Tageskommentar Rohstoffe: Weizenkurse im Rückwärtsgang

Mit kleineren Notizverlusten in Chicago und in Paris bestätigt Weizen seine derzeitige Formschwäche. Die Maisnotierungen gaben ebenfalls nach. Lediglich der Sojakomplex konnte sich mit überschaubaren Notizgewinnen abheben. Raps schloss für die alte Ernte neutral. Rohöl drehte nach schwachem Start ins Plus. Der Markt fokussiert sich zunehmend auf den neuen USDA-Report am Freitag dieser Woche.
 
Weizen: An der Matif bewegen sich die Weizennotierungen derzeit im Rückwärtsgang. Die Kurse gaben bis zu 2 €/t für die alte Ernte nach. Die offenen Positionen zeigen parallel dazu eine Neigung zum Schwund. Auch an den amerikanischen Börsen fehlen neue Anregungen für Weizen. Die Kurse gaben nach Gewinnmitnahmen und Aussichten auf Regenfälle in den US-Plains nach. Enttäuschte Exporthoffnungen machten sich bemerkbar, denn die Verkäufe und Verladungen in dieser Saison liegen weit unter den USDA-Prognosen. Man rechnet zudem damit, dass das USDA in seinem neuen Report am Freitag die US-Weizenbestände leicht nach oben korrigieren könnte.
 
Russland hat wie erwartet angekündigt, dass es seine Importzölle von 5 Prozent auf Getreide senken will, um den Preisauftrieb Inland zu bremsen. Dies könnte ein Signal sein, dass Russland Weizen einführen muss. Bisher hat Russland Weizen nur in den marktfernen Gebieten aus dem benachbarten Kasachstan bezogen. Brasilien sieht sich aufgrund der schwachen Weizenernte in Argentinien nach 1 Mio. t Weizen außerhalb der Mercosur-Länder um. Traditionell ist Argentinien der wichtigste Weizenlieferant für Brasilien, doch in diesem Jahr kann Argentinien weniger Weizen als üblich exportieren.  
 
Mais: In Chicago hat sich die seit Monatsanfang gedrückte Tendenz für Mais fortgesetzt. Die Kurse gaben etwas nach. Schwache Margen bei der Ethanol-Produktion und eine lustlose Stimmung setzten den Rahmen. Für den kommenden USDA-Report am Freitag gehen Analysten von einer leichten Anhebung der US-Maisbestände zum Ende der Kampagne aus. Die sehr enge US-Bilanz wird dadurch kaum tangiert. Für Argentinien erwarten die Analysten eine Abwärtskorrektur bei der Maisernte. Die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten haben sich auf eine Ernte von 26,3 Mio. t eingeschossen. Der Großteil der argentinischen Maisbestände ist in der Blütephase und das Wetter ist derzeit nicht optimal.
An der Matif fielen die Maisnotierungen 2 €/t ins Minus.
 
Sojakomplex: Nach schwachem Start drehten sich die Sojabohnen- und Sojaschrotnotierungen auf der Parkettbörse noch in den grünen Bereich. Niedrigere Canola-Bestände in Kanada könnten den Stimmungswechsel begünstigt haben. Auch bei Sojabohnen hält der Kapitalzufluss an. Die offenen Positionen sind in vergangenen 10 Handelstagen in Chicago um rund 60.000 Kontrakte angestiegen.
 
Die Chicagoer Sojakurse reagieren sensibel auf die Wettermeldungen in Südamerika. Diese sind allerdings je nach Wettermodell durchwachsen und deuten für die kommende Woche eher wechselhafte Aussichten an. Kurzfristig bleibt es noch warm und trocken. Der Fokus des Marktes richtet sich auf den neuen USDA-Report am Freitag, insbesondere auf die Ernteschätzungen für Südamerika. Im brasilianischen Mato Grosso sind bereits mehr als 11 Prozent Sojabohnen geerntet, doch das Anbaugebiet ist weit weg von den großen Verladehäfen. Es wird vermutet, dass dort ein Großteil der laufenden Sojabohnenernte erst einmal vor Ort verarbeitet wird.
 
Raps: An der Matif war der Raps damit beschäftigt, seine Vortagsgewinne zu konsolidieren. Mithilfe der Sojabohnennotierungen konnte sich der Mai zumindest behaupten. Für die neue Ernte gaben die Kurse dagegen bis zu 2,50 €/t nach.
In Winnipeg legte Canola-Raps dagegen zu. Kanada weist seine Canola-Bestände zum Jahresende mit 7,4 Mio. t rund 24 Prozent kleiner als im Vorjahr aus. Die kanadischen Rapsbestände sind damit  auf niedrigsten Stand seit 2006 gefallen.
 
Rohöl: Besser als erwartete Wirtschaftsdaten aus den USA und gute Unternehmen-Zahlen aus Eurozone ließen die Rohölnotierungen nach schwachem Auftakt wieder im grünen Bereich schließen. Analysten gehen davon aus, dass Rohöl aufgrund charttechnischer Signale seine Aufwärtstendenz beibehält. Für den schwachen Wochenauftakt werden Gewinnmitnahmen verantwortlich gemacht. (St)
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