Tageskommentar Rohstoffe: Vor USDA-Report werden Gewinne mitgenommen


Während die Agrarmärkte in Europa am Freitag noch mit einer positiven Tendenz in das Wochenende gingen, herrschte in den USA negative Stimmung vor. Weizen, Mais und der Sojakomplex mussten Federn lassen. Bei Weizen und Mais fehlten in den USA weiter die Exporte, und vor dem morgigen USDA-Report wurden Gewinne mitgenommen. Der Sojakomplex geriet mit in dieses Fahrwasser. Rohöl kann heute Morgen leichte Gewinne zu Beginn der Handelswoche verbuchen.
In Chicago setzt sich heute Morgen die negative Tendenz an der elektronischen Börse für alle Futures fort.

Weizen: Weizen in Chicago und Kansas City musste zum Wochenende Gewinne der Vortage wieder abgeben, konnte sich aber im Gegensatz zu Mais und Soja noch ganz gut halten. Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt in den USA schickten den Dollar in festere Sphären. Wackelige externe Märkte hielten auch die Agrarmärkte im Griff. Leichte Regenfälle in einigen Staaten könnten den Bodenbedingungen helfen. Dennoch bleiben gute Niederschläge von Dezember bis April notwendig. Speziell der Westen bleibt extrem trocken ohne Entlastung in Sicht. Gewinnmitnahmen haben den Future in Erwartung weiterer Kürzungen der Exportnachfrage im kommenden USDA-Bericht zusätzlich geschwächt. In Paris zeigte der Weizen noch eine feste Tendenz. Die Gewinne lagen bei 2,00€/t im März 2013 und bei 1,00€/t im Januar.

Mais: Mais in Chicago musste sich noch einmal der sehr enttäuschenden Exportnachfrage beugen und schloss schwächer. Gewinnmitnahmen bauten neben dem festeren Dollar zusätzlichen Druck auf. Die Kürzung der Exportzahlen im kommenden USDA-Bericht wird nun ziemlich sicher erwartet. Zu Beginn der Sitzung kam noch etwas Unterstützung von den starken Niederschlägen in Argentinien. In den Voraussagen für trockeneres Wetter sahen die Marktteilnehmer dann aber einen möglichen Fortschritt der Aussaat. Die Arbeiten sind zu 55 Prozent gegenüber 69 Prozent im Vorjahr abgeschlossen. In Brasilien werden die Bedingungen als ideal beschrieben. In Paris konnte der Mais noch leichte Gewinne verbuchen: 2,25 €/t im März 2013 und 2,00 €/t im Januar.

Sojakomplex: Die Januarbohne sah zum Wochenende deutliche Verluste. Schwächere externe Märkte, Gewinnmitnahmen und Druck vom Maismarkt waren die Auslöser. Nachfrage aus China mit einem weiteren Geschäft über 115000t für dieses Wirtschaftsjahr gab zwar weitere Argumente für die bullische Seite des Marktes. Der Markt schaut aber schon auf die große südamerikanische Ernte in diesem Jahr. Dies gibt langfristigen Druck. Trockenere Witterungsbedingungen in Argentinien könnte die Aussaat der Bohnen begünstigen. Aber hier sind bisher lediglich 54 Prozent anstatt 69 Prozent im Vorjahr im Boden. Die guten Bedingungen in Brasilien könnte die Ernte von 81 Mio. t auf 81,5 bis 82 Mio. t erhöhen.

Raps: In Paris sah der Raps am Freitag noch positive Zahlen. Bis zu 5,00€/t mehr im Vergleich zum Vortag konnte er für den August 2014 verbuchen. Canola in Winnipeg fügte sich bereits dem Sojakomplex und schloss im negativen Bereich.

Rohöl: Zu Beginn der Handelswoche können die Rohölpreise leichte Gewinne verbuchen. Überzeugende Konjunkturdaten aus China sind die Auslöser. (dg)
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