Tageskommentar Rohstoffe: Witterung unterstützt den Sojakomplex

Gewinnmitnahmen schmälern die feste Preistendenz beim Weizen. Auch Mais erlebte eine Preiskorrektur in Chicago. In Paris zeigten die Kurse am Montag noch eine feste Tendenz. Der Sojakomplex steht unter dem Einfluss der Wetterbedingungen in der Welt und legte deutlich zu. Die Rapspreise zeigen auch eine festere Tendenz

Weizen: Die Weizenpreise haben sich in Chicago wieder leicht zurückgezogen. Die Händler haben Gewinnmitnahmen realisiert. Die Preise hatten gestern ihren höchsten Preis nach den angekündigten Exportverboten aus Russland im vergangenen Monat. Marktteilnehmer bleiben nervös wegen der globalen Getreideproduktion, weil die Russen unbedingt Regen für die Aussaat benötigen. Daneben besteht die Befürchtung, dass der Frost am Wochenende in Kanada die Qualitäten beeinträchtigt haben könnte. Außerdem ist es im Westen Australiens zu trocken. Die enttäuschende Maisernte in den USA wird als weiterer unterstützender Faktor für den Weizen gesehen. Die fundamentalen Daten bekommen immer mehr ein Gesicht. Die Spekulation bringt dabei die Unsicherheit in den Markt. An der Matif behauptete sich der Weizen ebenfalls nur mäßig.

Mais: in Chicago endete der Maisfuture in einer bescheidenen Korrektur. Händler beurteilten die Festigkeit der Preise der vergangenen Wochen aufgrund des Wetters als ausreichend. Gewinnmitnahmen waren ebenfalls ein Grund für die Korrektur der Preise. Der Markt war ein wenig gefangen zwischen einem steigendem Markt für Soja und einem schwächeren Weizen. Nachdem sich die Preise während der meisten Zeit des Tages noch hoch hielten, gaben sie später nach. Die Meinungen über die weitere Entwicklung gehen auseinander. Während die einen Marktteilnehmer der Meinung sind, dass die Nachfrage nach Mais aufgrund der hohen Preise nachgibt, sehen andere die feste Tendenz für die kommende Zeit anhalten. Die enttäuschende Ernte in den USA und Ernteprobleme in anderen Teilen der Welt unterstützen diese Meinung. An der Börse in Paris konnte der Mais bis August 2011 zum Schluss des Tages noch Gewinne verbuchen.

Sojakomplex:
Der Sojakomplex endete an seinem höchsten Punkt in fast einem Jahr, unterstützt von den Risiken einer kleineren Weltversorgung aufgrund der derzeitigen Witterungsverhältnisse. Die Kombination von Frost in Kanada und China und dem Mangel an Bodenfeuchtigkeit in Südamerikas Anbauregion dienten als Katalysator für höhere Preise. Das Wetter war der dominierende Faktor, der die Spekulanten und damit die Käufer wieder auf den Plan rief. Darüber hinaus hat eine neue Exportnachfrage aus China diese Meinung unterstützt. Private Exporteure sollen 225.000 t amerikanische Sojabohnen für die Lieferung in 2011 verkauft haben.

Raps: Raps schloss sich in Paris den Entwicklungen am Sojamarkt in den USA an und schloss fester. Diese Entwicklung konnte er auch bis zu den Monaten Anfang 2012 durchhalten.
Auch in Winnipeg schloss Canola fester, auch wenn die Vorteile zum Schluss des Tages durch Gewinnmitnahmen geschmälert wurden. Die Festigkeit für Canola kam in erster Linie von den ersten Frösten in Kanada am Wochenende. Ein guter Teil der Ernte in Alberta und Saskatchewan sollen zu diesem Zeitpunkt noch unreif gewesen sein. Qualität und Quantität werden dadurch beeinträchtigt.

Rohöl: Nach den gestiegenen Kursen am Montag, wird Rohöl heute wieder schwächer bewertet. Ausschlaggebend soll die Zinsentscheidung der US-Notenbank sein. Weitere Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur werden im Markt nicht erwartet. (dg)
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