Tageskommentar Rohstoffe: Weizen und Raps geben an der Matif deutlicher nach


Die schwache Tendenz an den Terminmärkten hält an. An der Matif mussten sowohl Weizen als auch Raps deutlichere Kursabschläge hinnehmen. In Chicago marschierten Weizen, Soja und Mais gemeinsam rückwärts. Rohöl legte dagegen zu.
 
Weizen: Die Weizenmärkte leiden unverändert unter fehlenden neun Anregungen. Die Nachrichtenlage an europäischen Märkten ist noch dünner als dünn. An der Matif gaben die Kurse bis zu 4,50 €/t nach, die offenen Positionen bauen sich weiter ab.
In Chicago führte Weizen die Abwärtsbewegung von Mais und Soja zeitweise an. Die Weizennotierungen fielen auf den niedrigsten Stand seit sieben Monaten. Die Fonds an der Chicagoer Börse setzen auf weiter fallende Preise und haben ihre Shortpositionen am Vortag ist noch einmal kräftig ausgebaut. Im südlichen US-Weizengürtel freuen sich die ausgetrockneten Weizenfelder über die dringend benötigten Niederschläge. Das feuchte Wetter soll erst einmal zehn Tage anhalten. 
Die leichte Korrektur der australischen Weizenernte auf 22,1 Mio. t bot keine Überraschung.
 
Mais: Zum achten Mal hintereinander schlossen die Chicagoer Mais-Futures im roten Bereich. Regen in den Schlüsselregionen des argentinischen Maisanbaus, die Aussicht auf eine große kommende Maisernte in den USA und schwachen Agrarfutures drückten auf die Kurse. Die Märznotierung fiel unter 7 US-$/t. Dem ungeachtet bauen die Fonds ihre long-Positionen in Chicago weiter kräftig aus.
In Paris war die Tendenz für Mais ebenfalls schwach, die Kurse gaben für die nahen Termine 2,25 €/t nach.
 
Sojakomplex: Mit weiteren Kursverlusten setzte der Sojakomplex seine Korrektur fort. In den trockeneren Anbauregion Südbrasiliens und Argentiniens scheinen sich die Wetterbedingungen für die heranwachsende Sojabohnenernten zu verbessern. Die Bohnenbestände im zentralbrasilianischen Bundesstaat Mato Grosso stehen optimal. Dort werden rund 30 Prozent der brasilianischen Sojabohnen angebaut. Mit fortschreitender Ernte dürfte sich die internationale Nachfrage nach Bohnen wieder stärker als zuletzt auf Südamerika fokussieren. Goldman Sachs hat seine Preisprognose für Sojabohnen für die kommende drei Monate auf 14 US-$/t zurückgenommen.
 
Raps: Beim Raps gab es nicht viel zu holen. Schwache Sojabohnennotierungen und eine besser als erwartete australische Rapsernte setzen die Matifnotierungen gehörig unter Druck. Der Mai schloss sogar 6,75 €/t s im Minus, aber auch die neue Ernte gab bis zu 4,50 €/t nach. Die australische Rapsernte wird mit 3,1 Mio. t das die Rekordernte des Vorjahres nur knapp verfehlen. In Winnipeg für Canola-Raps das gleiche Bild: die Kurse gaben bis zu 7,50 Can-$/t nach.
 
Rohöl: Festere Aktienmärkte, ein schwächerer US-Dollarkurs und eine günstigere Nachfrageprognose für Rohöl seitens der Opec ließen die Rohölnotierungen wieder etwas ansteigen. Die Opec erwartet im laufenden Jahr eine Nachfragesteigerung um 100.000 Barrel je Tag oder 0,3 Prozent. Die G7-Länder wollen zudem einen Währungskrieg vermeiden haben sich zu freien Wechselkursen bekannt. Daraufhin gab der US-Dollarkurs leicht nach. (St)
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