Tageskommentar Rohstoffe: Weizen führt das Rennen an


An der Matif und in Chicago haben die Weizenkurse erneut einen Satz oben gemacht. Der Sojakomplex schloss sich dem Trend mit Kursgewinnen an. Auch Mais profitierte von der Hausse mit höheren Preisen. Die Rapskurse bewegen sich wieder in Richtung Norden. Die elektronische Börse in Chicago deutet heute Morgen für Weizen und Sojabohnen auf eine Fortsetzung der Rallye hin. Rohöl schloss mit leichten Notizgewinnen.
 
Weizen: Die Hausse an den Weizenmärkten gewinnt an Stärke. An der Matif zogen die Weizenpreise um 7,25 €/t für den November zu. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die 200 €/t erreicht werden. Inzwischen rechnet man für die EU bereits mit einer 2,7 Mio. t kleineren Weizenernte. Bisher war man noch von einer ähnlichen Ernte wie im Vorjahr ausgegangen.
Auch in Chicago gab es in einem Plus von 12,50 US-$/t für den September stramme Kusgewinne. Die Chicagoer Börse hat wieder das Sagen übernommen, denn der Kursanstieg an den Weizenbörsen in Kansas und Minneapolis konnte nicht ganz mithalten. Analysten rechnen für die USA mit einem 10 Mio. t größeren Exportpotenzial für Weizen.
In Russland ist noch kein Ende der Trockenheit in Sicht und alle Analysten erwarten Restriktionen für die russischen Getreideexporte. Die Ukraine hat bereits erste Beschränkungen für die Weizenexporte angekündigt. Ägypten signalisiert Kaufinteresse für Weizen und auch der zweitgrößte globale Weizenimporteur Brasilien zeigt sich schon am Markt.  
 
Mais: In Chicago macht der Weizen den Maisnotierungen weiterhin Beine. Die Kurse zogen 5 US-$/t an. Der Dezember überschritt bereits wieder die psychologische Grenze von 400 Cents/Bushel (157 US-$/t). Analysten sehen gute Exportchancen für Mais und gehen davon aus, dass die Exportprognose des USDA von 49,5 Mio. t für 2010/11 getoppt wird.  
An der Matif zogen die Maisnotierungen mit Weizen an und legten bis zu 8 €/t für die neue Ernte zu. Der am Donnerstag dieser Woche auslaufende Augustkontrakt brachte es durch Glattstellungen und technische Gewinne auf ein Plus von 12,50 €/t. Toepfer International erwartet für die EU eine Maisernte, die 1,5 Mio. t unter dem Vorjahr liegt.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex nimmt die Vorgaben vom Weizenmarkt dankend an. Die Sojabohnen schlossen für November knapp 6 US-$/t fester, Sojaschrot legte über 3 $/t zu. Bei Sojabohnen notierten alle Termine wieder im zweistelligen Dollarbereich je Bushel. Für den jüngsten Kursanstieg werden spekulative Käufe und angebliche Unsicherheiten über die US-Sojabohnenernte ins Feld geführt, denn im Mississippidelta soll es heiß und trocken sein.
 
Raps: An der Matif hat sich Raps wieder zurückgemeldet und die Notierung für November legten 4,50 €/t zu. Damit dürfte die kurzfristige Konsolidierung abgeschlossen und der Weg für weitere Preissteigerungen könnte offen sein. Der Augustkontrakt verabschiedete sich mit einem Schlusskurs von 366,50 €/t aus dem Handel. In seiner Laufzeit hatten sich die Börsenschlusskurse zwischen 259 €/t im Tief und 372 €/t im Hoch bewegt.
In Winnipeg orientiert sich Canola-Raps weiterhin am Sojakomplex. Mit Kursgewinnen von 3,80 Can-$/t für November ging es wieder aufwärts. Nur ein festerer kanadischer Dollarkurs begrenzte das Gewinnpotenzial.
 
Rohöl: Nach wechselhaftem Verlauf drehten die Rohölnotierungen vom Minus ins Plus und der Frontmonat schloss knapp unter 79 US-$/Barrel. (St)
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