Pflanzenschutz

Tauziehen um Glyphosat geht weiter

Protestplakate heute in Brüssel gegen Glyphosat.
-- , Fotos: Mö
Protestplakate heute in Brüssel gegen Glyphosat.

Der Vorschlag zur zehnjährigen Verlängerung von Glyphosat steht auf der Tagesordnung des Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel (PAFF-Ausschuss) in Brüssel. 

Vor dem Parlament fand eine kleine Demonstration statt. Den Widerstand organisierten rund 50 Aktivisten stellvertretend für 1,3 Millionen Europäer, die sich per Unterschrift an einer Bürgerinitiative beteiligt hatten. Sie verlangen auf eine weitere Zulassung von Glyphosat zu verzichten. Neben Plakaten hatten sie vor dem Tagungsgebäude eine überdimensionale Glyphosat-Sprühflasche aufgebaut, die sie vom Sockel stürzen ließen.

Aber nicht nur in Brüssel regte sich heute erneut Protest. Aufwind in der Diskussion erhielten die Glyphosat-Gegner aus Frankreich. Der Nachrichtenagentur AFP zufolge hatte der französiche Umweltminister Nicolas Hulot gestern Abend vor einem Senatsausschuss in Paris sein Nein zu Glyphosat bekräftigt und für die Suche nach Alternativen geworben.

Frankreichs Nein als Chance für die Gegner

Die Grünen in Deutschland sehen in dem klaren Nein Frankreichs eine Chance, das Totalherbizid "vom Acker zu bekommen". "Jetzt liegt es an der Bundesregierung, ob Europa zehn weitere Glyphosat-Jahre erspart bleiben. Dieser Verantwortung muss sie gerecht werden und gemeinsam mit Frankreich Nein zum untauglichen Neuzulassungsvorschlag der Kommission sagen", sagte Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbands, Franz-Josef Holzenkamp, hingegen forderte die Bundesregierung hingegen auf, "nicht vor Umwelt-Aktivisten einzuknicken" und für eine Verlängerung zu stimmen. Innerhalb der Bundesregierung ist die Wiederzulassung weiterhin umstritten: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist gegen eine Verlängerung der Zulassung, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ist dafür. Hendricks begründet Ihre Ablehnung von Glyphosat nicht mehr mit einem möglichen Krebsrisiko. Im Vordergrund ihrer Argumentation steht der Schaden, der von Glyphosat für die Artenvielfalt ausgeht. (mrs)





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