Tageskommentar Rohstoffe: Weizenkurse fangen sich etwas


Die Weizennotierungen in Chicago und der Matif haben sich zum Wochenschluss aus ihrer Abwärtsbewegung gelöst und sich gefangen. In Chicago gab es ein moderates Plus und in Paris konnten sich die Weizennotierungen behaupten. Mais notierte etwas schwächer. Der Sojakomplex zeigte sich freundlicher. Raps konnte davon nicht profitieren, lediglich für den Frontmonat Februar gab es technische Notizgewinne. Rohöl zeigte kaum Bewegung
 
Weizen: An der Matif behauptete sich Weizen mit einem leichten Plus. Unterstützung gab es durch die festeren Chicagoer Notierungen. Der Euro hat gegen den US-Dollar weiter zugelegt und ist auf den höchsten Stand seit elf Monaten gestiegen. Die Weizenexporte der EU werden zwar durch den festen Euro belastet, laufen aber weiterhin auf einem hohen Niveau. In Frankreich hat sich im wichtigsten Exporthafen Rouen ein regelrechter Verladestau aufgebaut. Großbritannien könnte nach Einschätzungen des Britischen Getreideamtes einen Einfuhrbedarf von 2 bis 2,5 Mio. t Weizen haben. Die englische Weizenernte ist miserabel ausgefallen, parallel dazu ist die Nachfrage der Ethanol-Industrie sowie der Mühlen noch gestiegen.  
 
In Chicago zeigten sich die Weizenkurse etwas erholt von den schwächeren Vortagen. Im Wochenverlauf haben sie unterm Strich 5,50 US-$/t verloren. Die etwas festeren Kurse resultieren vor allem aus den höheren US-Exportzahlen. Die wöchentlichen Weizenausfuhren der USA stiegen auf knapp 648.000 t und zeigen in der zweiten Woche ineinander beachtliche Werte. Die USA haben sich im Internationalen Weizengeschäft zurückgemeldet.
 
Mais: Mit etwas schwächeren Notierungen beendete der US-Mais die Woche. Die US-Exporte laufen weiterhin auf Sparflamme, denn die wöchentlichen Exportzahlen lagen gerade einmal bei 190.000 t. US-Mais ist am Weltmarkt gegen Südamerika und Mais aus der Ukraine zu teuer.  
Die Maisanbaugebiete in im südlichen Südamerika haben leichte Niederschläge bekommen. Die Aussichten auf eine bessere argentinische Maisernte sind damit etwas gestiegen. Nachdem das argentinische Agrarministerium zur Monatsmitte seine Schätzung oben korrigiert hatte, schloss sich die Börse in Rosario einer optimistischeren Bewertung an. Die Börse rechnet mit einer Maisernte 26,5 Mio. t und liegt damit in der Mitte der Analystenprognosen.
In Paris hielt sich die etwas schwächere Tendenz für Mais mit leichten Verlusten bis zum Börsenschluss.
 
Sojakomplex: Sehr ansehnliche wöchentliche US-Exportzahlen von 978.000 t Sojabohnen und 218.000 t Sojaschrot beeinflussen die den Sojakomplex positiv. Sowohl Bohnen und Schrot schlossen mit überschaubaren Kursgewinnen für die laufende Kampagne. In Nordbrasilien halten die regenbedingten Ernteverzögerungen an. Die Aussichten für die brasilianische Maisernte bleiben weiterhin auf Rekordkurs.
 
Raps: Nur der Fronttermin Februar konnte sich beim Matif-Raps in den grünen Bereich retten. Der Mai notierte 2,25 €/t schwächer. Dadurch hat sich die Preisdifferenz zwischen Februar und Mai auf fast 20 €/t ausgeweitet. Dies dürfte die Preisfindung an den physischen Märkten noch zusätzlich erschweren. Der Februar-Kontrakt läuft am Donnerstag dieser Woche aus und am Freitagmorgen standen noch 6.900 Positionen für den Februar-Raps offen. Bis zum Auslaufen des Frontmonats und dem Ende der Glattstellungen sind weitere technische Ausschläge für den Frontmonat Februar möglich.
In Winnipeg konnten sich die Canola-Kurse den freundlichen Sojakomplex anschließen und verbuchten kleine Notizgewinne.
 
Rohöl: Ohne nennenswerte Bewegungen und neutral gingen die Rohölnotierungen ins Wochenende. Gewinnmitnahmen bremsten die etwas freundlicher Tendenz aus. Die Anleger spekulieren weiterhin auf eine wirtschaftliche Erholung, zumal der viel beachtete IFO-Index in Deutschland zum dritten Mal hintereinander anstieg. (St)
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