Tageskommentar Rohstoffe: Uneinheitliche Tendenzen an den Börsen

Den Märkten fehlen im Moment die Neuigkeiten. Das Handelsvolumen in Chicago war gestern generell klein. Während Weizen und Mais in Chicago den schwachen Weg des Vortages weiter beschritten, setzten Sojabohnen und Sojaschrot zu einer Gegenbewegung an. In Paris gab es auch kein einheitliches Bild. Weizen legte leicht zu, Mais gab leicht, Raps deutlicher nach. Rohöl bleibt unter einem gewissen Einfluss von Isaac, dem Tropensturm im Süden der USA. Die Preise legten gestern zu. Heute Morgen geben sie wieder leicht nach.

Weizen: Der Dezemberweizen in Chicago schloss gestern bei einem insgesamt geringen Handelsvolumen schwächer. Druck bei Mais und der frühen Sojabohne wirkten sich ebenfalls aus. Verbesserte Bodenbedingungen in den westlichen Prärien sorgten für weitere Schwäche, weil sich Sorgen wegen der Herbstbestellung verflüchtigen.
Ein privater Analyst aus der Ukraine schätzt die ukrainischen Weizenexporte für 2012/13 auf 6,3 Mio. t im Vergleich zu vorangegangenen Einschätzungen von 7,0 Mio. t. Die Zahlen des USDA liegen bei 6,0 Mio. t. Für Freitag sind Gespräche im russischen Landwirtschaftsministerium über die Auswirkungen der Hitze auf die diesjährige Ernte vorgesehen. Es scheint, dass die Weizenproduktion in 2012 mit 40 Mio. t noch niedriger als vor zwei Jahren ausfallen wird. Exportverbote werden im Markt im Moment nicht erwartet, Exportsteuern dennoch nicht ausgeschlossen, um ein Ansteigen der Preise im Inland zu vermeiden. Tunesien und Jordanien zeigen Interesse an Weizentendern für diese Woche. In Paris konnte der Weizen leicht zulegen.

Mais: Auch beim Mais in Chicago war gestern ein geringes Volumen zu verzeichnen. Die Kurse zeigten ebenfalls Schwäche. Gewinnmitnahmen waren noch einmal an der Tagesordnung. Früher Erntedruck kam hinzu. Die Ernte ist zu sechs bis zehn Prozent eingefahren. Mais stand bis zum Schluss der Sitzung trotz des deutlich schwächeren Dollars unter negativen Vorzeichen. In Paris wurde der Kurs um maximal 2,00€/t zurückgenommen.

Sojakomplex: Sojabohnen und Sojaschrot setzten gestern zu einer festeren Gegenbewegung an. Unterstützung erhielt der Markt, weil private Exporte von 110.000t US-Sojabohnen nach China bekannt wurden. Zudem löste Hurrikan Isaac aus, dass Händler am physischen Markt Abdeckungen für den Fall vornahmen, dass die Folgen der Unwetter zu einer Unterbrechung der Versorgungskette in den Exportmärkten führen könnten. Der Tropensturm kann aber auch in den Folgetagen Regen bis in den Mittleren Westen bringen. Das nährt Hoffnungen, dass sich einige Sojabestände noch etwas erholen.

Raps: In Paris folgte der Raps den Vorgaben des Sojakomplexes aus Chicago vom Montag. Bis zu 3,75€/t musste er nachgeben. Canola in Winnipeg setzte die Tendenz des Vortages ebenfalls fort und beendete den Tag mit roten Zahlen.

Rohöl: Tropensturms Isaac bleibt ein bestimmender Faktor für die Bewertung des Rohöls. Knapp 80 Prozent der US-Ölproduktion in der Golfregion wurden geschlossen. Die Verluste des Vortages konnten gestern ausglichen werden. Heute Morgen gibt es schon wieder leicht nach. (dg)
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