht allerdings davon, dass mit den stark angezogen Sojabohnenpreisen doch noch die eine oder andere Fläche in den USA statt mit Mais mit Sojabohnen bestellt werden könnte. Der heutige Report wird nach Einschätzung der Analysten eine Reduzierung der US-Endbestände ausweisen.
An der Matif punktete Mais vor den Feiertagen mit Kursgewinnen bis zu 3,75 €/t.
 
Sojakomplex: Sojabohnen und Sojaschrot starteten etwas schwächer in die neue Woche. Vor den Feiertagen hatten die Bohnenkurse allerdings deutlich und mehr als 5 US-$/t zugelegt. Vor allem die US-Exportzahlen von 1,1 Mio. t der Vorwoche waren beeindruckend. Heute steht die Bewertung der südamerikanischen Sojabohnenernten im neuen USDA-Bericht im Mittelpunkt des Interesses. Das USDA-Büro in Brasilien hat die brasilianische Sojabohnenernte auf 66 Mio. t taxiert und liegt damit groben in Linie mit anderen Einschätzungen. Aufgrund der hohen Sojabohnenpreise erwarten die US-Diplomaten einem deutlichen Anstieg des brasilianischen Sojaanbaus in der kommende Saison.
 
Raps: Mit Kursgewinnen von bis zu 5,50 €/t zeigte Raps an der Matif zuletzt weiter ansteigende Tendenz. Die Notierungen für den Mai durchbrachen die 500 € Linie und schlossen bei 504 €/t.
In Winnipeg zogen die Canola-Notierungen nach dem vorangegangenen durchwachsen Börsenschluss mit überschaubaren Kursgewinnen an.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen gaben etwas nach und einen Teil ihrer Vortagsgewinne wieder ab. Die Tendenz bleibt trotz der Schwankungen unverändert. Der Iran hat neue Gesprächsbereitschaft im Atomstreit mit dem Westen signalisiert. (St)
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