Tageskommentar Rohstoffe: Weizenkurse legen wieder zu

Die Weizennotierungen an der Matif zogen an. In Chicago stimulierten sich der Sojakomplex, Weizen und Mais gegenseitig zu Kursgewinnen - treibende Kraft waren die Sojabohnen. Die Turbulenzen beim Matif-Raps scheinen sich zu beruhigen. Die Kurse schlossen etwas fester. Rohöl setzte seine Korrekturphase mit neuerlichen Kursverlusten fort.
 
Weizen: In Chicago legten die Weizenkurse zu und stiegen innerhalb von zwei Handelstagen 10 US-$/t für den Mai an. Festere Soja-und Maisnotierungen sowie starke Schneefälle in den nördlichen US-Plains sollen die Kurse stimuliert haben. Wie schon am Vortag dürften sich aber auch weitere Shortabdeckungen preissteigernd ausgewirkt haben, denn die offenen Positionen beim Chicagoer Weizen bauen sich ab.
An der Matif ließen die Vorgaben aus Übersee die Weizennotierungen bis zu 4 €/t ansteigen. Auch die umfangreichen Weizenverladungen in den französischen Häfen für Exporte nach Nordafrika wirkten sich positiv auf die Kurse aus.
Der Iran ist nach dem Embargo auf der Suche nach neuen Weizenlieferanten und verhandelt mit Indien über die Lieferung von 3 Mio. t Weichweizen.
 
Mais: Aktivitäten der Fondsgesellschaften und feste Sojabohnen- und Weizennotierungen schlugen sich in Notizgewinnen beim Chicagoer Mais nieder. Die Schlusskurse bewegen sich seit fünf Tagen im grünen Bereich. Die Kurse haben sich wieder auf das Niveau hochgearbeitet, auf dem sie vor dem Preisbruch nach dem Januar-Report des USDA schon einmal waren. Der Markt rechnet damit, dass im kommenden Report die US-Maisexporte nach oben und die Endbestände nach unten korrigieren werden.
An der Matif zogen die Maisnotierungen mit dem festeren Weizen etwas an.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex bleibt fundamental sehr gut unterstützt und hat nach weiteren Kursgewinnen die Marke von 13 US-$/Bushel überschritten. Das Hamburger Analystenhaus Oil World bestätigte erheblichen Ertragsausfälle in Südamerika erneut und geht davon aus, dass die globale Sojabohnenernte in dieser Saison 19 Mio. t kleiner als im Vorjahr ausfallen wird. Dies lässt auch für die kommende USDA-Schätzung Korrekturpotenzial nach unten erwarten.
 
Raps: Die Turbulenzen der Vortage scheinen sich beim Matif-Raps nach leichten Kursgewinnen aufzulösen. Bei den zwischenzeitlich kräftigen Preiseinbrüchen der Vortage dürfte es sich vermutlich um Börsentechnik und Gewinnmitnahmen gehandelt haben. So haben sich die offenen Positionen nach dem kurzen kräftigen Anstieg wieder deutlich abgebaut. Auf dem hohen Niveau und bei gedrückten Ölmühlenmargen hat die Aufwärtsdynamik der Rapssaat allerdings gelitten. Die schwächeren Rohölnotierungen blieben ohne erkennbaren Einfluss auf die Rapskurse.
Die Canolanotierungen in Winnipeg setzen ihre Aufwärtstendenz fort. Man rechnet damit, dass die kanadischen Farmer bei den hohen Rapspreisen den Canola-Anbau in diesem Jahr erheblich ausdehnen werden.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen setzten ihre Korrektur fort. Brent Crude Öl gab 2,60 US-$/t nach. Anscheinend  kamen den Anlegern Bedenken, dass die Rohölpreise das globale Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen könnten. Aufgrund der Unsicherheit im Iran, dürfte es sich allerdings nur um eine kurzfristige Korrektur und Gewinnmitnahmen handeln.  Eine Trendwende der festen Rohölpreise ist nicht in Sicht. (St)
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