Tageskommentar Rohstoffe: Weizennotierungen schrauben sich weiter hoch


Die Versorgungsängste durch die großen Ausfälle der russischen Getreideernte und Spekulationen treiben die Weizenpreise an den internationalen Börsen stramm nach oben. Diesmal war Chicago der Vorreiter, aber auch an der Matif gab es weitere Notizgewinne. Die Maiskurse und Sojanotierungen schlossen sich der Weizenrallye in abgeschwächter Form an. Die Rapspreise in Paris legten weiter zu. Rohöl notierte knapp behauptet.
 
Weizen: In Chicago machten die Weizennotierungen ein Satz nach oben und legten fast 17 US-$/t für den Dezember zu. Shortabdeckungen und spekulative Käufe heizen die Stimmung weiter an, denn ein Ende der Trockenheit in Russland ist vorerst nicht in Sicht. Die fundamentalen Daten und das charttechnische Bild des Weizens dürften weiteres spekulatives Kapital anlocken. Ein Ende der Rallye scheint noch nicht in Sicht.
An der Matif schloss der November nach deutlicheren Kursgewinnen bei 210 €/t. Die Kursverluste des Vortags wurden schnell und mehr als kompensiert. Für Deutschland geht der Deutsche Bauernverband von 10 bis 15 Prozent niedrigeren Weizenerträgen als im Vorjahr aus. An den Kassamärkten gibt es erste Anzeichen, dass die Verarbeiter nicht mehr bereit sind, die steigenden Börsennotierungen 1:1 umzusetzen.
Russland hat 100.000 t Weizen nach Ägypten verkauft. Möglicherweise will man damit demonstrieren, dass man an den Exportmärkten präsent bleiben möchte. Tunesien hat 50.000 t Weizen optionaler Herkunft gekauft.  
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago schlossen sich der Richtung der Weizenpreise an. Mit einem Plus von über 4 US-$/t für den Dezember fiel der Notizgewinn überschaubar aus. Fundamental gibt es nichts Neues. Der Kapitalfluss nimmt zu. Die Weizenrallye scheint in Chicago derzeit noch mehr Kapital in die Maisfutures zu leiten, als in das Weizentermingeschäft. Die Ethanolproduktion in den USA ist weiter auf dem Vormarsch. In diesem Wirtschaftsjahr wurden fast 104 Mio. t Mais für die Ethanol- Verarbeitung verwendet.
Mit Notizgewinnen bis zu 4,50 €/t blieb der Mais an der Matif dem Weizen auf der Spur.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex schleicht sich im Schatten des Weizenmarktes stetig nach oben. Inzwischen haben auch die Sojabohnennotierungen eine beachtliche Performance hingelegt. Seit Anfang Juli zog die Novembernotierung bei Bohnen um 44 US-$/t an und die Dezembernotierung bei Sojaschrot stieg um 35 US-$/t. In den kommenden Tagen soll es in Teilen des mittleren Westens sehr heiß werden. Dies könnte dem Sojakomplex über einen Wettermarkt noch zusätzlichen Auftrieb geben.
 
Raps: Bei lebhaftem Volumen zogen die Rapsnotierungen an der Matif 3,50 €/t für November an. Der Markt ist fest, die Bilanzen sind eng. Die festen Rohölpreise wirken allenfalls zusätzlich stabilisierend.
In Winnipeg legten die Canola-Notierungen etwa 3 Can-$/t zu und profitierten von den festeren Sojaölnotierungen.
 
Rohöl: Mit behaupteten Kursen schlossen die Rohölnotierungen an der Nymex. Die freundlichen Impulse von den Aktienmärkten wurden durch einen etwas festeren US-Kurs kompensiert. Die wöchentlichen US-Bestandeszahlen bei Rohöl waren zwar rückläufig, in der Summe gab es bei den flüssigen Energieträgern aber kaum Veränderungen. (St)
 
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