Tageskommentar Rohstoffe: Weizen zieht die anderen Märkte mit nach oben


An der Matif haben die Weizenkurse nach deutlichen Kursgewinnen einen Satz nach oben gemacht. Chicago nahm die Anregungen auf und notierte Weizen ebenfalls fester. Auch Mais und Sojabohnen konnten mit Kursgewinnen davon profitieren. Die Rapskurse an der Matif befinden sich noch in Konsolidierung und waren gut behauptet. Rohöl gab erneut nach.
 
Weizen: Die bullische Tendenz an den Weizenmärkten hat sich fortgesetzt. Die Spekulationen, dass Russland mit Exportrestriktionen auf seine erheblich kleinere Getreideernte reagieren wird, halten sich trotz der offiziellen Dementis hartnäckig. An der Matif legten die Weizennotierungen fast 9 €/t zu und der November liegt nur noch knapp unter 190 €/t. Die Kurse stiegen auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Bereits kurz nach Eröffnung der Matif waren die Aktivitäten äußerst rege. Mit über 39.000 Kontrakten war das Handelsvolumen erneut sehr hoch.
Chicago nahm die Vorgaben von der Matif an und legte über 7 US-$/t zu. Inzwischen hat der August die Marke von 600 Cents je Bushel (220 US-$/t) überschritten. Die Weizenbörsen in Kansas und Minneapolis schlossen sich der Entwicklung an. Die USA erhoffen sich von dem Ausfall in Russland und der Schwarzmeerregion größere Exportaufträge für den eigenen Weizen.
 
Mais: Mais profitierte von der Weizenrallye mit Kursgewinnen von über 5 US-$/t. Shortabdeckungen brachten zusätzlichen Auftrieb. Die Weizenrallye soll Fondsgesellschaften, Spekulanten und Händler zu größeren Kaufaktivitäten im Mais animiert haben. Man verspricht sich von dem festeren Weizen Hilfestellung für den Maismarkt.
In Paris das gleiche Bild: Die Weizennotierungen lösten auch bei Mais eine regelrechte Rallye mit Kursgewinnen von bis zu 8,50 €/t bei lebhafteren Umsätzen aus.
 
Sojakomplex: Selbst die Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen profitierten von Weizen. Die Schrotnotierungen in Chicago zogen über 7 US-$/t an. Man spekuliert, das weniger Weizen für die Verfütterung verfügbar sein wird und Sojaschrot davon profitieren könnte. Ansonsten gibt es in Mittleren Westen nichts Neues für die Bohne. Die Aufwuchsbedingungen sind unverändert gut.
China hat wird im Juli 5,6 Mio. t Sojabohnen importieren. Offiziellen Ankündigungen zufolge sollen die Importe im August allerdings auf 3,9 Mio. t reduziert werden.
 
Raps: Die Rapspreise sind noch immer in der Konsolidierungsphase, schlossen aber wieder mit leichten Kursgewinnen. Zwischenzeitlich notierten Raps bis zu 3 €/t höher, doch ließen sich die Gewinne nicht bis Börsenschluss halten. Der Markt hat sich beruhigt, die offenen Positionen haben sich erneut abgebaut. Am Freitag läuft der Augustkontrakt aus. Die offenen Positionen für August lagen heute Morgen bei 1.350 Kontrakten und lassen nur normale Andienungen erwarten.
In Winnipeg profitierten die Canola-Notierungen von den festeren Sojamärkten und legten 2 Can-$/t zu. Die niedrigeren kanadischen Rapsflächen sollten endgültig eingepreist sein.
 
Rohöl: Neue schwacher Konjunkturdaten aus den USA ließen Zweifel an der Erholung der US-Wirtschaft aufkommen. Ein sehr starker Anstieg der wöchentlichen Rohöllagerbestände von 7,3 Mio. Barrel und von 1 Mio. t Benzin und Destillaten drückten auf die Rohölnotierungen und ließen den September unter 77 US-$/Barrel schließen. (St)
 
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