Tageskommentar Rohstoffe: Terminmärkten fehlen neue Impulse

Den Getreide- und Ölsaatenmärkten fehlen Anregungen. Die Nachrichtenlage war dünn und der Markt war zum Teil noch mit der Analyse des USDA-Reports beschäftigt. Die Terminmärkte blieben ohne neue Impulse, aber die Einflüsse der schwächeren Commodities hielten sich in Grenzen. Weizen gab etwas nach. Mais konnte sich gerade so behaupten. Der Sojakomplex setzte sich dagegen mit leichten Kursgewinnen ab. Raps schloss im roten Bereich. Rohöl notierte ebenfalls schwächer.
 
Weizen: Die Nachwirkungen des bärischen USDA-Report drückten die Stimmung beim Weizen-Terminhandel. In Chicago notierten die Weizenfutures mit Ausnahme des Frontmonates etwas schwächer. Ein festerer US-Dollarkurs belastete die Kurse zusätzlich.
An Matif bewegte sich Weizen nur wenig, die Kurse schlossen bei einem leichten Minus knapp behauptet.
 
Mais: Die Maisnotierungen Chicago konnten sich bei einem schwachen externen Umfeld zumindest behaupten. Unterstützung bekamen die Kurse von Anzeichen eines Wettermarktes in Südamerika. Dort prognostizieren die Wetterfrösche für die kommenden zehn Tagen stressiges Wetter für die Maisbestände. Stärkere Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht könnten den Mais in der Blütephase negativ beeinflussen, wird befürchtet.
An der Matif schloss Mais bei lebhafterem Geschäft mit einem leicht schwächeren Unterton.
 
Sojakomplex: Sojabohnen und Sojaschrot drehten sich nach schwachem Start noch ins Plus, als die Verkaufswelle der Fonds nachließ. Der CoT-Report weist in Chicago einen deutlichen Anstieg der Short-Positionen für den Sojakomplex aus. Dies könnte zumindest teilweise den Anstieg der offenen Positionen bei den Sojabohnenfutures erklären. Der Markt beschäftigte sich noch mit der Analyse des USDA-Reports. Darin wird die  kommende brasilianische Sojabohnenernte 75 Mio. t ausgewiesen. Die Conab, als brasilianischem Pedant zum  USDA, erwartet nur 71 Mio. t. Die Conab-Zahlen gelten als realistischer. China will seine Sojabohnenimporte erstmals seit vielen Jahren zurückfahren und rechnet nun noch mit Einfuhren von 52,6 Mio. t. Das USDA geht dagegen von 4 Mio. t höherer Bohnenimporten Chinas aus.  
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif standen während der ganzen Sitzung unter Druck und gaben bis zu 3,25 €/t nach. Das späte Plus bei Sojabohnen kam für den Raps in Paris zu spät. Unterschwellig könnten auch die schwächeren Rohölnotierungen belastet haben.
In Winnipeg hielten sich die Canola-Notierungen nur im vorderen Bereich mit einem leichten Plus.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen gaben bis zu 1,60 US-$/Barrel nach. Ein festerer US-Dollarkurs, gedrückte Aktienmärkte, schwache Konjunkturdaten aus vielen Schwellenländern und vor allem die ungelöste Euro-Krise sorgen für Druck. Die Finanzmärkte bewerten das Ergebnis des EU-Gipfels äußerst skeptisch und sehen keine nennenswerte Fortschritte bei der Lösung der europäischen Schuldenkrise. Die Ratingagentur Moody’s hat der Eurozone zudem mit einer kritischen Überprüfung der Bonität gedroht. (St)
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