Tageskommentar Rohstoffe: US-Mais setzt Kursanstieg fort

Die enge Maisbilanz in den USA brachte den Chicagoer Maisnotierungen weitere Kursgewinne. Auch die Weizenkurse konnten davon profitieren. An der Matif schloss Weizen dagegen schwächer. Im Sojakomplex gab es eine Korrektur auf hohem Niveau. Raps und Rohöl notierten schwächer.
 
Weizen: Die Weizennotierungen schlossen hüben und drüben mit unterschiedlichen Vorzeichen. In Chicago gab es ein leichtes Plus und der Weizen profitierte von den festeren Maisnotierungen. Der Rücktritt des ägyptischen Präsidenten löste spekulative Käufe in Chicago aus. An der Matif schlossen die Weizennotierungen 3 €/t im Minus.
Ägypten hat einen Tender von 170.000 t mit jeweils 55.000 t Weizen aus den USA und Australien sowie 60.000 t aus Kanada gefüllt. Seit Anfang Juli hat Ägypten nach offiziellen Angaben 4,8 Mio. t Weizen importiert. Tunesien hat einen Tender über 50.000 t Weizen eröffnet.
 
Mais: Die enge US-Maisbilanz und größere Frostschäden in Mexiko lösten Fondsverkäufe und eine späte Rallye der Maisnotierungen in Chicago aus. Die Kurse schlossen 3 US-$/t fester und mit 278 US-$/t erstmals über 700 Cents/ Bushel. Analysten sehen Chancen, dass die Chicagoer Maiskurse sogar bis auf das Allzeithoch von 765 Cents/Bushel steigen könnten. In Mexiko müssen rund 300.000 ha Mais nach Frostschäden neu eingesät werden.
An der Matif notierte der Frontmonat neutral, der Folgetermine mit einem leichten Minus.
 
Sojakomplex: Mit ein Minus von über 6 US-$/t für die Bohne und von knapp 5 US-$/t für Schrot setzte der Sojakomplex seine Korrekturphase des Vortags fort. Long-Liquidationen und Gewinnmitnahmen drückten auf die Kurse. Ein festerer US-Dollarkurs und Mutmaßungen, dass die brasilianischen Sojabohnen konkurrenzfähiger gegenüber den US-Bohnen werden könnten, belasteten zusätzlich.
Das Wetter in Südamerika ist vorteilhaft für die Sojabohne. Die ersten Sojabohnenerträge in Brasilien fallen höher als erwartet aus. Die infrastrukturellen Kosten beim brasilianischen Sojabohnenanbau sind allerdings erheblich. So ist der Bohnen-Transport vom Mato Grosso zu den Exporthäfen teurer als die Fracht von der US-Ostküste nach China.
 
Raps: Mit schwächeren Sojanotierungen und etwas rückläufigem Rohöl gaben die Rapskurse an der Matif zwischen 1,50 und 2,25 €/t nach.
In Winnipeg gab es nach größeren Verkäufen der Fonds eine deutlichere Korrektur und die Canola-Notierung für März gab über 11 Can-$/t nach.
 
Rohöl: Der Rücktritt Mubaraks sorgte für eine kurze Beruhigung an den Rohölmärkten und die Notierungen gaben etwas nach. Der Kursrückgang fiel unterschiedlich aus. Während Brent Crude Öl nur geringfügig schwächer notierte und sich über 101 US-$/Barrel hielt, gaben die WTI-Notierungen an der New Yorker Börse stärker nach und fielen unter 86 US-$/Barrel. (St)
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