Tageskommentar Rohstoffe: Weizenpreise kühlen sich leicht ab


Mit leichten Notizverlusten haben sich die Weizennotierungen an der Matif und in Chicago etwas abgeschwächt. Das USDA hat die Schätzung der globalen Weizenernte nach unten korrigiert, doch die Prognose ist möglicherweise etwas zu optimistisch. Die Maisnotierungen an der Matif erlitten einen kleinen Schwächeanfall. Auch in Chicago notierte Mais etwas schwächer. Die Rapskurse konnten nach volatilem Handelsverlauf wieder zulegen. Die Rohölnotierungen zogen trotz fehlenden Impulsen leicht an.
 
Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif schlossen für November 1,50 €/t schwächer. Zwischenzeitlich sah es nach einer deutlichen Kurskorrektur aus und die Futures notierten bis zu 10 €/t im Minus. Bei erneut sehr lebhaften Handelsaktivitäten könnte der kurzfristige Einbruch durch Gewinnmitnahmen bedingt sein. Immerhin wurden in der Vorwoche an der Matif eine Rekordmenge von 6,6 Mio. t Weizen gehandelt.
In Chicago waren die Weizennotierungen reif für eine Korrektur und gaben nach. Der vorangegangene stramme Kursanstieg galt als überzogen. Der Ausblick für den US-Weizenmarkt ist nach den jüngsten USDA-Zahlen eher bärisch. Die US-Weizenernte wurde auf das Vorjahresniveau angehoben. Die Bestände steigen um 2,8 Mio. t an und werden mit rund 30 Mio. t auf die Hälfte der diesjährigen US-amerikanische Weizenernte anwachsen.
Der globale Ausblick des USDA für diese Saison lässt trotz der Rücknahme der Weltweizenproduktion von 7,5 Mio. t eine relativ gute Weizenversorgung erwarten. Möglicherweise sind die Prognosen des USDA zu optimistisch. So geht das USDA für die EU noch von einer 2,6 Mio. t größeren Weizenernte gegenüber dem Vorjahr aus, beließ die ukrainische Weizenernte gegenüber dem Vormonat bei 20 Mio. t und weist für Russland und Kasachstan zusammen nur ein Minus von 7,5 Mio. t unter dem Vorjahr aus. Für Kanada wurde die Weizenernte allerdings um 6 Mio. t gegenüber dem Vorjahr reduziert.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago gaben zusammen mit schwächeren Weizenkursen etwas nach. Der USDA-Report fiel leicht bärisch aus, denn die US-Maisvorräte für die laufende Saison wurden um zwar um 3,2 Mio. t reduziert, aber weniger als erwartet. Die heranwachsende US-Maisernte hat nach Einschätzung des USDA Rekordpotenzial. Die Aussichten für Mais könnten mittelfristig positiv sein, denn in den USA reduziert sich das Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch in der kommende Saison voraussichtlich auf 12 Prozent. Global hält das USDA 2010/11 einen leichten Anstieg der Endbestände um 1,5 Mio. t für möglich. Die chinesische Maisernte wird allerdings trotz der erheblichen Trockenheitsprobleme im Nordosten Chinas noch mit 166 Mio. t angesetzt.
An der Matif erlitten die Maiskurse einen leichten Schwächeanfall und gaben 3,50 €/t für den August nach. Zwischenzeitlich waren die Kurse noch deutlicher zurückgegangen.  
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex legte mit Notizgewinnen zu. Mit 865.000 t waren die wöchentlichen US-Exportzahlen für Sojabohnen gut und die Händler in Chicago halten unsichere Witterungsbedingungen als Preisargument heraus. Im USDA-Report wurden die US-Sojabohnenbestände zum Ende der Saison etwas nach unten korrigiert. Mit knapp 4,8 Mio. t bleiben sie vergleichsweise eng und unterstützen die alterntigen Sojabohnenpreise. Die kommende Sojabohnenernte könnte nach den USDA-Zahlen knapp das Rekordergebnis des Vorjahres verpassen. Vorausgesetzt Südamerika fährt eine gute Bohnenernte ein, könnten die globalen Endbestände in der Saison 2010/11 auf knapp 68 Mio. t steigen. Mit einem Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von 27,4 Prozent lässt sich daraus eine komfortable Versorgung ableiten.
 
Raps: An der Matif nimmt die Volatilität im Rapshandel zu. Der August schloss 3,25 €/t im Plus, wurde aber im Tagesverlauf in einer Bandbreite von etwa 7 €/t gehandelt. Der Preisabstand zwischen den einzelnen Terminen hat sich fast neutralisiert.
In Winnipeg konnten sich die Canola-Notierungen behaupten. Die Dynamik hat sich nach der Rallye der Vortage abgeschwächt. Das USDA schätzt die kanadische Rapsernte im neuen Report auf 10,2 Mio. t und liegt damit auf Linie mit den durchschnittlichen Einschätzungen des Marktes.
 
Rohöl: Die leichte Erholungsphase an den Aktienmärkten brachten auch den Rohölnotierungen kleinere Kursgewinne. Die Kurse stiegen auf über 76 US-$/Barrel an. (St)
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