Tageskommentar Rohstoffe: Wetterkapriolen können den US-Weizen nicht stützen


Weizen in den USA musste trotz Wetterkapriolen in Argentinien und den USA Verluste einstecken. In Paris war er nur vorn leicht schwach gestimmt. Mais in Chicago konnte seine feste Tendenz aus der Nacht halten. Eine Korrektur der Maisernte in Argentinien leistete den Preisen Unterstützung. In Paris tendierte der Mais mehr oder weniger unverändert. Der Sojakomplex wird weiter von einer guten Exportnachfrage getragen. Raps in Paris sah für die vorderen Monate leicht schwächere Kurse. Rohöl unterliegt den Nachrichten aus den USA zu Haushalt und Konjunktur und gibt heute Morgen wieder nach. Die Nachtbörse in Chicago zeigt heute Morgen ein uneinheitliches Bild. Mais und Weizen sehen rote Vorzeichen, der Sojakomplex bleibt weitestgehend positiv gestimmt.

Weizen:
Dezember- wie Märzweizen sahen auch am Wochenanfang Verluste. Frühe Gewinne beim Weizen in Chicago waren noch an die Nachricht gebunden, dass die USA über das Wochenende Weizen nach Ägypten verkauft hat. Kansas City führte dann den Future aber in die Verlustzone, weil von dort die teuersten Offerten für den Ägyptentender kamen. Ein schwächerer Dollar und Wetterbedenken in Argentinien unterstützten die Preise wiederum. Aufgrund heftiger Regenfälle werden Ernteverzögerungen und Auswirkungen auf Erträge und Qualitäten erwartet. Es gibt Gerüchte, dass die Regierung von Argentinien weitere Exporte stoppen könnte. Die trockenen Wetterverhältnisse in den westlichen Plains in den USA limitierten die Verluste zusätzlich. Die wöchentlichen Exportzahlen lagen in der Woche bis zum 29. November lagen bei 14,9 Mo. Bushels gegenüber 7,8 Mio. Bushels in der Vorwoche. Die Exportrate liegt aber bei 42 Prozent der USDA-Erwartungen gegenüber einem Fünf-Jahres-Schnitt von 52 Prozent. In Paris sah der Weizen lediglich leichte Verluste für den Januar. Die späteren Monate waren unverändert oder auch wieder fester gestimmt.

Mais: Nach einer sehr festen Nachtsitzung konnte der Mais in Chicago seine Gewinne am gestrigen Tag halten. Aufgrund heftiger Regenfälle in Argentinien werden für die Aussaat deutlichen Verzögerungen erwartet. Die Tatsache, dass dadurch Fläche an den Sojabohnenanbau verloren gehen könnte, führt mittlerweile zu einer Korrektur der Maisproduktion. Wenn bisher von 28 Mio. Tonnen ausgegangen wurde, sieht das USDA die Menge mittlerweile bei nur noch 23 bis 25 Mio. Tonnen. Weitere Gewinne des Futures wurden durch fehlende Exporte limitiert. Bis Ende vergangener Woche wurden 9,6 Mio. Bushels gegenüber 15,9 Mio. Bushels Mais in der Vorwoche exportiert. Knapp 24 Mio. Bushels sind notwendig, um die Prognosen des USDA zu erfüllen. Die kumulierte Exportrate für dieses Wirtschaftsjahr liegt bei 18 Prozent gegenüber einem Fünf-Jahres-Schnitt von 24 Prozent. Die Hoffnung in den USA auf baldige größere Exporte bleibt bestehen. Südamerika bietet die Ware aber nach wie vor günstiger an. In Paris sah der Mais nur kleine Schwankungen. Der Tag endete mehr oder weniger unverändert.

Sojakomplex: Eine gute Nachfrage und beeindruckende Exportdaten verhalfen der Bohne am Wochenbeginn zu zweistelligen Gewinnen. Die guten Konjunkturnachrichten aus China beflügelten die Vorstellung, dass aus diesem Land weitere Kaufideen für den Dezember kommen könnten und gaben damit dem gesamten Future einen Schub. Das vorteilhafte Wetter in Brasilien und die mögliche Ausdehnung der Fläche für Sojabohnen in Argentinien zu Lasten von Mais könnte auf den langfristigen Terminen lasten. Die argentinische Aussaat von Sojabohnen wird im Moment bei 58 Prozent gesehen. Im vergangenen Jahr lag der Fortschritt der Arbeiten bei 66 Prozent. Die Arbeiten in Brasilien sind zu 86 Prozent erledigt, gegenüber 76 Prozent in der vergangenen Woche und 93 Prozent im Vorjahr. Die Exportdaten der vergangenen Woche lagen bei 51 Mio. Bushels im Vergleich zu 45,5 Mio. Bushels in der vergangenen Woche. Lediglich 19 Mio. Bushel wären notwendig, um die Erwartungen des USDA für dieses Wirtschaftsjahr zu erreichen. Die aktuelle Exportrate liegt bei 45 Prozent gegenüber dem Fünf-Jahres-Schnitt von 33 Prozent.

Raps: Raps in Paris musste gestern noch einmal leichte Verluste für die vorderen Monate einstecken. Sie lagen bei maximal 1,25 €/t. Ab Februar 2014 waren eine leichte Erholung oder unveränderte Kurse an der Tagesordnung. Auch Canola in Winnipeg folgte nicht dem festen Sojakomplex und schloss schwächer.

Rohöl: Nachdem die Ölpreise am Montag aufgrund eines unklaren Bildes der US-Konjunkturdaten uneinheitlich tendierten, liefern die Haushaltsverhältnisse und Wirtschaftsdaten in den USA heute Morgen Argumente für nachgebende Ölpreise. (dg)
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