Tageskommentar Rohstoffe: Ölsaaten halten Kurs nach oben


Raps und Sojabohnen hoben sich mit Kursgewinnen von dem schwächeren Weizen- und Maisnotierungen ab. Vor allem für Weizen fehlen anregenden Impulse. Rohöl zog erneut an und bewegt sich auf dem höchsten Niveau seit mehr als einem halben Jahr.
 
Weizen: Für Weizen fehlten neue Impulse an den Terminmärkten. An der Chicagoer Börse setzte sich die schwache Tendenz des Vortages mit weiteren Notizverlusten fort. Vor allem der feste US-Dollarkurs drückte auf die Notierungen. An der Matif war die Stimmung ebenfalls schwach und der Frontmonat gab 2 €/t nach, die anderen Termine konnten sich ebenfalls nicht halten.
Saudi-Arabien hat einen Tender über 330.000 t Weizen mit einem Proteingehalt von 12,5 Prozent zur Verladung im Mai und Juni eröffnet. Die indische Regierung hat nach der Rekordernte von 86,9 Mio. t Weizen für den Export freigegeben. Normalerweise tritt Indien an den Exportmärkten nicht in Erscheinung.
 
Mais: Bei Mais blieb die Nachrichtenlage dürftig. Die Kurse gaben bei etwas schwächeren US-Aktienmärkten und im Zuge eines festeren Dollarkurses nach. Verkäufe von Mais im Spread gegen Sojabohnenkäufe belasteten die Maisnotierungen. Die Aussicht auf eine sehr große Maisanbaufläche in den USA sorgte für zusätzlichen Druck.
In Paris konnten sich die Maiskurse bei kleinen Kursgewinnen behaupten.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex blieb in Aufwärtsbewegung. Neue Sojabohnenkäufe Chinas in den USA und eine generell feste Stimmung für Soja ließen die Kurse aber nur überschaubar steigen. China hat angekündigt, dass es in diesem Wirtschaftsjahr 55 Mio. t Sojabohnen importieren wird. Dies sind 1Mio. t weniger, als zuletzt geschätzt. Zurzeit ist eine hochrangige chinesische Delegation in den USA zu Besuch und man geht davon aus, dass Verträge über umfangreiche Sojabohnenkäufe abgeschlossen werden. Im Vorjahr hatte die chinesische Delegation bei ihrem Besuch in den USA Sojabohnenkontrakte über 11,5 Mio. t in die Bücher genommen.
In Südamerika bleibt das Wetterszenario für Südbrasilien weiterhin heiß und trocken und drückt auf die Ertragserwartungen. Im brasilianischen Hafen Santos ist der Export von Sojabohnen und Schrot unterbrochen, da die Verladeanlagen nach einer Havarie beschädigt sind.
 
Raps: Auch bei Raps setzte sich die feste Tendenz des Vortages mit Kursgewinnen von bis zu 2,50 €/t für die vorderen Termine fort. Das feste Umfeld der Sojabohnen und die weiter steigenden Rohölnotierungen gaben dem um den festen Rapsmarkt zusätzliche Unterstützung.
Auch in Winnipeg zeigen die Rapsnotierungen weiter nach oben. Die Kursgewinne erreichen knapp 6 Can-$/t in der Spitze.
 
Rohöl: Die Rohölpreise ziehen weiter an. Brent Crude Öl stieg zwischenzeitlich auf fast 120 US-$/Barrel t, konnte aber seine Tagesgewinne nicht ganz halten. Auch WTI-Rohöl notierte fester und scheint sich erst einmal oberhalb von 100 US-$/Barrel etablieren zu wollen. WTI profitierte vor allem von den entgegen den Erwartungen gesunkenen US-Rohölbeständen. Bei Brent Crude Öl bestimmte der Iran das Preisgeschehen. Der Iran hat nach einem Bericht eines regierungsnahen Fernsehsenders seine Öllieferungen an die EU gestoppt. Davon sollen sechs europäische Länder betroffen sein. Von der EU-Kommission wurde dies allerdings nicht bestätigt. Analysten gehen davon aus, dass sich das Ölembargo gegen den Iran in einer Preiserhöhung von etwa 10 US-$/Barrel niederschlägt. (St)
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