Nach den Blockaden gegen den Molkereikonzern Lactalis an insgesamt 15 Standorten hat sich der französische Bauernverband FNSEA in der dritten Gesprächsrunde mit Lactalis geeinigt. Ausgehend vom aktuellen Preis von 28 Cent pro Liter sollen bis zum Jahresende pro Monat 0,5 Cent hinzukommen. Somit würden im Dezember dann 30 Cent pro Liter gezahlt werden, berichtet „La France Agricole“. Damit würde sich Lactalis, die in Frankreich den Erzeugern derzeit am wenigsten für die Milch zahlen, dem Auszahlungspreis anderer Molkereien annähern.

Während französische Bauernorganisationen das Ergebnis scharf kritisieren, ist der FNSEA zumindest halbwegs zufrieden. Der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die auch die jüngsten Protestaktionen ostfriesischer Milchbauern vor einem ALDI-Zentrallager und der Edewechter DMK-Großmolkerei unterstützt hatte, verwies darauf, dass selbst diese noch unbefriedigenden Erzeugerpreise in Frankreich immer noch deutlich über denen in Deutschland lägen.

Blockaden zeigen Wirkung

Laut dem AbL-Landesvorsitzenden und Milchbauer Ottmar Ilchmann ist das ein Beleg dafür, dass der seit langem konsequente Einsatz der französischen Berufskollegen für ihre Interessen doch Wirkung zeigt. Allerdings müsse dennoch der gemeinsame Einsatz aller im European Milkboard (EMB) vereinten europäischen Milchbauern für einen kostendeckenden Erzeugerpreis mit aller Kraft fortgesetzt werden, so Ilchmann. Die Molkerei-Blockaden in England, Frankreich und Deutschland in den vergangenen Wochen müssten als Initialzündung für viele weitere Milchbauern-Aktionen und für verschärften Druck auf Politik, Molkereien und Bauernverband verstanden werden, appelliert Ilchmann. (sp)
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