Tageskommentar Rohstoffe: Weizenkurse steigen deutlich über 200 Euro


Die rasante Aufwärtsbewegung der Weizennotierungen in Paris und Chicago hält an. Die beiden Börsen marschieren im Gleichschritt nach oben. Für Mais gab es in Chicago allerdings einen kleinen Dämpfer. Sojabohnen schlossen nur moderat im Plus. Raps setzte mit deutlichen Kursgewinnen seine Korrektur nach oben fort. Auch Rohöl legte kräftig zu.
 
Weizen: Die Flächenbrände im europäischen Teil Russlands haben die Weizenpreise hüben wie drüben weiter angefacht. An der Matif zogen die Kurse für den November über 12 €/t an und schlossen knapp unter 208 €/t. In Chicago notierte der Dezember 11 US-$/t im Plus.
Die Katastrophen-Meldungen aus Russland schüren Versorgungsängste bei Weizen und Vergleiche mit der Saison 2007/08 werden häufiger. Der Preisanstieg ist neben fundamentalen Gründen zu einem erheblichen Maß spekulativ bedingt. In Chicago haben die spekulativen Fonds ihre Shortpositionen inzwischen zwar erheblich reduziert, sind aber immer noch im größeren Stil ‚short‘. Die Weizenfutures gelten dort als überverkauft und nachdem rasanten Preisanstieg sind kurzfristige Gegenreaktionen und Gewinnmitnahmen kaum auszuschließen. An der Matif wird  ebenfalls kräftig gezockt, denn in der Vorwoche stiegen die offenen Positionen um fast 30.000 Kontrakte an.
Die wöchentlichen Exportanmeldungen der USA von 600.000 t lassen rege Verladungen aus der Ernte erkennen. Russland hat trotz aller Katastrophenmeldungen 180.000 t Weizen an Ägypten verkauft.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago tanzten mit leichten Kursverlusten ausnahmsweise aus der Reihe und konnten dem Tempo der Weizenpreise nicht mehr ganz folgen. Die Wetteraussichten für die US-Maisernte sind gut und das Potenzial für eine Rekordernte da. Die höheren Maispreise haben zudem zu größeren Verkäufen am Kassamarkt geführt und kurzfristig auf die Notierungen gedrückt.
An der Matif hielten die Maiskurse dagegen Schritt mit dem Weizen. Nach einem strammen Kursanstieg notierte Mais für den August bei 204 €/t.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex eröffnete zwar fest, gab seine Notizgewinne im Tagesverlauf aber teilweise ab. Long-Liquidationen und Hegde-Geschäfte sollen auf die Kurse gedrückt haben. Die Bohnenkurse schlossen noch moderat im Plus, bei Sojaschrot gab es ein geringfügiges Minus. Angeführt wurde Komplex von festeren Sojaölnotierungen.  Die wöchentlichen US-Exportanmeldungen für Bohnen fielen mit 161.500 t bescheiden aus, doch für die alte Ernte dürften auch nicht mehr allzu viele Bohnen für den Export zur Verfügung stehen.
 
Raps: An der Matif ging es für den Raps mit strammen Notizgewinnen weiter nach oben. Der November legte 7,50 €/t zu, der Mai sogar 9 €/t. Die bekanntermaßen enge Rapsbilanz scheint noch enger zu werden, denn Oilworld hat seine globalen Ernteerwartungen für Raps weiter zurückgenommen. Für die EU rechnen die Hamburger Analysten nur noch mit einer Rapsernte von 19,9 Mio. t.
In Winnipeg fand am Vortag kein Börsenhandel statt.
 
Rohöl: Deutlich festere Aktienmärkte, ein schwächerer US-Dollarkurs und positive Konjunkturdaten aus Europa und den USA hoben die Stimmung der Rohölhändler an. Die Rohölnotierungen in New York stiegen auf knapp 81,50 US-$/Barrel an und erreichten den höchsten Stand seit Mai. (St)
 
stats