Tageskommentar Rohstoffe: Weizenkurse fahren Achterbahn


An den Terminmärkten schlossen die Weizennotierungen nach Gewinnmitnahmen mit kräftigen Kursverlusten. Alle US-Börsen notierten Weizen im Limit down. An der Matif wurden die Vortagsgewinne wieder aufgezehrt. Die Chicagoer Maisnotierungen konnten sich dagegen behaupten. Auch der Sojakomplex schloss im grünen Bereich. Die Rapsnotierungen an der Matif gaben im Zuge von Gewinnmitnahmen bis in den zweistelligen Bereich nach. Rohöl notierte ebenfalls schwächer.
 
Weizen: Der Explosion der Weizenpreise folgte die Implosion. Mit einem Limit down und den höchsten täglichen Kursverlusten haben die Weizenfutures in Chicago in den vergangen beiden Tagen eine rasante Achterbahnfahrt hingelegt. Auf panikartige Käufe folgten Gewinnmitnahmen. Am Freitag bewegten sich die Weizenkurse in Chicago zwischen der elektronischen Vorbörse und dem Ende des Parketthandels fast zwischen Limit up und Limit down und in einer Bandbreite von über 40 US-$/t. Gewinnmitnahmen drückten auch die Weizenbörsen in Kansas und Minneapolis ins Limit down.
Auch an der Matif mussten die Weizennotierungen mit einem Minus von 14 €/t für den November einen Dämpfer hinnehmen. Die Kursgewinne des Vortags wurden nach Gewinnmitnahmen auf allen Terminen wieder abgegeben.
Die jüngsten Auf- und Abwärtsbewegungen sind überzogen, ändern aber nichts an der festen Tendenz. Der Fokus des Marktes richtet sich derzeit noch fast ausschließlich auf die Probleme der russischen Getreideernte. Inzwischen hat Argentinien angedeutet, dass es mit einer deutlich höheren Weizenernte als im Vorjahr rechnet. Ägypten hat nach offiziellen Einschätzungen Weizenvorräte für ein halbes Jahr gehortet. Wie Russland mit den kontrahierten aber noch nicht verladenen Exportpartien umgehen wird, ist noch offen. Darüber, ob sie schon unter den Exportstopp fallen, gibt es unterschiedliche russische Aussagen.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago machten sich von den Weizenpreisen frei und schlossen mit leichten Notizgewinnen. Möglicherweise sind die guten US-Exportzahlen des Vortages von knapp 1,3 Mio. t wieder ins Gedächtnis gerückt. Auch Kompensationsgeschäfte gegen Weizen halfen den Maisnotierungen. Zwei große amerikanische private Analystenhäuser rechnen mit einer US-Maisernte von über 340 Mio. t und gehen damit weiterhin von einer Rekordernte aus.
In Paris standen die Maisnotierungen im Schatten von Weizen und gaben über 9 €/t für den November nach.
 
Sojakomplex: Sojabohnen kümmerten sich wenig um die Turbulenzen an den Weizenmärkten und setzten die stetige Aufwärtsbewegung fort. Die Novemberbohne  hat im Wochenverlauf 10 US-$/t zugelegt. Die knappen alterntigen Bestände und die stetigen Käufe Chinas unterstützen die Bohne. China hat erneut 326.000 t Sojabohnen in den USA für die kommende Saison gekauft. Die Notierungen für Sojaschrot konnten sich in Chicago behaupten.
 
Raps: Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende setzten die Rapsnotierungen an Matif zum Teil heftig unter Druck. Der November notierte teilweise bis zu 15 €/t im Minus, um 10,50 €/t schwächer zu schließen.
In Winnipeg gab es für Canola leichte Kursverluste. In den Prärieprovinzen hat die Rapsernte eingesetzt.
 
Rohöl: Weitere schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt drückten auf die Rohölnotierungen. Die Kurse gaben 1,31 US-$/Barrel für den September nach. Ein schwächerer US-Dollarkurs verhinderte größere Verluste. (St)
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