Tageskommentar Rohstoffe: Wetter und unsichere Eurozone setzten Märkte vor dem Wochenende unter Druck


Unsichere Wetteraussichten und die angespannte Situation in der Eurozone setzten die Märkte vor dem Wochenende zum größten Teil unter Druck. Weizen und Mais verloren in Chicago wie in Paris. Der Sojakomplex beendete die Sitzung mit gemischten Einschätzungen. Raps gab noch einmal deutlich nach. Rohöl tendiert nach dem Wahlausgang in Griechenland mit Gewinnen.

Weizen: Der Juliweizen in Chicago fiel auf den niedrigsten Stand seit Mitte Mai zurück. Die Funds waren aktive Verkäufer selbst bei einer positiven Neigung der externen Märkte. Die Schwäche im Mais und die politischen Unsicherheiten in Europa über das Wochenende wegen der Wahl in Griechenland hielten den Markt unter Druck. Auch fehlte das Kaufinteresse von den Spekulanten. Der europäische Weizen stand aufgrund des besseren Wetters in Westeuropa unter Druck. Die Unsicherheiten über die Ernte in der Schwarzmeerregion bleiben bestehen. Allerdings war die Rede von kurzfristig etwas mehr Regen in Russland, was ebenfalls zu dem negativen Ton beitrug. Die Aussichten für China werden wiederum wegen zu viel Regens in Frage gestellt. Weizen in Paris war am Freitag eindeutig auf der negativen Seite. Bis zu 2,50 €/t verlor der Future.

Mais: Wetterunsicherheiten mit Aussichten auf kühlere Temperaturen und die Situation in Griechenland waren die wesentlichen Faktoren, die den Markt am Freitag in Chicago deutlich unter Druck setzten. Der angekündigte Regen könnte die erwartete Hitze etwas abfedern. Die Rede von einer geringeren oder sogar eingestellten Ethanolproduktion einiger Fabriken aufgrund schlechter Margen schürte den Gedanken, dass Mais stärker im Kassamarkt verkauft werden könnte. Eine neuere höhere Schätzung der Maisfläche im Vergleich zu den Daten des USDA unterstrich den negativen Ton. Die Nervosität in der Eurozone und die Wetterunsicherheiten werden den Markt auch in dieser Woche volatil halten. Mais in Paris teilte diese negative Meinung und verlor auf fast alle Monate 3,00 €/t.

Sojakomplex: Während die Julibohne nachgab, zeigte der November positive Zeichen zum Ende der Sitzung. Die externen Märkte wirkten meistens unterstützend, dennoch blieben Erwartungen für eine schwächere Situation am Montag. Regen könnte die trockenen Regionen in den kommenden Tagen entlasten. Einige Gebiete benötigen dringend Niederschlag. Neben der Wettersituation in den USA bleiben die Unsicherheiten in der Eurozone ein belastender Faktor sowie auf der anderen Seite die extrem hohen Temperaturen in der Schwarzmeerregion sowie heiße und trockene Aussichten für den Norden Chinas. Andere Gebiete in dem asiatischen Land haben wiederum mit Überflutungen zu kämpfen. China kaufte 262.000 t US-Sojabohnen für die Saison 2012 /13. Weitere 120.000 t gehen an einen unbekannten Abnehmer, und China löste ein Geschäft 000 t Sojabohnen für die Saison 2011 /12 auf. Eine neuere Aussage über eine größere Anbaufläche im Vergleich zum USDA-Report schwächte den Markt zusätzlich.

Raps: Raps in Paris musste am Freitag noch einmal deutlich Federn lassen. Die Verluste lagen bei bis zu 4,00 €/t im August und November und 4,25 € im Februar 13. Winnipeg dagegen schloss mit positiven Vorzeichen.

Rohöl: Am Freitag wurden die Rohölpreise von den Finanzmärkten gestützt. Dennoch wurde die Unsicherheit an den Finanzmärkten vor den Wahlen in Griechenland als sehr hoch eingestuft, auch wenn auf Hilfen von den Notenbanken im Fall eines ungünstigen Wahlausganges gerechnet wurde. Nach der Wahl in Griechenland ist Entspannung angesagt. Die Ölpreise reagieren mit Gewinnen. (dg)
stats