Tageskommentar Rohstoffe: Weitere Kursverluste zum Wochenschluss


Die schwache Tendenz an den Terminmärkten hielt an. Weizen schloss an der Matif und in Chicago schwächer. Der Sojakomplex gab erneut deutlicher nach und auch die Maisnotierungen konnten sich nicht halten. Raps schloss zwar nur knapp behauptet, zeigt aber zumindest leichte Anzeichen einer Stabilisierung. Rohöl gab nach einer Berg- und Talfahrt nach. Die Vorgaben der elektronischen Börse in Chicago deuten heute Morgen eine freundliche Eröffnung an den europäischen Märkten an.  
 
Weizen: Für die Weizenfutures an der Matif sah es recht zunächst freundlich aus. Die Chicagoer Börse machte jedoch den stabileren Ansätzen wieder einen Strich durch die Rechnung: die Kurse für März schlossen 3 €/t schwächer.
In Chicago setzte börsentechnisches Geplänkel und Reaktionen auf ein schwaches Chartbild den Weizen unter Druck. Die Exporthoffnungen der US-amerikanischen Händler wurden durch die wöchentlichen Exportzahlen von 402.500 t gedrückt. Im Zuge des Jahreswechsels sind niedrige Exportzahlen allerdings kaum überraschend. Der Markt fokussiert sich auf den neuen USDA-Report am Freitag dieser Woche. Bärische Zahlen könnten neue Verkäufe auslösen, erwarten Analysten. Im Vorfeld des Reports könnten andererseits aber auch Shortabdeckungen für kurzfristige Notizgewinne sorgen. Mit den rückläufigen Chicagoer Weizennotierungen sind die offenen Positionen um mehr als 14.000 Kontrakte seit Jahresbeginn gestiegen. Die Vermutung liegt nahe, dass ein Ausbau der Short-Positionen dahinter stecken könnte.  
 
Mais: Risikoaversionen der Fonds nach der charttechnischen Schwäche der Chicagoer Maisfutures drückten die Notierungen in den roten Bereich. Die Stimmung der Händler wurde auch durch die miserablen wöchentlichen US-Exportzahlen von nur 49.000 t Mais und eine niedrigere wöchentliche US-Ethanol Produktion gedrückt. Hinzu kam eine neue Ernteschätzung des US-Analystenhauses Informa, das die letztjährige US-Maisernte auf 274,3 Mio. t und damit rund 2 Mio. t höher als die offizielle USDA-Schätzung taxiert. Üblicherweise meldet sich Informa kurz vor der Veröffentlichung eines neuen USDA-Monatsreports mit eigenen Zahlen und Prognosen.
In Paris fielen die Maisnotierungen Hand in Hand mit Weizen 1,75 €/t für den Märztermin. Heute ist der letzte Handelstag für den Januar-Kontrakt.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex rauschte erneut in den Keller. Die Bohne gab für den aktivsten Monat März mehr als 7 US-$/t und Sojaschrot fast 6 US-$/t nach. Die Stimmung blieb schwach. In den ersten drei Tagen des neuen Jahres hat der Märztermin bei der Bohne 15,50 US-€/t und bei Schrot 22,50 US-$/t verloren. Das angeschlagene charttechnische Bild und die südamerikanische Sojabohnenernte könnten weitere Liquidationen auflösen, wird gemutmaßt.
 
Informa hat zudem die letztjährige US-Sojabohnenernte auf 82,7 Mio. t nach oben korrigiert und liegt damit 1,8 Mio. t über der USDA-Schätzung vom Dezember. Nach dem ‚hot and dry‘-Szenario im Spätsommer haben die USA noch eine beachtliche US-Sojabohnenernte eingefahren. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf den Chart, denn seit ihrem Allzeithoch Anfang September hat die Sojabohne in Chicago rund 150 US-$/t eingebüßt.
 
Raps: Angesichts des massiven Preisverfalls der Sojabohnen sind unsere Rapsnotierungen in den vergangenen Wochen noch einigermaßen gut weg gekommen, auch wenn sie ebenfalls kräftig Federn lassen mussten. Bei den aktuellen Rapskursen zeichnete sich am Freitag an der Matif eine leichte Stabilisierungstendenz ab. Die zeitweise recht schwachen Vorgaben des Sojakomplexes wurden nur moderat umgesetzt. Die Tagesgewinne beim Raps lösten sich wieder auf, doch bei Börsenschluss gab es nur ein leichtes Minus von bis zu 0,50 €/t in Paris. In Winnipeg fielen die Canola-Notierungen im Gegensatz zu den kanadischen Kassamärkten deutlicher ins Minus.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen standen größtenteils unter Druck. Die Andeutungen der US-Notenbank FED, die Ankaufsaktionen von Staatsanleihen möglicherweise früher als geplant zu beenden, verhagelte den Anlegern die Stimmung. Die kräftig gestiegenen Bestände an Rohöl, Benzin und Destillaten in den USA verstärkten die schwache Tagestendenz. Die wöchentlichen Rohöllagerbestände in USA haben sich sogar um mehr als 11 Mio. Barrel abgebaut. Der Rückgang basiert allerdings auf Bilanztechnik, denn die US-Raffinerien weisen aus steuerlichen Gründen zum Jahresende üblicherweise niedrige Lagerbestände aus. Erst Zahlen über neu geschaffene Stellen am US-Arbeitsmarkt ließen die WTI-Kurse in den hellgrünen Bereich drehen. Brent Crude Öl schloss dagegen schwächer. (St) 
stats