Tageskommentar Rohstoffe: Weitere Korrekturen für Raps und Weizen

An der Matif hielt die Liquidationswelle an und setzte die Notierungen für Weizen und Raps mit weiteren Verlusten deutlich unter Druck. In Chicago schlossen die Weizenfutures etwas schwächer, die Maiskurse konnten sich behaupten. Für den Sojakomplex gab es nach den Korrekturen der Vortage nur leichte Notizverlusten. Brent Crude Öl legte deutlicher zu.
 
Weizen: An der Matif setzte sich die Liquidationsphase fort und die Weizenkurse schlossen 5 €/t im Minus. Bei einem sehr lebhaften Volumen von über 34.000 gehandelten Kontrakten war die Sitzung sehr wechselhaft. Die Notierungen schwanken zwischen minus 7 €/t und einer leichten Schwäche. In den vergangenen beiden Tagen hat der Weizenfuture rund 13 €/t verloren. Ob sich die offenen Positionen mit der Verkaufswelle verringert haben, war noch nicht abzusehen. Die Matif wies gestern sogar eine Zunahme von 36.400 offenen Positionen auf. Hierfür dürfte aber die interne börsentechnische Verrechnung noch ausstehen.
In Chicago gab es nach weiteren Liquidationen zwischenzeitlich ein deutlicheres Minus. Doch zum Schluss schlossen die die Weizenkurse nur mit leichten Verlusten. Dort hat der Preiseinbruch des Vortags zu einer spürbaren Abbau der offenen Positionen von über 13.000 Kontrakten geführt.
Ägypten war erneut am internationalen Weizenmarkt tätig und hat 180.000 t Weizen gekauft. 120.000 t davon stammen aus den USA, der Rest kommt aus Frankreich. Der Irak hat sich mit 100.000 t Weizen aus den USA bedient.
 
Mais:Mit einer Nullnummer beendeten die Maisfutures in Chicago die Sitzung. Trotz kleiner Gewinnmitnahmen blieben weitere größere Verkäufe der Fonds aus. Dies wirke sich stabilisierend auf die Kurse aus. Die enge US-Maisbilanz bleibt weiterhin ein stützender Preisfaktor.
An der Matif war der Maishandel mit knapp 3.000 Kontrakten so lebhaft wie lange nicht mehr. Die Maiskurse koppelten sich von der turbulenten Entwicklung des Weizens ab. Der März schloss 1,50 €/t schwächer.
 
Sojakomplex: Bei Sojabohnen und Sojaschrot hat sich der Markt beruhigt. Die Konsolidierung scheint sich abzuschwächen und der gesamte Komplex schloss nur mit überschaubaren Notizverlusten. Der Kurseinbruch des Vortags hat bei Sojabohnen nur zu einem unwesentlichen Rückgang der offenen Positionen geführt. Druck kommt aber weiterhin von der südamerikanischen Sojabohnenernte - und vor allem von der erwarteten Rekordernte in Brasilien. An der Chicagoer Börse will man nicht ausschließen, dass es mit fortschreitender südamerikanische Ernte zu weiteren Stornierungen für abgeschlossene Käufe von US-Sojabohnen kommt. In Argentinien ist der Arbeitskampf der Hafenarbeiter noch nicht ausgestanden und man befürchtet neue Streiks.  
 
Raps: Die Liquidationswelle beim Matif-Raps hielt bei lebhaften Umsätzen an. Zwischenzeitlich fielen die Kurse sogar bis zu 10 €/t in den roten Bereich. Mit einem Minus von 4 €/t für den Mai fielen die Schlusskurse dann doch noch moderater aus. Fundamental hat sich beim Raps nichts geändert. Seit der ersten Januarhälfte hat der März aber von seinem Höchststand rund 40 €/t verloren. Auch charttechnisch sieht es so aus, als ob der Aufwärtstrend gebrochen ist.
In Winnipeg gab es für die Canola-Notierungen nach dem Einbruch der Vortage eine kleine Erholung. Die Kurse schlossen im grünen Bereich.
 
Rohöl: Die Unruhen und Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika hievten die Brent Crude Notierungen über 104 US-$/Barrel. Vor allem die Zuspitzung im Iran soll sich verschärft auf die Ölnotierungen ausgewirkt haben. An der New Yorker Nymex hielten sich die Notizgewinne für WTI-Rohöl in Grenzen. Der Frontmonat schloss knapp unter 85 US-$/Barrel. Die wöchentlichen Lagerbestände an Rohöl und Benzin stiegen nicht so stark an, wie es die Analysten erwartet hatten. (St)
 
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