Tageskommentar Rohstoffe: Trockene Witterung in den USA stärkt den Weizen


Weizen blieb gestern sowohl in Chicago wie in Paris weiterhin fest gestimmt. Die Witterungsbedingungen in den USA lieferten Bedenken für die kommende Ernte. Mais schloss in Chicago nahezu unverändert, in Paris konnte er ebenfalls nur kleinere Gewinne verbuchen. Der Sojakomplex büßte einen Teil seiner Festigkeit wieder ein. Raps lag gestern noch voll im Trend des festeren Sojakomplexes vom Vortag. Der US-Haushaltsstreit beeinflusst den Rohölpreis.
Heute Morgen tendiert die elektronische Börse in Chicago uneinheitlich. Sojabohne und Schrot sehen wieder grünes Licht. Weizen hat leicht rote Vorzeichen. Uneinheitlich bewertet sind Mais und Sojaöl.

Weizen: Chicago, Kansas City und Minneapolis schlossen den gestrigen Tag mit kleinen Gewinnen und bewegten sich den ganzen Tag in positivem Territorium. Feste Kassamärkte und die unkomfortablen Witterungsbedingungen in den westlichen Plains lieferten weiterhin Unterstützung für den Weizenfuture. Die flaue Exportnachfrage geriet vor dem Hintergrund der möglichen schwachen Versorgung mit Winterweizen im kommenden Jahr in den Hintergrund. Wesentliche Niederschläge werden in den kommenden zwei Wochen nicht erwartet, und auch die Temperaturen sollen höher bleiben als in normalen Jahren. In den östlichen Anbaugebieten bleiben die Bedingungen dagegen meistens zufriedenstellend.
In Paris konnte der Weizen noch einmal bis zu 3,25€/t im November 2013 zulegen. Für die vorderen Monate lagen die Gewinne bei 2,75€/t und somit der Januarweizen bei 276,00€/t.

Mais: Chicago-Mais beendete den Tag nahezu unverändert, auch wenn Dezember und März leicht schwächer schlossen. Zunächst verhalf der Weizen dem Mais noch zu etwas Stärke, aber schlussendlich war der Einfluss der wieder abgeschwächten Sojabohne stärker. Der aktuelle Bericht über die Ethanolproduktion in den USA besagt, dass in der vergangenen Woche 803000 Barrels pro Tag gegenüber 811000 in der vergangenen Woche erzeugt wurden. Die totale Produktion belief sich auf 5,62 Mio. Barrels. Der Bedarf an Mais für diese Produktionsrichtung wurde in der vergangenen Woche mit 84,3 Mio. Bushels gegenüber 85,16 in der Vorwoche eingeschätzt. Durchschnittlich 86,64 Mio. Bushels pro Woche wären notwendig, um die Schätzung des USDA für dieses Wirtschaftsjahr von 4,5 Mrd. Bushels zu bestätigen.
Die Gewinne beim Mais in Paris fielen ebenfalls etwas kleiner als beim Weizen aus. Lediglich maximal 1,00€/t waren an der Tagesordnung, auch für den Januar 2013, der mit 256,25 €/t schloss.

Sojakomplex: Der Sojakomplex musste von seinen Gewinnen des Vortages wieder einen Teil abgeben. Die Verluste wurden allerdings durch die relative Festigkeit bei Weizen und Mais limitiert. Darüber hinaus lieferte der Verkauf von 290.000 t Bohnen nach China Unterstützung für den Future. Die Nachfrage liefert weiter gute Argumente für eine feste Stimmung, die Witterungsbedingungen in Südamerika bieten allerdings Widerstand. Bedenken, dass ein niedriger Wasserstand auf dem Mississippi die Versorgung zum Golf von Mexiko schwächen könnte, liefert dem Kassamarkt Argumente für eine festere Tendenz.

Raps: Raps folgte noch einmal den festen Vorgaben des Sojakomplexes vom Vortag. Bis zu 3,25 €/t konnte er im Vergleich zum Dienstag mehr erzielen. So lag der Schlusskurs für Februar 2013 bei 483,25€/t. Canola in Winnipeg preiste bereits die wieder einsetzende Schwäche des Sojakomplexes in Chicago ein und schloss uneinheitlich. Verluste waren ab Juli 2013 zu verbuchen. Die vorderen Monate lagen nur leicht über den Kursen von Dienstag.

Rohöl: Der US-Haushaltsstreit wurde gestern als Argument für fallende Rohölkurse herangezogen. Heute Morgen soll die Hoffnung auf eine Beilegung des Streits dem Rohöl wieder Unterstützung liefern. (dg)
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