Tageskommentar Rohstoffe: Versöhnlicher Wochenausklang am Terminmarkt


Die stabileren Tendenzen an den Terminmärkten haben sich bestätigt. Zum Wochenausklang gab es grüne Vorzeichen bei den Weizen-, Mais- und Sojabohnennotierungen. Auch Raps zeigte sich von seiner freundlicheren Seite. Rohöl schloss dagegen schwächer. Heute ist in den USA der ‚Presidents' Day‘. Die Chicagoer Börse bleibt feiertagsbedingt geschlossen und die europäischen Märkte sind auf sich gestellt.
 
Weizen: Die Weizennotierungen der Matif konnten sich im grünen Bereich halten und schlossen 1,75 €/t fester. Unterstützung gab es allerdings durch die Vorgaben aus Chicago, wo Weizen 3,75 US-$/t zulegte. Dennoch bleibt der Weizen angeschlagen, denn die Notierungen sind hüben wie drüben auf den tiefsten Stand seit mehr als sieben Monaten gesunken.
 
Erwartungen, dass Russland die Kürze als Käufer am Weizenmarkt aktiv wird, dürfen sich positiv auf die Weizennotierungen ausgewirkt haben. Die Rabobank geht davon aus, dass Russland einen Importbedarf von 2,5 Mio. t Weizen haben soll. Das USDA-Büro in Moskau erwartet allerdings 1 Mio. t weniger Importe. Als Lieferländer könnten Frankreich, Litauen und Deutschland infrage kommen, wird spekuliert. Gerüchten zufolge soll Russland bereits 100.000 t Weizen in den USA gekauft haben. Der Kaufpreis soll bei 337 US-$/t cif gelegen haben. Zudem kommen Spekulationen auf, dass China auf der Suche nach Sommerweizen sein soll.
 
Mais: in Chicago hat Mais die schwache Serie von zehn Tagen beendet und schlossen mit leichten Kursgewinnen. Die Unterstützung kam in erster Linie vom festeren Weizenmarkt. Auch die Kassapreise in den USA färbten auf die Terminmärkte ab. Schwächere Rohölnotierungen oder gedrückte Aktienmärkten wurden ausgeblendet. Die Chicagoer Maisfutures gelten zudem als überverkauft und der Markt könnte reif für eine technische Erholung sein. An der Matif beendete Mais seine Negativserie und notierte 1,25 €/t im Pus. In Argentinien hat die Maisernte auf einer geringfügig ausgeweiteten Maisanbaufläche gegenüber dem Vorjahr begonnen. Über Erträge wurden noch nichts bekannt. Die Wetteraussichten für die heranwachsenden Bestände auf den späteren Erntegebieten haben sich verbessert.
 
Sojakomplex: Kleinere Shortabdeckungen vor dem heutigen Feiertag verhalfen den Sojabohnen- und den Sojaschrotnotierungen zu leichten Kursgewinnen. Die Risikobereitschaft war etwas ausgeprägter, denn auch die Stornierung eines 250.000 t-Sojabohnenkaufs durch eine unbekannte Destination wurde ignoriert. Es wird vermutet, dass China dahinter stecken soll.
 
Die Aussichten für die südamerikanischen Bohnenernten verbessern sich. In Zentralbrasilien gibt es allerdings noch erhebliche Ernteverzögerungen. Im Mato Grosso, dem Kerngebiet des brasilianischen Sojabohnenanbaus soll erst 17 Prozent der Bohnen vom Feld sein. Vor den wichtigen brasilianischen Exporthäfen für Agrarprodukte  hat sich der Line up der Schiffe vergrößert. Inzwischen sollen dort Schiffe mit einer Frachtraumkapazität von 6,7 Mio. t auf die Verladung mit Sojabohnen warten.
 
Raps: An der Matif präsentierten sich die Rapsfutures von ihrer freundlicheren Seite und beendeten den Tag mit Kursgewinnen bis zu 1,50 €/t. Das Handelsvolumen war allerdings weit unterdurchschnittlich. Die offenen Positionen stiegen etwas an. Man darf gespannt sein, wie sich die Rapskurse heute ohne Vorgaben von Chicago entwickeln. In Winnipeg gaben die Canola-Notierungen vor dem Wochenende durch Gewinnmitnahmen nach den festen Vortagen nach.
 
Rohöl: Rohöl schloss durchwachsen. Die Notizverluste fielen für WTI-Öl mit einem Minus von 1,45 US-$/Barrel größer aus, als für Brent Crude Öl. Schwache Zahlen der US-Industrieproduktion und von den europäischen Exportmärkten drückten auf die Kurse. Auch kleinere Gewinnmitnahmen sowie die schwächeren Aktienkurse setzen den Rohölnotierungen zu. (St)
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