Tageskommentar Rohstoffe: Ölsaatennotierungen zeigen erhöhte Volatilität


Die Rapskurse und die Sojanotierungen wiesen größere Schwankungen auf und zeigten eine stärkere Volatilität. Während die Sojakurse fester schlossen, notierten die vorderen Termine beim Matif Raps etwas schwächer. Die Weizenkurse gaben hüben wie drüben nach. Auch Mais schloss schwächer. Die Rohölnotierungen zogen wieder an.
 
Weizen: Die Weizenkurse an der Matif gerieten unter dem Einfluss schwächerer Chicagoer Vorgaben und gaben bis zu 2 €/t nach. Die offenen Positionen reduzieren sich bei den Weizenfutures in Paris weiter. Die ergiebigen Regenfälle haben in Frankreich zu eine deutlichen Verbesserung bei der Wassersituation in den Getreidebeständen geführt. Analysten halten in Frankreich noch eine halbwegs gute Weizenernte für möglich, falls bis Juni normale Niederschläge fallen sollten. In Deutschland sind die Futterweizenpreise etwas unter Druck geraten, denn im Nordwesten werden Schiffsankünfte mit Futterweizen aus der Schwarzmeerregion gelöscht. Als Ursprungsland wird Rumänien oder Russland genannt.
 
In Chicago gaben die Weizennotierungen erneut nach. Die Befürchtungen über Kälteschäden an Weizenbeständen scheinen sich zu relativieren. Long-Liquidationen und schwache Maisnotierungen übten Druck aus.
Libyen soll einen Importbedarf von 1 Mio. t Weizen für das laufende Kalenderjahr signalisiert haben.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago standen weiter im Zeichen von Positionsbereinigungen und der Auflösung von long-Positionen. Die anfänglichen Kursgewinne im Zuge der Sojabohnenrallye konnten sich nicht halten und der Mais notierte schwächer. Offiziell hat das USDA einen Maiskauf Chinas über 265.000 t bestätigt. Analysten gehen davon aus, dass China weiterhin stetigen Kaufbedarf für Mais hat und dass dies die Maisnotierungen in Chicago mittelfristig stützen wird.
In Paris schlossen sich die Maisnotierungen den schwachen Vorgaben des Weizens an und gaben etwas nach.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex machte eine volatile Sitzung durch. Die Sojabohnenkurse sprangen zeitweise fast 12 US-$/t nach oben. Gerüchte über chinesische Sojabohnenkäufe von 1 Mio. t und weitere Korrekturen der argentinischen Sojabohnenernte machten die Runde. Der Großteil der Gewinne wurde jedoch im Zuge von Gewinnmitnahmen und long-Liquidationen sowie unter dem Einfluss von schwachen Weizen- und Maisnotierungen wieder abgegeben. Dennoch blieb bei Börsenende ein Plus von 4,50 US-$/t bei Sojabohnen stehen. Zwischenzeitlich waren die Sojabohnennotierungen auf den Höchststand seit Juli 2008 angestiegen.. Auch bei Sojaschrot gab es kräftiges Plus und die Schrotnotierungen stiegen auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren an. Bei Börsenschluss reduzierten sich die Kursgewinne jedoch auf ein überschaubares Plus. Der Sojakomplex und vor allem die Sojabohnenfutures gelten als stark überkauft und aufgrund der Rekord-long-Positionen anfällig für Korrekturen.
 
Raps: Der sprunghafte Anstieg der Sojabohnen brachte auch die Rapskurse an der Matif kräftig in Bewegung. Mit der Öffnung der Chicagoer Börse stiegen die Notierungen in Paris knapp 7 €/t an. Bei äußerst lebhaften Umsätzen dürften danach allerdings Gewinnmitnahmen eingesetzt haben. Die Kurse für Mai unter Schlossen sogar dem leichten Minus. Die weiteren Termine hielten sich dagegen im Plus. Die offenen Positionen bauen sich im Zuge des in der kommenden Woche auslaufenden Frontmonats Mai ab.
In Winnipeg hielten sich die Rapskurse für die beiden vorderen Termine auf hohem Niveau und notierten bis zu 11 Can-$/t fester.
 
Rohöl: Erneute Äußerungen der US-Notenbank, bis 2014 an der Niedrigzinspolitik festzuhalten und bei Bedarf die Wirtschaft m mit neuen Finanzspritzen zu versorgen, wirken sich in Kursgewinnen beim Rohöl aus. Auch ein etwas schwächerer US-Dollarkurs, festere Aktienmärkte und Konjunkturoptimismus schwangen in den Kursgewinnen bis knapp 1 US-$/Barrel mit. (St)
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