Tageskommentar Rohstoffe: Zinserhöhung Chinas drückt Börsen nur kurzzeitig

Die Anhebung des chinesischen Zinssatzes um 0,25 Prozentpunkte hat an den Warenterminmärkten nur zu kurzem Preisdruck geführt. Die Notierungen für Weizen an der Chicagoer Börse schlossen fester. In Paris gab es allerdings ein leichtes Minus. Mais konnte sich knapp behaupten. Der Sojakomplex verbuchte wieder Notizgewinne. Die Rohölnotierungen erholten sich nach kurzem Einbruch. Heute steht der neue USDA-Report im Fokus des Marktes.
 
Weizen: Nach schwachem Start schlossen die Weizenkurse an der Chicagoer Börse 5,60 US-$/t fester. Die lebhafte globale Weizennachfrage bleibt der stützende Faktor. Befürchtungen über ungünstiges Wetter in den USA und in den chinesischen Weizenanbaugebieten waren aber der Auslöser. Nach einem Bericht der FAO entwickelt sich die Trockenheit in China zu einem ernsthaften Problem. Von etwa 14 Mio. ha Winterweizenflächen sollen 5,16 Mio. ha von der Trockenheit betroffen sein. Von offizieller chinesischer Seite war bereits in der Vorwoche darauf hingewiesen worden, doch ihr Hinweis ging im Zuge der Unruhen in Ägypten unter. Inzwischen rechnen viele Analysten auch Weizen mit einer engen Bilanz. Jordanien hat 100.000 t US-Weizen in die Bücher genommen.
An der Matif hielten sich die Weizennotierungen nur im roten Bereich auf. Mit einem Minus von 1,75 €/t für den März schlossen sie aber etwas unter den Tages-Tiefstständen.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago und in Paris konnten sich bei leichten Notizverlusten nicht ganz behaupten. Der Markt blieb ohne große Bewegung. Gewinnmitnahmen drückten auf die Kurse, doch der übergreifende Einfluss von höheren Weizennotierungen milderte in Chicago den Kursrückgang ab. Die Maisbestände in Argentinien sollen sich von den Trockenschäden etwas erholen.
 
Sojakomplex: Nach Kursgewinnen machten die Sojabohnen ihre Vortagsverluste wett. Auch Sojaschrot legte zu und kompensierte die rückläufigen Kurse der beiden Vortage komplett. Die unvermindert anhaltende Nachfrage Chinas nach Sojabohnen wird als Preisargument genannt. Die Zinserhöhung Chinas hinterließ keinen nachhaltigen Eindruck auf den Sojakomplex. Es gibt keine Anzeichen, dass den Chinesen der Appetit auf Sojabohnen vergangen sein könnte. Vom heutigen USDA-Report erwartet man einen Rückgang der schon engen US-Sojabohnen Endbestände.
 
Raps: Bei Raps gab es an der Matif eine deutliche Kurskorrektur von Minus 7,25 €/t für Mai. Gewinnmitnahmen und die zwischenzeitlich schwächeren Rohölpreise drückten auf die Notierungen. Der schwache Frontmonat färbte auch auf die neue Ernte mit Notizverlusten bis zu 3,25 €/t für November ab. Die offenen Positionen sind in den vergangenen Tagen wieder angestiegen.
Feste Pflanzenölmärkte und der Einfluss des Sojakomplexes ließen die Canola-Kurse in Winnipeg bis zu 4,10 €/t für die alte Ernte im Plus schließen. Die neue Ernte legte erneut stärker zu.
 
Rohöl: Die Zinserhöhung Chinas von 0,25 Prozentpunkte drückte die Rohölnotierungen kurzzeitig deutlich ins Minus. Zu Tagesschluss konnten sie sich jedoch wieder erholen. Die Befürchtungen, dass der Zinsschritt Chinas die Konjunktur und Ölnachfrage bremsen könnte, verflüchtigen sich relativ schnell.  Brent Crude Öl schloss fester und notiert wieder bei 100 US-$/Barrel. Beim WTI-Rohöl in New York hielten sich die Verluste bei einem Schlusskurs von knapp 87 US-$/Barrel in Grenzen. Der Spread zwischen den beiden Ölsorten bleibt sehr hoch. (St)
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