Tageskommentar Rohstoffe: Weizenkurse leicht befestigt


Die Weizenkurse in Chicago und in Paris konnten etwas zulegen. In Europa unterstützt die trockene Witterung die Kurse für die neue Ernte, in Chicago halfen Shortabdeckungen den Weizenfutures. Mais notierte gut behauptet. Der Sojakomplex und Raps gaben etwas nach. Der Sojamarkt wurde von schwachen Konjunkturdaten aus China negativ beeinflusst. Auch Rohöl notierte schwächer.
 
Weizen: Die fehlenden Aussichten auf Niederschläge in Westeuropa und deutlichere Auswinterungsschäden in Teilen Europas haben die Weizennotierungen für die neue Ernte positiv beeinflusst. Die Kurse zogen 1,75 €/t an. Auch die alte Ernte notierte etwas fester. Unterstützung gab es allerdings aus Chicago, wo Shortabdeckungen in einem überverkauften Markt die Weizennotierungen nach oben brachten.
 
An den Exportmärkten hat die EU in dieser Woche neue Exportlizenzen über 439.000 t erteilt, von denen 134.000 t in Deutschland gezogen wurden. Die europäischen Weizenausfuhren haben sich in dieser Kampagne auf knapp 10,3 Mio. t summiert, liegen aber erheblich unter dem Vorjahreswert von 15 Mio. t. Auf der Importseite wurden Einfuhrlizenzen über 189.100 t erteilt. Davon wurden 185.000 t in Deutschland aus dem US-Importkontingent abgerufen.
In den USA fielen die wöchentlichen Exportzahlen für Weizen mit 541.000 t besser als in Vorwochen aus. Marokko soll im Wochenverlauf  300.000 bis 400.000 t Weizen in Südamerika gekauft haben. Die australischen Weizenexporte können nach Ansicht von Abares in diesem Jahr um 28 Prozent auf einen neuen Rekord von 21,2 Mio. t ansteigen. Damit dürfte Australien mit Russland und den zweiten Platz der größten Weizenexporteure konkurrieren. Schätzungen gehen davon aus, dass Australien allein 1,2 Mio. t Weizen nach China verkaufen wird.
 
Mais: Bei Mais blieb die Nachrichtenlage äußerst dünn. Mit festeren Weizenpreisen konnten sich die Maisnotierungen in Chicago von ‚rot‘ in ein leichtes Plus für die vorderen Termine drehen. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 970.000 t Mais waren zwar beachtlich, brachten aber nur milde Unterstützung.
 Argentinien erwartet offiziell eine Maisernte von 21,2 Mio. t. Diese Schätzung ist etwas größer als die Prognose der Getreidebörse Börse in Buenos Aires, liegt aber unter USDA-Schätzung von 22 Mio. t.
An der Matif konnten sich die Maisnotierungen bei kleinen Kursgewinnen gut behaupten. In dieser Woche hat die EU neue Importlizenzen für Mais über 147.000 t erteilt. Die Maisimporte in die EU haben sich in dieser Kampagne  auf 3,65 Mio. t summiert.
 
Sojakomplex: Schwache Konjunkturdaten aus China setzen die Sojanotierungen unter Druck. Die Kurse fielen zeitweise recht deutlich ins Minus, schlossen aber nur mit moderaten Kursverlusten. Auch die enttäuschenden US-Exportzahlen von knapp 533.000 t für die alte und neue Kampagne trugen nicht gerade zu einer besseren Stimmung an der Börse bei.
 
Raps: Auf den Raps schlugen sich die schwächeren Bohnenkurse mit Kursverlusten von bis zu 2,25 € €/t für die neue Ernte nieder. Auf dem hohen Niveau bleibt der Raps anfällig für Korrekturen. Die Selbstläufermentalität scheint vorbei zu sein, die Kurse orientieren sich wieder sehr stark am Sojakomplex.
In Winnipeg schlossen die Canola-Notierungen ebenfalls etwas schwächer.
 
Rohöl: Enttäuschende Konjunkturdaten aus China und schwache Wirtschaftszahlen aus der Eurozone drückten auf die Rohölnotierungen. Beide Rohölsorten schlossen schwächer. Für WTI fiel der Kursverlust mit 1,92 US-$/Barrel fast doppelt so hoch aus wie für die Brent Crude Öl. Frankreich soll zudem ernsthaft darüber nachdenken, Öl aus den staatlichen Reserven freizugeben, um die Rohölpreise zu dämpfen. Nach Ansicht der Commerzbank ist der Rohölmarkt zwar äußerst gut versorgt, doch ihre Analysten rechnen kurzfristig nicht mit einem Rückgang der Preise unter 120 US-$/Barrel für Brent Crude Öl. (St)
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