Tageskommentar Rohstoffe: USDA Report drückt Weizen- und Maiskurse


Weizen und Mais gaben gestern in Chicago wie in Paris nach dem USDA Bericht deutlich nach. Die hohen Endbestände beim Mais zogen den Weizen mit nach unten. Soja dagegen konnte zulegen. Hier fallen die Endbestände etwas geringer aus als erwartet. Raps in Paris musste ebenfalls Verluste einstecken. Rohöl gibt weiter nach.

Weizen: Aggressive Verkäufe bei Mais und ein Mangel an Neuigkeiten für eine Nachfrage hielt die Verkäufer im Laufe des Tages aktiv. Die Weizenkurse in Chicago mussten auf alle Termine deutliche Verluste hinnehmen. Der Kassamarkt für den Hard Red Winter zeigte ebenfalls Schwäche, die Ernte in Kansas ist zu 53 Prozent eingebracht, verglichen mit acht Prozent im vergangenen Jahr und vier Prozent im 20-Jahres-Durchschnitt. Eigentlich sollte die gestrige Schätzung des USDA unterstützend auf die Weizenkurse wirken. Die Produktion war zwar etwas größer als erwartet, aber die geringeren Endbestände für 2012 /13 hätten stärkend wirken können. Das Landwirtschaftsministerium schrieb die Winterweizenproduktion bei 1,68 Mrd. Bushel fest, verglichen mit 1,69 Mrd. Bushel im Mai und 34 Mio. Bushel über den Erwartungen. Die gesamte Weizenproduktion wurde bei 2,23 Mrd. Bushel festgeschrieben und damit 12 Mio. Bushel über den Erwartungen, verglichen mit 2,25 Mrd. Bushel im Mai. Die US-Endbestände für 2011 /12 wurden auf 728 Mio. Bushel festgelegt und damit 25 bis 30 Mio. Bushel unter den Erwartungen und unter den Schätzungen von 768 Mio. im vergangenen Monat. Für das Wirtschaftsjahr 2012/13 liegen die Endbestände bei 693 Mio. Bushel, verglichen mit 735 Mio. im Mai. Dies würden die niedrigsten Endbestände seit 2008 /09 sein. Die Weltendbestände für 2011 /12 liegen laut USDA bei 195, 56 Mio. Tonnen verglichen mit 197, 03 Mio. t im Mai. Für 2012 /13 wurden sie auf 185,8 Mio. t im Vergleich zu 188 Mio. t im Mai geschätzt. Auch diese Endbestände wären die niedrigsten sei 2008 /09. Weizen in Paris passte sich gestern der Entwicklung in den USA an und schloss bis zu 4,00€/t schwächer.

Mais: Auch der Maisfuture musste gestern nach der neuen bearishen Schätzung deutliche Verluste einstecken. Aggressive Verkäufe schwächten den Markt deutlich. Weitere erwartete Regenfälle unterstützten diese Entwicklung. Das USDA schrieb die Endbestände für 2011 /12 auf 851 Mo. Bushel und damit 25 Mio. über den Erwartungen, allerdings unverändert zum Vormonat fest. Für das Wirtschaftsjahr 2012 /13 wurden 1,88 Mrd. Bushel wie im Mai festgehalten, aber 1,7 Mrd. höher als erwartet. Eine bessere Nachfrage ist nicht bekannt und ein Rekordertrag von 166 Bushel /acre wurde vorausgesagt. Diese Daten waren für den Handel dann doch eine Überraschung zumal der wöchentliche Ernteeinschätzung zeigte, dass nur 66 Prozent der Ernte als gut bis exzellent eingestuft sind im Vergleich zu 72 Prozent in der vergangenen Woche und 69 Prozent im vergangenen Jahr. Der Ertrag im vergangenen Jahr lag bei 147 Bushels und der 20 jährige Trend bei 160,5. Die weltweiten Endbestände für 2011 /12 kommen auf 129, 19 Mio. Tonnen verglichen mit 127,56 Mio. im vergangenen Monat. Die neue Ernte wird auf Endbestände in Höhe von 155,74 Mio. Tonnen geschätzt, im Mai waren es 152,34 Mio. t. Die Produktion in China wurde um 2 Mio. t höher und damit auf 195 Mio. t korrigiert. In Paris schloss der Mais moderat schwächer.

Sojakomplex: Die Julibohne konnte nach dem USDA Bericht moderat zulegen. Auch der November schloss fester, obwohl mehr Regen und weniger Hitze prognostiziert waren. Generell wirkte sich der Report leicht stärkend auf den Sojakomplex aus. Die Sojabohnenendbestände für 2011 /12 wurden auf 175 Mio. Bushels geschätzt, was unter den Erwartungen von 195 Mio. und unter den 210 Mio. im vergangenen Monat lag. Für 2012/13 liegen die Endbestände jetzt bei 140 Mio. Bushels. Im Mai waren es 145 Mio. gewesen. In dem wöchentlichen Erntebericht werden 60 Prozent der Sojabohnen als gut bis exzellent eingestuft, vergangene Woche waren es 65 Prozent, 67 in 2011. Der Zehn- Jahresschnitt liegt bei 66 Prozent. Die Weltendbestände für 2011/12 kommen auf 53, 36 Mio. t verglichen mit 53,24 Mio. t im Mai, 2011 waren es 70 Mio. t. Die Nachfrage aus China wird etwas höher eingeschätzt, sowie die globalen Schrotexporte. Auch Sojaschrot legte für die vorderen Monate zu. Später überwogen negative Einflüsse. Sojaöl neigte eher zu einer schwachen Tendenz.

Raps: Raps musste gestern in Paris Verluste einstecken. Damit folgte er der Abwärtsbewegung des Rohöls vom Montag. Die Obergrenze lag aber bei 2,50 €/t im August. Auch Canola in Winnipeg gab leicht nach.

Rohöl: Rohöl tendierte gestern uneinheitlich. Die Nordseesorte Brent setzte die Verluste vom Montag fort. US-Rohöl konnte dagegen wieder zulegen. Heute Morgen geben beide Sorten weiter nach. Die Schuldenkrise in der EU und die bevorstehenden Wahlen in Griechenland sind die Auslöser. (dg)
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