Tageskommentar Rohstoffe: Wechselhaften Vorgaben aus Chicago


Von der Chicagoer Börse kamen nach den Feiertagen erst einmal schwächere Signale. Weizen, Mais und der Sojakomplex gaben nach und zehrten einen Teil ihrer vorangegangen Notizgewinne wieder auf. Ein bevorstehender Streik in den Exporthäfen im Nordwesten der USA soll die Notierungen belastet haben. Die Börsenaktivitäten standen im Zeichen eines sehr ruhigen Handels und vergleichsweise geringer Beteiligung. Rohöl zog am Mittwoch deutlicher an. An der Matif finden erst heute wieder Notierungen statt.
 
Weizen: Die stabilere Tendenz der Chicagoer Weizenfutures unmittelbar vor Weihnachten wurde gestern von deutlicheren Notizverlusten unterbrochen. Die Notierungen fielen auf den tiefsten Stand seit fünf Monaten. Vor allem der bevorstehende Streik der Hafenarbeiter in den Exporthäfen im Nordwesten der USA sollen die Schwäche verursacht haben. Die Hafenplätze im Nordwesten gelten als Schlüssel für die nordamerikanischen Export von Getreide und Sojabohnen in den asiatischen Raum.
An der Matif fanden keine Notierungen statt. Am verkürzten Handel am Heiligabend wurden lediglich einzelne Kontrakte für das Jahr 2014 abgeschlossen. Am letzten aktiven Handelstag, dem Freitag der Vorwoche, erholte sich der Matif-Weizen mit einem Plus von mehr als 5 €/t etwas von der jüngsten Schwäche.
 
Mais: Auch bei Mais wurden in der gestrigen Chicagoer Sitzung die Vortagsgewinne wieder mehr als aufgezehrt. Schwache Exportnachfrage drückte auf die Stimmung. Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen lagen nur bei 343.000 t. Derzeit wird Mais aus Argentinien und der Ukraine am internationalen Markt wettbewerbsfähiger als US-Mais offeriert.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex zeigte vor den Feiertagen Anzeichen einer Erholung und die Notierungen zogen in zwei Tagen über 11 US-$/t an. Damit konnten sie zumindest die Verluste eines schwachen Börsentags der Vorwoche kompensieren. Am Mittwoch war bei Börsenschluss war davon nichts mehr zu spüren und Sojabohnen Sojaschrot schlossen wieder schwächer. China sorgt mit seiner sprunghaften Einkaufspolitik weiter für Verwirrung. Nach den großen Stornierungen der Vorwoche hat es wieder 115.000 t Bohnen in den USA gekauft. Weitere 108.000 t US-Sojabohnen wurden an eine unbekannte Destination exportiert. Die laufenden Bohnenexporte der USA sind äußerst rege, denn die wöchentlichen Exportanmeldungen fielen mit 1,2 Mio. t erneut beachtlich aus.
 
Raps: Von den Feiertagen konnte Raps an der Matif die Abwärtstendenz der Vortage stoppen. Nach Kursgewinnen von 9 €/t hievte sich der Februartermin wieder auf 455 €/t hoch. Allerdings hatte es dabei kräftige Schützenhilfe vom Sojakomplex gegeben. Die heutige Sitzung dürfte erneut mehr oder weniger vom Sojakomplex beeinflusst werden. Die vorbörslichen Sojabohnennotierungen Chicago bewegen sich heute Morgen Plus.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen zogen zur Wochenmitte mit einem Plus von bis zu 2,37 US-$/Barrel an. Spekulationen über eine mögliche Lösung im Streit über das US-Haushaltsdefizit werden dahinter vermutet. US-Präsident Obama hat seinen Weihnachtsurlaub abgebrochen, um die Gespräche hierüber fortzusetzen. Die USA erreichen am 31. Dezember ihre gesetzlich vorgegebene Haushalts-Schuldengrenze. Sollte es keine Lösung geben, drohen Steuererhöhungen und Etatkürzungen von 600 Milliarden US-Dollar. Dies könnte die größte Fondsgesellschaften Welt die eine Rezession stürzen, erwarten Wirtschaftsanalysten. (St) 
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