Tageskommentar Rohstoffe: Weizen und Raps mit zweistelligen Kursgewinnen


Mit einem Preisfeuerwerk hat die Matif auf die enger werdende Rapsbilanz und gedrückte Ernteaussichten beim Weizen reagiert. Die Kurse für Weizen und Raps zogen im zweistelligen Bereich an. Auch Mais legte in Paris kräftige Notizgewinne vor. An der Chicagoer Börse führte Weizen mit einem deutlichen Kursanstieg die Rallye an. Der Sojakomplex und die Maiskurse notierten ebenfalls fester. Rohöl gab etwas nach.
 
Weizen: Mit einem Plus von über 10 €/t markierten die Weizenfutures an der Matif neue Kontrakt-Höchststände. Das gehandelte Tagesvolumen mit fast 44.000 Kontrakten Weizen entspricht einer Menge von etwa 2,2 Mio. t und stellte alle bisherigen Tagesrekorde an der Matif in den Schatten. Strategie Grains hat seine Schätzung für die europäische Weizenernte um 3,6 Mio. t auf 129,5 Mio. t zurückgenommen. Danach würde die diesjährige Weizenernte leicht unter der Vorjahresernte liegen. Bulgarien ist zwar kein großer Weizenproduzent, hat aber seine Weizenernte um 500.000 t auf 3,5 Mio. t zurückgestuft. Die EU-Kommission hat in dieser Woche 276.000 t neue Exportlizenzen für Weichweizen ausgegeben.
 
In Chicago haben die festen Weizenpreise in Europa und die gedrückteren Aussichten einer globalen Weizenernte die Fonds zu lebhaften Käufen animiert. Die Kurse stiegen um fast 14 US-$/t und auf den höchsten Stand seit sieben Monaten. Ein schwacher US-Dollarkurs und Shortabdeckungen verstärken die Aufwärtsbewegung.
 
Mais: Bei den festen Weizennotierungen folgten die Maiskurse in Chicago zwangsläufig dem Weizen, die Notizgewinne fielen aber moderater aus. Der schwächere US-Dollarkurs, das angekündigte heiße Wetter und hohe wöchentliche US-Exportzahlen beflügelten die Stimmung zusätzlich. Die Dezember-Notierung in Chicago hat die psychologische Hürde von 400 Cents je Bushel oder 160 US-$/t nach oben durchbrochen. Die Fonds kauften wieder kräftig und haben in den vergangen beiden Tagen ihre offenen Positionen beim Mais um 47.600 Kontrakte aufgestockt.
Auch an der Matif haben die Maispreise ihre Vortagstendenz fortgesetzt und legten für den November 8,50 €/t bei lebhafteren Handel zu.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex schloss sich in Chicago mit Notizgewinnen von bis zu 9,50 US-$/t für Sojabohnen und bis zu 12 US-$/t für Sojaschrot der Rallye an. Bei Sojabohnen preisen die Händler mit den angekündigten heißen Temperaturen wieder eine Risikoprämie ein. Schrot profitierte von den vergleichsweise engen US-Sojabohnenbeständen für die eigene Verarbeitung. Die wöchentlichen Exportzahlen mit über 1,2 Mio. t fielen sehr hoch aus, zumal davon weit über die Hälfte noch die alte Ernte betrafen und die Bestände reduzieren dürften.
 
Raps: Kursgewinne von über 12 €/t für den August für den Matif-Raps sprechen bei für sich. Inzwischen redet man im Markt schon über eine europäische Rapsernte von unter 20 Mio. t. Die Hausse setzt sich fort. Die Kurse stiegen auf über 370 €/t und auf den höchsten seit September 2008. Der spekulative Einfluss dürfte weiter zugenommen haben. Mit 14.600 gehandelten Kontrakten hat die Matif einen neuen Tages-Umsatzrekord bei den Rapsfutures markiert.  
In Winnipeg gab es für Canola-Raps Nachholbedarf, denn die Preisdifferenz zu den Matif-Notierungen war in den Vortagen zu groß geworden. Der November notierte über 13 Can-$/t fester und liegt mit einem Kurs von etwa 348 €/t immer deutlich unter der vergleichbaren Rapsnotierung in Paris. Positives gab es nur aus Australien zu vermelden, das seine Schätzung der diesjährigen Rapsernte mit 2,29 Mio. t leicht nach oben korrigiert hat.
 
Rohöl: Die Rohölpreise haben kurzfristig an Einfluss auf die Agrarmärkte verloren. Schwächere Konjunkturdaten aus den USA und gedrückte Aktienkurse ließen die Rohölnotierungen an der Nymex etwas schwächer schließen. (St)
 
stats