Tageskommentar Rohstoffe: Trockenheit und Hitze beflügeln Weizennotierungen


Die Weizennotierungen an der Matif haben erneut zugelegt. In Chicago gab es nach Shortabdeckungen deutlichere Kursgewinne für Weizen. Die festere Tendenz vom Mais setzte sich fort. Der Sojakomplex profitierte von den Getreidemärkten mit leichten Notizgewinnen. Raps konnte bei rückläufigen Rohölnotierungen das Niveau nicht ganz halten.
 
Weizen: An der Matif hat sich der Preisanstieg der Weizenfutures mit Kursgewinnen von 2,75 €/t für die Termine ab November fortgesetzt. Der November notierte bei 148,50 €/t und hat in zwei Tagen fast 8 €/t zugelegt. Die anhaltende Trockenheit und Hitze machen hinter einer guten europäischen Weizenernte inzwischen ein Fragezeichen. Mit über 21.000 gehandelten Kontrakten war das Volumen erneut sehr hoch, lag aber etwas unter dem Rekord des Vortages. Neben klassischen Hegdegeschäften der europäischen Verarbeiter sollen sich verstärkt Fondsgesellschaften an der Matif engagieren. Anders lässt sich das große Handelsvolumen von 2,3 Mio. t in nur zwei Tagen kaum erklären.
Die EU-Exportlizenzen für Weichweizen blieben diese Woche mit 158.000 t unterdurchschnittlich, Deutschland war mit 27.000 t daran beteiligt.
In Chicago legten die Weizennotierungen erneut deutlicher zu. Die Kursgewinne von 7 US-$/t resultierten weniger aus fundamentalen Gründen, sondern aus größeren Shortabdeckungen der Fondsgesellschaften. Die spekulativen Fonds waren zuletzt rund 64.000 Kontrakte netto-Short und es war nur eine Frage der Zeit, wann größere Glattstellungen eine zumindest kurzfristige Weizenrallye in Chicago auslösen würden.
 
Mais: Auch am Tag nach der US-Flächen- und Bestandsschätzung stiegen die Maispreise in Chicago an. In nur zwei Tagen legten sie über 15 US-$/t zu und haben eine rasante Kehrtwendung von den Tiefstständen vollzogen. Obwohl Händler wieder Aufwärtspotenzial für den Mais sehen, lässt sich charttechnisch noch keine Trendwende erkennen. Die Maiskurse haben lediglich ihr Niveau von Mitte Juni wieder erreicht. Der gestoppte Preisverfall dürfte in erster Linie psychologische Wirkung haben, denn die Maisbestände bleiben in den USA komfortabel und es wächst eine gute Maisernte heran.
An der Matif legten die Maiskurse 2,75 €/t für beiden vorderen Termine zu. Der August notierte bei 162 €/t.
 
Sojakomplex: Die Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen profitierten von den festeren Getreidemärkten und verbuchten moderate Notizgewinne. Bei fehlenden neuen fundamentalen Daten scheint sich der Markt kurzfristig stabilisieren zu wollen. Die Einflüsse eines schwächeren US-Dollarkurses und rückläufigen Rohölnotierungen hoben sich auf. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 715.000 t Sojabohnen waren ordentlich, zumal noch 264.000 t auf die alte Kampagne entfielen.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif bewegen sich auf hohem Niveau seitwärts und schlossen etwas schwächer. Schwächere Rohölnotierungen drücken auf die Rapspreise. Die enge europäische Rapsbilanz sollten weitgehend eingepreist sein. Ohne  gravierende externe Einflüsse dürfte erst wieder die Rapsernte neue Impulse bringen.
In Winnipeg fielen die Canola-Notierungen feiertagsbedingt aus.
 
Rohöl: Nach etwas stärkeren Verlusten fielen die Rohölnotierungen der Nymex für August unter 73 US-$/Barrel. Schlechtere Konjunkturdaten aus China und den USA und gedrückte Aktienmärkte gelten als Auslöser. Der schwächere US-Dollarkurs brachte keine unterstützende Wirkung. In den vorangegangenen Wochen hatten rückläufige Dollarkurse in der Regel postwendend zu Kursgewinnen an den Rohölmärkten geführt. Der Hurrikan Alex hat sich abgeschwächt und stellt keine Gefahr mehr für die Förderanlagen im mexikanischen Golf dar (St)
 
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