Tageskommentar Rohstoffe: Weizennotierungen schalten auf Stand-by


Dem europäischen Weizen fehlten neue Impulse. Die Kurse zeigten an der Matif erneut kaum Veränderungen. In Chicago schlossen sie geringfügig schwächer. Bei Sojabohnen und bei Mais nimmt das Spekulationspotenzial an der Chicagoer Börse kräftig zu. Die offenen Positionen für gesamten Sojakomplex und für Mais sind signifikant gestiegen. Während sich die Chicagoer Maisnotierungen gut behaupten konnte, legten der Sojakomplex mit Spekulationen über Wettermärkte erneut zu. Die Glattstellungs-Rally bei Raps geht dem Ende zu und die Februarnotierung gab wieder nach. Rohöl setzte seinen stetigen Anstieg fort.
 
Weizen: An der Matif haben die Weizennotierungen auf Stand-by geschaltet. Es gab erneut kaum Kursbewegungen. Die Futures schlossen aber zumindest im grünen Bereich und gut behauptet. In Chicago notierte Weizen zum Börsenschluss nach Gewinnmitnahmen geringfügig schwächer. Der schlechte Zustand der US-Winterweizenbestände hat sich nicht positiv auf die Notierungen niedergeschlagen.
 
Im westlichen Weizengürtel, dem Kerngebiet des Hard-Red-Winterweizenanbaus leiden die Weizenbestände nach wie vor unter Wassermangel. Nach der jüngsten Bonitierung nahm die Zahl der guten bis sehr guten Bestände in Kansas um 4 Prozent auf 20 Prozent ab. Auf der anderen Seite der Skala sehen 39 Prozent der Bestände schlecht bis sehr schlecht aus. In Oklahoma fallen sogar fast 70 Prozent unter die miserable Bonitierung. In diesen Bundestaaten ist im vergangenen Monat kein nennenswerter Niederschlag gefallen und die Bestände sehen so schlecht aus, wie seit 1985 nicht mehr. Trotz vereinzelter kleiner Niederschläge ist keine gravierende Änderung der Wetterlage in Sicht. Im östlichen US-Weizengürtel bieten die Felder dagegen ein wesentlich besseres Bild. Dort wird in der Regel der in Chicago notierte Soft-Red Winterweizen angebaut.

Die kanadische Regierung erwartet in einem Ausblick eine sehr gute Weizenernte. Die diesjährige Weizenernte könnte 28,5 Mio. t erreichen und damit knapp fünf Prozent größer als im Vorjahr ausfallen. Russland wird in diesem Jahr nach offiziellen Einschätzungen nur noch 14 Mio. t Getreide exportieren können und hat seine Prognose um 1,5 Mio. t unten korrigiert. Am Weltmarkt ist russischer Weizen zurzeit konkurrenzlos teuer.
 
Mais: Das bemerkenswerteste am Chicagoer Mais war ein erneuter signifikanter Anstieg der offenen Positionen. Das Spekulationspotential bei Mais wächst. Anscheinend mobilisieren die Fonds zu Monatswechsel neues Kapital. Die Chicago Maisnotierungen schlossen für die vorderen Termine nahezu unverändert.
In Paris fehlt es Mais an Anregungen. Die Kurse konnten wie schon am Vortag mit einem leichten Plus schließen. Die Aktivitäten sind verhalten.
 
Sojakomplex: Die Chicagoer Händler und Fonds basteln weiter am Wettermarkt. In Argentinien soll es die nächsten zehn Tage trocken bleiben  und dies könnte die Aussicht auf eine gute argentinische Sojabohnenernte schmälern, so die Spekulationen. In Brasilien ist die Ernte in den nördlichen Landesteil von Regen unterbrochen und Verlade-Verzögerung ab. Die Chicagoer Börse setzt anscheinend darauf, dass anhaltende Verzögerungen bei den brasilianischen Verladungen kurzfristig den US-Sojabohnen zu Gute kommen könnten. Das Spekulationspotenzial hat sich bei Sojabohnen jedenfalls signifikant erhöht. Auch bei Sojaschrot und bei Sojaöl schlugen die Anleger zu und bauten die offenen Positionen aus.
 
Raps: An der Matif scheint die Glattstellungen-Rally für den Februar auslaufen. Nach zwischenzeitlichen Kursgewinnen von bis zu 5 €/t notierte der Frontmonat bei Börsenschluss 1,75 €/t schwächer. Der Mai legte dagegen leicht zu. Dennoch bleibt der Spread zwischen diesen Terminen erheblich. Die offenen Positionen haben sich für den Februar- Kontrakt und kurz vor seinem Auslaufen deutlich abgebaut. Es sieht derzeit fast so aus, als würden keine wesentlich größeren Mengen als üblich aus dem Februar angedient werden.
In Winnipeg bewegten sich die Canola-Kurse kaum. Die Aussichten für die kommende Rapsernte in Kanada sind zurzeit gut. Die kanadische Regierung geht in einem ersten Ausblick davon aus, dass die Rapsernte um 16 Prozent auf 15,5 Mio. t ansteigen könnte.
 
Rohöl: Die Notierungen für WTI- und Brent Crude-Öl haben sich weiter befestigt. Inzwischen hat sich auch Brent Crude-Öl auf den höchsten Stand seit vier Monaten hochgearbeitet. Positive Daten vom US-Immobilienmarkt und steigender Konjunkturoptimismus gelten als Auslöser für den neuerlichen Preisauftrieb. Nach Ansicht der Commerzbank haben die Rohölnotierungen im Vergleich zu den Aktienmärkten noch Nachholbedarf. Die OPEC geht allerdings davon aus, dass der globale Markt derzeit ausreichend versorgt ist und sieht keine Notwendigkeit für Mengenanpassungen. (St)
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