Tageskommentar Rohstoffe: Wochenanfang deutet auf hitzige Börsenkurse hin


Zum Wochenbeginn zeichnet sich nach den Vorgaben der Chicagoer Börse erneut ein hitziger Börsentag ab. Sojabohnen, Mais und Weizen notieren heute Morgen in Chicago alle kräftig im Plus. Schon am vergangenen Freitag hatte sich schon wieder eine feste Tendenz etabliert. Die Bohnenkurse profitierten zum Wochenschluss in Chicago mit den kräftigsten Kursgewinnen, aber auch die Maisnotierungen bewegten sich weiter nach oben. Der Matifweizen profitierte vor allem von den zwischenzeitlich festen Vorgaben aus Chicago und zog ebenso wie Mais deutlicher an. Raps legte ebenfalls zu. Die Rohölnotierungen zeigen ansteigende Tendenz.
 
Weizen: Weizen blieb ohne neue fundamentale Anregungen. In Chicago zogen die Weizennotierungen unter dem Einfluss der festen Maiskurse zeitweise kräftig an, gaben aber bei Börsenschluss ihre Tagesgewinne wieder weit gehend ab.
Der Matifweizen profitierte noch von den festeren Kursen aus Übersee und der Novemberweizen notierte 4,50 €/t fester. Die offenen Positionen steigen weiter kräftig an. Von Ende Mai haben sie um mehr als 120.000 Kontrakte oder umgerechnet 6 Mio. t zugelegt. In der Summe entsprechen die offenen Weizenpositionen an der Matif einer Menge von über 16 Mio. t oder 13 Prozent der gesamten EU-Weichweizenernte.
In Russland sollen die Getreideterminals und Verladeanlagen in Noworosijsk nach offiziellen Aussagen von der Flutwelle der Vorwoche nicht beschädigt sein. Noworosijsk ist ein Dreh- und Angelpunkt der russischen Getreideexporte am Schwarzen Meer. Über diesen Hafen wurden im Vorjahr 21 Prozent der gesamten Getreideausfuhren abgewickelt.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago schlossen nach Gewinnmitnahmen nur mit überschaubaren Kursgewinnen. Die Tendenz bleibt weiter fest. Nach den Wetterprognosen soll zum Wochenanfang in Teilen des mittleren Westen zwar etwas Regen fallen, doch im zentralen Maisgürtel bleibt es heiß und trocken. Im Markt rechnet man heute mit einer weiteren Rückstufung bei der Bonitierung der US-Maisbestände.
An der Matif sprangen die Maisnotierungen für August 7,75 €/t nach oben und auch für die neue Ernte gab es ordentliche Kursgewinne. Der Maishandel an der Matif bleibt vergleichsweise rege. Am vergangenen Freitag dürften das Handelsvolumen mit mehr als 5.300 Kontrakten einen neuen Rekordstand markiert haben.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex scheint das Lieblingsobjekt der Anleger zu bleiben. Am Freitag zogen die Sojabohnenkurse und die Schrotnotierungen über 8 US-$/t an. Die Fonds haben ihre Long-Positionen wieder kräftig ausgebaut und bewegen sich damit schon langsam wieder auf Richtung alter Rekordstände. Heute Morgen deutet sich nach den Chicagoer Vorgaben eine Verschärfung der Preisrallye an. Auch für US-Sojabohnen erwartet man heute Abend eine Rückstufung bei der Bestandes-Bonitierung.
 
Raps: Mit Kursgewinnen von um die 4 €/t für August passten sich die Rapsnotierungen an Matif in das feste Umfeld ein. Die sprunghaft gestiegenen Kurse für Rapssaat in den Vortagen stehen allerdings konträr zu den erzielbaren Erlösen der Endprodukte Rapsöl und Schrot. Die Rapsölpreise sind dem Anstieg der Rapssaatpreise nicht gefolgt und standen zuletzt sogar unter Druck. Die Rapsschrotpreise sind zwar angezogen, können aber die fehlende Margen aus dem Ölgeschäft bei weitem nicht ausgleichen. Die sehr schwachen Margen der Rapsverarbeitung dürften trotz der Höhenflüge an den Börsen auf Preisaussichten an den Kassamärkte bremsen.  
In Winnipeg notierten Canola-Raps gut behauptet bis freundlich. Der Einfluss des Sojakomplexes hielt sich in Grenzen.
 
Rohöl: Deutliche Kursanstiege an den Aktienmärkten und besser als erwartete Konjunkturdaten aus China ließen die Rohölnotierungen um gut 1 US-$/Barrel ansteigen. Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal dieses Jahres um 7,6 Prozent gewachsen und hat die Zinssätze gesenkt. Wirtschaftsexperten hatten im Vorfeld mit einem deutlich niedrigeren Wachstum in China gerechnet. Die Internationale Energieagentur IEA rechnet für das laufende Kalenderjahr ähnlich wie die Opec mit einem Anstieg des weltweiten Ölverbrauchs von 800.000 Barrel pro Tag. Für 2013 erwartet Sie einen Anstieg der globalen Ölnachfrage um 1 Mio. Barrel pro Tag. Der Iran gilt weiterhin als Risikofaktor für die Ölmärkte. (St)
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