Tageskommentar Rohstoffe: Wechselhafte Weizenkurse in Chicago


Die Chicagoer Weizennotierungen zeigen zurzeit wenig Linie: Plus und Minus wechseln sich ab. Am Vortag schlossen sie mit Kursgewinnen. Die Weizenkurse an der Matif konnten sich gut halten. Mais notierte ebenfalls fester. Der Sojakomplex drehte sich nach einer schwachen Sitzung noch ins Plus. Raps schloss neutral. Rohöl setzt seinen Kursanstieg fort.
 
Weizen: In Chicago wechseln sich Plus und Minus weiter ab. Nach einem schwachen Vortrag notierte Weizen wieder 4 US-$/t fester. Shortabdeckungen, Technik und eine Gegenreaktion auf den Vortag sollen die Kursgewinne ausgelöst haben.
An der Matif notierte der Weizen vorderen Bereich nur gut behauptet. Die offenen Positionen bauen sich im Hinblick auf den in gut zwei Wochen auslaufenden Märzkontrakt weiter ab.
 
Die Ukraine hat Gerüchte über Exportbeschränkungen von Weizen dementiert. Die Weizenexporte werden nach Einschätzung des ukrainischen Landwirtschaftsministers allerdings auf 300.000  bis 500.000 t im Monat zurückgehen. Laut Agenturmeldungen soll es eine stillschweigende Vereinbarung der Regierung mit den Exporthändlern über eine Reduzierung der Weizenexporte geben. Aufgrund der schlechten Aussaatbedingungen im Herbst und Auswinterungsschäden erwartet die Ukraine nur noch eine Weizenernte von 15 bis 16 Mio. t (Vorjahr 22,3 Mio. t) und einer Getreideernte von 42 bis 50 Mio. t (Vorjahr 56,7 Mio. t).
 
Mais: Nach einer Gegenreaktion auf die Vortagsverluste notierte Mais an der Chicagoer Börse wieder im Plus. Die feste Stimmung für die Commodities waren hilfreich. Die Markteinschätzungen fokussierten sich auf Spekulationen über die Ergebnisse der morgigen US-Outlook-Konferenz und Hochrechnungen auf eine mögliche Rekord- und Maisernte in den USA.
Nach kleineren Kursgewinnen konnten sich die Maisnotierungen an der Matif wieder fangen.
 
Sojakomplex: Wie schon am Vortag löste sich der Sojakomplex von den zwischenzeitlich roten Vorzeichen und drehte sich noch soeben ins Plus. Die Sojabohnenrallye scheint erst einmal an Fahrt verloren zu haben, denn auch die Wettermärkte in Südamerika geben nur wenig her. In Brasilien sind durch die frühe Ernte in den nördlichen Landesteilen bereits 20 Prozent der Sojabohnen geerntet. In den Häfen hat sich bereits ein Verladestau aufgebaut.
Die netto long-Positionen der spekulativen Fonds in Chicago haben sich in der vergangenen Berichtswoche für Sojabohnen weiter erhöht. Die niederländische Rabo-Bank sieht in den Sojabohnen die beste Anlagemöglichkeit unter den Agrar- Commodities. Sie begründete ihre bullischen Aussichten mit einer kleineren Produktion in Südamerika und in den USA sowie dem steigenden Importbedarf Chinas. Mittelfristig erwarten die Analysten einen Anstieg der chinesischen Sojabohnen Exporte von 4 Mio. t jährlich.
 
Raps: Mit nahezu unveränderten Schlusskursen beendete Raps die Sitzung an der Matif. Der zwischenzeitlich schwächere Sojakomplex belastete kurzfristig. Preistreibende Einflüsse vom festen Rohölmarkt blieben aus. Auch in Winnipeg schlossen die Rapsnotierungen kaum verändert.
 
Rohöl: Die Brent-Crude Öl setzen ihren Höhenflug fort und stiegen zwischenzeitlich auf über 123 US-$/Barrel. Alle Termine haben neue Kontrakthochs erreicht. Die Notierungen bewegen sich stetig auf den höchsten Stand seit einem Jahr zu. Nach Ansicht von Analysten ist durch die Unsicherheit im Iran keine Trendwende in Sicht. Die WTI-Kurse notierten dagegen nach Gewinnmitnahmen und unter dem Einfluss schwächerer Konjunkturdaten aus China und Europa langer Zeit im roten Bereich. Sie schlossen aber unverändert. (St)
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