Tageskommentar Rohstoffe: US-Fiskalklippe belastet Terminmärkte nicht mehr


Die USA haben sich in letzter Minute auf einen Kompromiss beim Haushaltstreit geeinigt und die gefürchtete Fiskalklippe umschifft. Damit sind die Terminmärkte zumindest eine Hypothek beim Start ins neue Jahr los. Die vorbörslichen Vorgaben aus Chicago lassen heute Morgen noch keine klare Linie erkennen. Der Druck auf Ölsaaten scheint erst einmal anzuhalten. Vor dem Jahreswechsel war der Handel an den Terminmärkten äußerst ruhig. Die Chicagoer Maisnotierungen deuteten eine etwas stabilere Tendenz an. Die Weizenkurse an der Matif konnten sich etwas fangen. Die Rapskurse erholten sich am letzten aktiven Handelstag an der Matif. Rohöl zeigt mit dem Ende der leidigen US-Haushaltsdebatten wieder festere Tendenzen.
 
Weizen: An der Chicagoer Börse ließen kleinere Liquidationen der Fondsgesellschaften die Weizennotierungen vor dem Jahreswechsel nur knapp behauptet schließen. Am Vortag hatten Shortabdeckungen für etwas festere Kurse gesorgt. Das Chartbild für den Chicagoer Weizen ist zwar schwach, doch die anziehenden Weizenexporte aus den USA könnten die Notierungen stützen. In der Vorwoche fielen die wöchentlichen US-Exportzahlen mit 1 Mio. t Weizen seit langem wieder beeindruckend aus. Der Markt rechnet vor allem im ersten Quartal dieses Jahres mit lebhaften Weizenexporten aus den USA. In Paris verabschieden sich die Weizennotierungen mit einem leichten Plus aus dem alten Jahr. Der Januar-Weizenkontrakt an der Matif läuft am Donnerstag kommender Woche aus und Glattstellungen könnten kurzfristig für stärkere Preisturbulenzen sorgen.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago zeigten zuletzt stabilere Tendenzen. Sie schafften aber noch nicht den Sprung über die Hürde von 7 US-$/Bushel (276 US-$/t). Analysten rechnen damit, dass der Maishandel in Chicago positiv auf die Beseitigung der US-Fiskalklippe regieren wird. Allerdings bleiben die schwachen Nachfragezahlen ein dämpfender Faktor. So lagen die US-Exportzahlen der Vorwoche gerade einmal bei 104.000 t Mais. An der Matif legten die Maisnotierungen im alten Jahr 4,25 €/t zu, bei allerdings äußerst magerem Handelsvolumen.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex verabschiedete sich wechselhaft aus 2012. Der extreme Druck der Vortage hat sich zwar zuletzt etwas abgemildert, doch gute Wetterbedingungen für weite Teile Brasiliens und die Aussichten auf etwas trockeneres Wetter in Argentinien dürften den Preisspielraum nach oben erst einmal begrenzen. Die Positionsbereinigungen im alten Jahr haben sich auf Schrot stärker niedergeschlagen als auf die Bohnen denn in Chicago gaben die Schrotkurse nach Weihnachten mehr als 15 US-$/t nach. Bei Sojabohnen bleibt China trotz der jüngsten Stornierungen auf der Käuferseite und hat vor Jahresschluss noch einmal 165.000 t Sojabohnen in den USA geordert. Weitere 170.000 t Bohnen konnten die Amerikaner an unbekannte Destinationen absetzen.
 
Raps: Raps setzte zum Jahresschluss seinen sehr sprunghaften Kursverlauf fort. Mit einem Plus von bis zu 9,75 €/t konnten die Notierungen der Matif die vorangegangen Kursverluste teilweise kompensieren und sich etwas erholen. Bei dem jüngsten Durcheinander lassen sich keine Tendenzen erkennen und der Sojakomplex dürfte erst einmal die weitere Richtung vorgeben.
 
Rohöl: Mit dem Kompromiss über den kommenden US-Haushalt haben sich auch die Rohölnotierungen befestigt. Die drohende Rezessionsgefahr scheint es einmal gebannt zu sein. Die USA sind immerhin der größte Ölverbraucher der Welt. Auch positive Konjunkturdaten aus China ließen die Stimmung bei den Anlegern wieder steigen. Die Ölproduktion der OPEC-Länder ist Agenturberichten zufolge zudem auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten gesunken. (St) 
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