Tageskommentar Rohstoffe: Weizen und Mais sind deutlich geschwächt

24.9.2010 Enttäuschende Exporte aus den USA schwächen Weizen und Mais. Der Sojakomplex profitiert dagegen von der starken Nachfrage aus China. Raps hat sich in Paris leicht erholt.

Weizen: Die Weizenpreise mussten gestern einen harten Rückschlag in Kauf nehmen. Es wird als psychologisch negativ für den Markt gesehen, dass der Dezember in Chicago unter die 7 US-Dollar rutschte und damit den schwächsten Kurs seit Ende August präsentierte. Die wöchentlichen Exportzahlen aus den USA enttäuschten eine zweite Woche in Folge. Verkäufe von knapp 460 000 t in dieser Woche lagen deutlich unter den Erwartungen von 400 000 bis 700 000 t. In der vergangenen Woche bewegten sich die Exporte mit knapp 320 000 t unter den Erwartungen von 700 000 bis 1,4 Mio. t. Die lustlose Nachfrage ist genau das Gegenteil zum Vormonat als die wöchentlichen Verkäufe regelmäßig die Million bushel überstieg. Die Verlangsamung des Marktes wird von Händler als Bestätigung gesehen, dass sich die Befürchtungen um die Weltversorgung abgekühlt haben. Es gibt Händler, die der Meinung sind, dass sie die besten Exporte und damit auch die besten Preise gesehen haben. In Paris setzt der Weizen seinen Abwärtstrend ebenfalls fort.

Mais: Gedrückt durch die Entwicklungen beim Weizen und aufgrund fehlender Exporte geriet auch der Mais erneut ins Straucheln. Der Mais verlor 5,75 Cents oder 1,1 Prozent und ist damit wieder unter die 5-Dollar- Marke gerutscht. Die spekulativen Verkäufe werden auf 10 000 Kontrakte geschätzt. Die Rally, unterstützt durch enttäuschende Erträge aus der diesjährigen Ernte hat ihre Kraft verloren. Nachgebende Preise für Ethanol erhöhte den Druck auf den Markt. Die wöchentlichen Exportzahlen laben laut Landwirtschaftsministerium bei 561 800 t und damit unter den Erwartungen der Händler, die 550 000 bis 800 000 t an Exporten erwartet hatten. Auch in Paris verliert Mais.

Sojakomplex: Eine weiterhin gute Nachfrage, insbesondere aus China, sorgte noch einmal für eine Festigung des Sojakomplexes. Der Novemberkontrakt endete gestern 5 Cents oder 0,5% höher auf 10,93 ½ Dollar. 120 000 t Sojabohnen nach China und weitere 120 000 t an noch unbekannte Käufer für 2011 sind verkauft. Insgesamt in dieser Woche hat China mehr als 600 000 t Sojabohnen geordert. Bis zum 16. September lagen die gesamten Verkäufe des Wirtschaftsjahres 2010 /2011 bei 48,3 Prozent. Der Fünf-Jahres-Schnitt liegt bei 31,4 Prozent.

Raps: Die deutlichen Verluste des Vortages konnte der Raps in Paris nicht ganz wettmachen, aber er legte wieder leicht zu.
Canola in Winnipeg konnte seine Stärke auch gestern noch einmal ausbauen, unterstützt von den Entwicklungen im Sojakomplex. Ebenso verhalfen der schwächere kanadische Dollar und eine gute kommerzielle Nachfrage zu festeren Preisen.

Rohöl: Auch heute stehe die Rohölpreise unter Druck. Die US-Wirtschaft wird im Markt als Ursache für diese Entwicklung gesehen. Eine geringere Nachfrage bei einen kleinerem Wachstum könnte die Folge sein. (dg)
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