Tageskommentar Rohstoffe: Weizenkurse machen Satz nach oben


Die Weizenmärkte ziehen weiter an. Auslöser sind Wettermärkte und ungünstigere Aussichten für die Weizenernten in der Schwarzmeerregion und auch in den USA. Die Kurse an der Matif und in Chicago legten kräftig zu. Auch die Maiskurse profitierten von den gestiegenen Weizennotierungen. Der Sojakomplex schloss nach einer Verkaufswelle und weiteren Liquidationen von Long-Positionen mit deutlichen Kursverlusten für Bohnen und Schrot. Raps entzog sich den technischen Einflüssen der Sojabohnen und beendete die Sitzung mit überschaubaren Zugewinnen. Die Rohölnotierungen gaben erneut nach.
 
Weizen: Die Weizenkurse setzen ihre Rallye der Vortage fort. In Chicago zog Weizen mehr als 13 US-$/t an. In Paris notierte Weizen bis zu 8,25 €/t höher und die Notierungen stiegen auf den höchsten Stand seit elf Monaten. Die Kursgewinne an der Matif gingen einher mit einem äußerst lebhaften Handel und am Freitag wurden mehr als 2,1 Mio. t Weizen der Pariser Börse gedreht.
Die Wettermärkte und Aussichten auf schwächere Weizenernten machen die Stimmung. In Südrussland und Teilen der Ukraine lassen die Wetterprognosen vorerst keine Niederschläge erwarten. Es macht sich ein Trockenheitsszenario breit. In den USA hat sich der Zustand der Winterweizenbestände verschlechtert. Auch in Kanada und Nordchina soll es auf den Weizenfeldern zu trocken sein. Für die US-Winterweizenernte lassen die fehlenden Niederschläge zwar Ertragsminderungen erwarten, doch aufgrund des weit fortgeschrittenen Wachstumsstadiums rechnen Analysten kaum mit extremen Ernteverlusten.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago profitierten sowohl von der Weizenrallye, als auch von den sehr festen Kassapreisen in den USA. Die Wetteraussichten für die US-Maisernte werden derzeit nicht mehr so optimal beurteilt, zumal die Wetterfrösche wärmeres und trockenes Wetter vorhersagen.
An der Matif machten die Maisnotierungen für die neue Ernte einen Satz nach oben. Der feste Weizen ließ grüßen. Für November stiegen die Kurse 7,50 €/t an.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex blieb volatil. Die Bohnenkurse brachen bei Börsenschluss bis zu 12 US-$/t ein. Auch die Sojaschrotnotierungen schlossen für den Frontmonat mit nahezu ähnlichen Verlusten. Eine neuerliche Verkaufswelle und Long-Liquidationen der Fonds brachten die Notierungen ins Rollen. Hinzu kamen Kontraktumschichtungen von Long-Positionen bei Bohnen gegen Shortpositionen bei Weizen und Mais. Die Verluste passen nicht so recht in das Wettermarkt-Szenario für Getreide. Unter dem Strich haben sich die Sojabohnennotierungen im Verlauf der Vorwoche noch behaupten können.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif entzogen sich den technischen Verlusten der Sojabohnen und legten für August 3,25 €/t zu. Allerdings war der Börsenhandel in Paris schon beendet, als die Sojabohnenkurse in Chicago richtig in den Keller rauschen. Da sich heute Morgen in Chicago wieder freundlichere Tendenzen für den Sojakomplex andeuten, könnten sich die die Nachwehen beim Matif-Raps heute in Grenzen halten.
Auch Winnipeg machte den Einbruch der Sojabohnen nicht mit.
 
Rohöl: Die Schwächetendenz bei Rohöl hielt an. Beide Ölsorten gaben weiter nach, WTI-Rohöl etwas stärker. Die europäische Schuldenkrise, und die Zuspitzung der Finanzprobleme in Spanien lassen weiteren Druck auf die Rohölnotierungen erwarten. Trotz der zuletzt deutlich rückläufigen Rohölnotierungen bleibt Rohöl für die Eurozone teuer. Umgerechnet Euro liegen die Rohölnotierungen immer noch 10 Prozent über dem Vorjahr. (St)
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