Tageskommentar Rohstoffe: Zum Wochenende Agrarkurse durchweg fester


Zum Wochenschluss sahen die Börsen in Chicago wie in Paris wieder Gewinne für alle Agrarrohstoffe. Externe Daten wie die Arbeitsmarktdaten in den USA und ein schwacher Dollar unterstützten die Bewegung. Dennoch bleiben die Auswirkungen der Trockenheit beherrschendes Thema für die Einschätzung des weltweiten Angebots an Weizen, Mais und Sojabohnen. Raps folgte der festen Tendenz. Rohöl profitierte von den Arbeitsmarktdaten in den USA und tendierte ebenfalls fester. Zum Wochenbeginn zeigt Rohöl wieder leicht schwächere Kurse.

Weizen: Nach einer Woche deutlicher Liquidation und Gewinnmitnahmen sah der Markt am Freitag in Chicago wieder etwas Licht am Horizont. Ein schwacher Dollar sowie ein fester Mais – und Sojabohnenmarkt unterstützte den Weizen. Auch wurde wieder die Trockenheit als Argument beansprucht. Eine große US-Bank prognostiziert weiter hohe Weizenpreise aufgrund einer kleineren Produktion in Indien, Argentinien, Australien und der Schwarzmeerregion. Die russische Regierung hat für diese Woche eine Bewertung ihrer eigenen Versorgung angekündigt. Eventuelle Entscheidungen zur russischen Exportpolitik werden im Markt beobachtet. Auch wenn die Versorgung mit Mais das zentrale Thema im Getreidemarkt bleibt, übt ebenso die Nachfrage nach Futterweizen und die Einschnitte in die globale Weizenproduktion Einfluss auf die Weizenpreise aus.
In Paris zeigte der Weizen ebenfalls Erholungstendenzen. Der November schloss bis zu 4,50€/t.

Mais: Der Dezembermais in Chicago schloss am Freitag ebenfalls deutlich fester. Externe Märkte halfen. Die Beschäftigungszahlen in den USA zeigen sich im Moment besser als erwartet. Die US-Aktien neigen wieder zu etwas mehr Festigkeit. Der Dollar schwächelte. Ein privater Analyst korrigierte zudem die Erträge bei Mais von 134 Bushels /Acre auf knapp 121 Bushels. Die Produktion für 2012/13 wird auf 10,3 Mrd. Bushels geschätzt. Gleichzeitig geht das gleiche Unternehmen davon aus, dass sie das endgültige Ergebnis der Ernte bei 131 Bushels/Acre und 11,2 Mrd. Bushels Gesamternte sehen. Beide Zahlen markieren dennoch das untere Ende der Markterwartungen und unterstützen damit die Preise. Im Markt bleibt die Befürchtung bestehen, dass die anhaltende Trockenheit in den USA auf die globale Versorgung historische Auswirkungen haben könnte und damit die Preise auf neue Höchstwerte treiben könnte. Händler haben zum vergangenen Wochenende im Hinblick auf den nächsten USDA-Report in dieser Woche allerdings auch Positionen ausgeglichen.
Mais in Paris schloss ebenfalls mit festeren Kursen.

Sojakomplex: Sowohl Bohnen als auch Schrot und Öl sahen am Freitag in Chicago festere Kurse als an den Vortagen. Externe Vorgaben waren unterstützende Auslöser für diese Tendenz. Rohöl leistete dem Bohnenmarkt ebenfalls Unterstützung aufgrund der wachsenden angespannten Verhältnisse in Syrien. Ein Getreideanalyst erwartet für die Saison 2012/13 jetzt einen durchschnittlichen Ertrag von 37,2 Bushels/Acre. Bisher lagen die Prognosen bei 38,5 Bushels. Die gesamte Produktion wird von diesem Haus auf 2,8 Mrd. Bushels vorausgesagt. Das entspricht in etwa den Markterwartungen. Die kommenden zwei Wochen bleiben die kritischste Phase für die den Aufwuchs der Bohnen und die Wettervoraussagen bleiben unvorteilhaft. Etwas mehr Regen könnte allerdings in dieser Woche im östlichen Maisgürtel und im Südosten der USA fallen. Dies könnte der Entwicklung der Pflanzen helfen. In anderen Regionen des Mittleren Westens, wie beispielsweise der westlichen Mitte und dem südwestlichen Mittleren Westen sollen warm und trocken bleiben. Dies bedeutet für die Pflanzen Trockenstress. Der Handel am Freitag war auch verbunden mit Abdeckungskäufen von Händlern und bereitet den Markt auf die nächste Schätzung in dieser Woche vor.

Raps: Die Preise für Raps in Paris konnten ebenfalls eine Erholung vorweisen. Der November und Februar beendeten die Sitzung mit einem Plus von 4,75€/t. Canola in Winnipeg zog mit der allgemeinen Entwicklung mit und schloss ebenfalls im grünen Bereich.

Rohöl: Die Arbeitsmarktdaten aus den USA blieben nicht ohne Wirkung auf den Rohölpreis. Die Kurse zogen am Freitag deutlich an. Zum Wochenbeginn zeigt sich dieser Markt wieder etwas abgeschwächt. (dg)
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