Tageskommentar Rohstoffe: Volatiles Auf und Ab an den Terminbörsen


Die Kursentwicklung an den Warenterminmärkten gleicht einer Berg- und Talfahrt. Notizgewinne lösen sich mit Verlusten ab. Am stärksten ist die Volatilität im Sojakomplex ausgeprägt, der nach vorangegangenen Notizgewinnen wieder deutlich nachgab. Auch Mais schloss in Chicago mit größeren Verlusten. Die Weizennotierungen in Chicago und in Paris haben sich dagegen nur leicht abgeschwächt. Die Rapskurse konnten sich nicht halten. Rohöl gab geringfügig nach.
 
Weizen: Gegenüber den schwächeren Soja-und Maisnotierungen konnten sich die Chicagoer Weizenkurse knapp behaupten. Das trockene Wetter in den westlichen HRW-Weizenanbaugebieten der USA stützte die Notierungen. Sie profitierten auch von Spread-Handel von Weizen gegen Mais. An der Matif schlossen die Weizennotierungen 1,25 €/t für Januar schwächer.
Die Getreidebörse in Buenos Aires rechnet mit einer argentinischen Weizenproduktion von 12,7 Mio. t und hat ihre vorangegangen Schätzung angehoben. In Australien sind die Wetterbedingungen und die Aussichten für die Weizenernte durchwachsen. Im Osten ist es zu nass. Dort rechnet man allerdings mit guten Erträgen. In den Frühgebieten soll die Weizenqualität allerdings unter dem Wetter leiden.
 
Mais: Bei den Chicagoer Maisnotierungen setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Tage fort. Die Kurse schlossen über 8 US-$/t im Minus. Die spekulativen Fondsgesellschaften sollen in größerem Umfang Positionen aufgelöst und Gewinne mitgenommen haben. An der Börse soll sich nach Kommentaren eine „Verkauf die Rallye-Mentalität“ breitmachen. Andererseits haben die offenen Positionen in vergangenen drei Tagen um über 39.000 Kontrakte zugenommen.
In Paris gab es mit schwächeren Weizennotierungen auch für Mais ein Minus von 1,75 €/t für Januar.
 
Sojakomplex: Die derzeitige Volatilität ist beim Sojakomplex stark ausgeprägt. Nach den Vortagsgewinnen brachen die Sojabohnennotierungen mit einem Minus von 15 US-$/t und die Sojaschrotnotierungen mit minus 10 US-$/t wieder kurzfristig ein. Vor allem die Unsicherheit über die chinesische Geldpolitik belastete den Markt. China hat die Mindestreservesätze für seine Banken erhöht. Börsenhändler befürchten, dass dadurch weniger spekulatives Kapital verfügbar sein und die Liquidität an den Terminmärkten drücken könnte. China ist der weltweit größte Importeur von Sojabohnen sowie Sojaöl und dominierender Nachfragefaktor am Sojamarkt.
 
Raps: An der Matif hielten die Turbulenzen der Rapsnotierungen an und der Februar schloss mit einem Minus von 5,25 €/t deutlich unter den Tageshöchstkursen. Der schwache Sojakomplex färbte ab. Zusätzlich dürften Gewinnmitnahmen die Matifnotierungen belastet haben. Die offenen Positionen sind Ende der Vorwoche um über 2.000 Kontrakte gestiegen.
In Winnipeg schlug sich der schwache Sojakomplex mit Notizverlusten von rund 10 Can-$/t für die Canola-Notierungen nieder. Die spekulativen Fonds lösten long-Positionen auf.
 
Rohöl: Die Anhebung der chinesischen Bankreserven schlug sich auf Rohöl in etwas schwächeren Notierungen nieder. Nach den Lösungsansätzen der irischen Finanzkrise gewinnt der Eurokurs wieder gegen den US-Dollar. Heute Morgen notiert Rohöl wieder mit grünen Vorzeichen. (St)
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