Tageskommentar Rohstoffe: Wetternachrichten sind eingepreist

22.9.2010 Weizen gibt noch einmal nach. Die Wetternachrichten sind eingepreist. Auf einem hohen Niveau muss auch der Mais Verluste hinnehmen. Für eine weitere Festigkeit fehlen ebenfalls dem Sojakomplex Neuigkeiten. Auch hier sind schwächere Kurse an der Tagesordnung. Raps schließt sich dieser Tendenz an.

Weizen: Der Weizen in Chicago gab noch einmal nach. Die Wetterkapriolen in der Welt scheinen eingepreist zu sein. Erst neue Nachrichten könnten eine weitere feste Rallye entzünden, glauben einige Marktteilnehmer. Russland hat in diesem Jahr 54,3 Mio. t Getreide geerntet. Das sind 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Ukraine hat mit 32,64 Mio. t 15 Prozent weniger Getreide eingebracht als 2009. Winterweizen in der Ukraine wurde in den vergangenen Wochen auf 2,18 Mio. ha ausgesät. Auch das sind 15 Prozent weniger als im Vorjahr. In Paris verlor der Weizen ebenfalls leicht.

Mais: Am Dienstag konnte sich der Markt zunächst nicht entscheiden, in welche Richtung er sich bewegen sollte. Schlussendlich gaben die Preise nach nochmaligen Gewinnmitnahmen nach und untermauerten die Korrektur vom Vortag. Dennoch sind die Verluste nicht sehr groß im Vergleich zu den Gewinnen der vergangenen Zeit. Die Preise bleiben auf ihrem höchsten Stand seit September 2008. Der Markt sucht nach neuen Meldungen, die eine eindeutige Richtung der Preise vorgeben könnten. An der Börse in Paris konnten die Preise noch einmal leicht ausgebaut werden.

Sojakomplex: Auch der Sojakomplex musste gestern in Chicago Federn lassen. Meldungen für einen Ausbau der festen Kurse fehlten. Auch hier sind die bullischen Neuigkeiten bereits eingepreist und konnten der festen Tendenz des Vortages nicht mehr folgen. Der Frost in China wird mittlerweile, zumindest von einer nationalen, staatlich gestützten Informationszentrale, nicht als ein großes Problem angesehen. Die Ernte sei zu einem Drittel eingebracht. Der verbleibende Anteil auf den Feldern sei reif und selbst bei Frost würde die Ernte nicht beeinträchtigt. Für 2011 sollen weitere 170 000 t Sojabohnen aus den USA nach China verkauft worden sein. Ende September werden in Brasilien größere Regenfälle erwartet, die die Aussaat für die Farmer erleichtern sollen.

Raps: In Paris verlor der Raps im Gegensatz zum Vortag leicht und schloss sich damit der allgemein etwas schwächeren Meinung im Markt an.
Auch Canola in Winnipeg musste sich den Marktgegebenheiten beugen. Gewinnmitnahmen waren eine Ursache. Zudem verkauften die Farmer größere Mengen am Kassamarkt. Einige Marktteilnehmer sahen auch eine notwendige Korrektur der Preise, weil sie zu schnell zu hoch gestiegen seien.

Rohöl: Eine eindeutige Richtung im Markt kann auch das Rohöl nicht finden. Nachdem es gestern schwächer bewertet wurde, scheint heute ein schwacher Dollar die Notierungen zu stützen. Die Nachfrage bleibt dabei nicht sehr groß. (dg)
stats