Tageskommentar Rohstoffe: Ölsaaten-Rallye geht weiter


Die US-Anbauschätzung hat die Ölsaaten-Rallye mit neuem Treibstoff versorgt. Die Kurse für Sojabohnen und Raps zogen erneut kräftig an. Auch Mais legte deutlicher zu. Dagegen beruhigten sich die Weizenterminmärkte erst einmal. Rohöl notierte mit freundlicheren Konjunkturdaten fester.
 
Weizen: Die Chicagoer Weizenbörse legte nach den strammen Kursgewinnen des Vortags einen Konsolidierungstag an. Die Kurse waren leicht rückläufig. Gute Bedingungen für die US-Winterweizenernte und eine Gegenreaktion auf die nach Ansicht von Börsenhändlern überzogene Rallye am Freitag drückten auf die Kurse. An der Börse in Minneapolis, wo proteinreicher Sommerweizen notiert wird, zogen die Kurse aufgrund der rückläufigen US-Sommerweizenfläche dagegen weiter an. Nachbörslich veröffentlichte das USDA seinen ersten flächendeckenden Crop-Report. Darin wurden die US-Winterweizenbestände zu 58 Prozent mit ‚gut bis sehr gut‘ bonitiert und stehen gegenüber dem Vorjahr 20 Prozent besser da.
Der IGC hat seine Prognose für die kommende globale Weizenernte etwas angehoben und um 1 Mio. t auf 681 Mio. t erhöht. Damit würde die Weizenernte 15 Mio. t kleiner als im Vorjahr ausfallen.
An der Matif setzten die schwächeren Vorgaben aus Übersee die Kurse leicht unter Druck. Bis auf den Frontmonat Mai gaben sie etwas nach.

 
Mais: Die Maiskurse legten erneut zu. Das Plus fiel mit etwas über 4 US-$/t gegenüber dem Vortag moderat aus. Die Stimmung blieb fest, der Markt rechnet weiterhin mit einer stetigen Maisnachfrage. Analysten gehen zudem davon aus, dass die US-Endbestände nach guten Verbrauchszahlen deutlich unter die vom USDA zuletzt ausgewiesen 20,4 Mio. t fallen werden.
In Paris schlossen die Maiskurse für die alte Ernte etwas schwächer.
Der IGC rechnet damit, dass die Maisernte 2012/13 weltweit 900 Mio. t erreichen könnte. Danach würde erstmals seit vier Jahren wieder mehr Mais produziert, als verbraucht.
 
Sojakomplex: Die Bohnerallye geht weiter. In Chicago notierten Sojabohnen für die neue Ernte bis zu 10 US-$/t fester, für die alte Ernte gab es ebenfalls deutlicher Notizgewinne. Auch Sojaschrot legte für den Winter mit fast 7 US-$/t stärker als für die laufende Kampagne zu. Die Fonds bauen ihr long-Engagement weiter aus. In nur zwei Tagen haben die offenen Sojabohnen-Positionen in Chicago um 52.000 Kontrakte zugenommen. China bedient sich bei seinen Bohnenkäufen auch weiter in den USA und hat dort 120.000 t gekauft.
 
Raps: Bei Raps setzte sich Höhenflug an der Matif fort. Nach Öffnung der Chicagoer Börse sprangen die Kurse bis knapp 9 €/t nach oben, konnten das Spitzenniveau von 499,50 €/t für den Mai aber noch nicht halten. Der Respekt vor 500-Euro Marke war noch etwas zu groß, doch es scheint nur eine Frage Zeit zu sein, bis der Kurs für die alte Ernte darüber springt. Für die neue Ernte lagen die Schlusskurse 7 €/t über dem Vortag.
Winnipeg machte die Bohnerallye diesmal nicht mit. Die Canolakurse schlossen mit überschaubaren Kursgewinnen für die neue und mit kleineren Verlusten für die alte Ernte durchwachsen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen erneut  zu. Die Kursabschläge nach oben unten bleiben überschaubar und eine tendenzielle Änderung des hohen Preisniveaus lässt sich nicht erkennen. Diesmal sorgten gute Konjunkturdaten aus den USA und China für gute Stimmung bei den Anlegern. Die Ölproduktion der Opec liegt laut Agenturberichten mit 31,22 Mio. Barrel/Tag auf dem höchsten Stand seit Oktober 2008. (St)
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